Kolumne von Meteorologe Dominik Jung

Winterluft flutet Juni – Schafskälte bringt arktische Kälte und in den Alpen sogar Bodenfrost

Der Sommer macht mitten im Juni eine eiskalte Pause: Arktische Luftmassen rauschen heran, nachts droht verbreitet Kälte. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Noch lacht der Sommer ein letztes Mal. Am Wochenende schiebt sich bis einschließlich Montag (8. Juni) warme Luft vor allem in den Süden Deutschlands. Dort klettern die Werte örtlich über die 25-Grad-Marke, es fühlt sich nach Freibad und Sommerabend an. Doch dieses Hoch ist nur ein kurzes Gastspiel.

Schneefall im Juni: In den Alpen ist das aktuell der Fall! Doch es kommt noch dicker – Winterluft aus der Arktis flutet uns bald.

Im Hintergrund baut sich über Nord- und Osteuropa bereits eine Strömung auf, die uns ab der neuen Woche kalte Luft polaren Ursprungs direkt vor die Haustür kippt. Die berüchtigte Schafskälte meldet sich pünktlich – und diesmal mit besonders kräftigem Nachdruck.

Erst noch ein Sommer-Wochenende – dann der Wetter-Absturz in ganz Deutschland

Die Wende kommt schlagartig. Schon ab Dienstag (9. Juni) drehen die Temperaturen bundesweit nach unten, von Flensburg bis München. Statt sommerlicher Wärme wird tagsüber nur noch um die 20 Grad gekämpft, in vielen Regionen bleibt es sogar darunter. Dazu kommt ein lebhafter, kühler Wind, der die gefühlte Temperatur noch weiter drückt.

In der Höhe sorgt die einfließende Polarluft für ein zweistelliges Minus an Höhenkälte – ein Wert, den man Mitte Juni sonst nur selten sieht. Wer die kurze Hose schon herausgeholt hat, packt sie besser wieder weg und legt Jacke und Pullover bereit.

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Zwei Hände halten einen aufgeschlagenen Bauernkalender.
Familie mit Kinderwagen und Drachen vor rotem Abendhimmel.
Strommasten im Abendrot.
Ein Hahn stolziert im Gehege.
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Frostgefahr in den Nächten

Besonders heikel wird es nachts. Die Temperaturen rutschen verbreitet unter die 10-Grad-Marke, in einigen Regionen wird es empfindlich frisch. In den Muldenlagen der Alpen ist sogar Bodenfrost möglich – mitten im Hochsommermonat Juni. Für empfindliche Pflanzen, Gärtner und Landwirte ist das ein ernstes Thema, denn ein später Frost kann jungen Trieben schwer zusetzen.

Die Modelle von ECMWF und Copernicus zeigen den kühlen Trend recht einheitlich, eine schnelle Rückkehr des Sommers ist vorerst nicht in Sicht. Erst zum übernächsten Wochenende deutet sich zaghaft eine mögliche Erwärmung an – sicher ist die aber noch lange nicht.

Rubriklistenbild: © metdes/ www.wycharts.com

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