Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Rekordhitze im Sommer 2026: Warum diese Region zur heißesten Wetter-Zone Deutschlands wird
Drei Wetter-Modelle zeigen dieselbe Tendenz für den Sommer 2026. Besonders Baden-Württemberg steht dabei im Zentrum. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Die saisonalen Berechnungen des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) in Reading (Großbritannien), des NASA-Modells GEOS-5 und des US-Klimarechners CFSv2 schlagen für den Sommer 2026 alle in dieselbe Kerbe: Mit rund 81 Prozent Wahrscheinlichkeit fällt der Dreimonats-Mittelwert Juni, Juli, August zu warm aus. Nur 15 Prozent entfallen auf einen normalen, vier Prozent auf einen zu kühlen Verlauf.
Der Süden und Südwesten Deutschlands liegt dabei in den Ensemble-Karten des Copernicus-Klimadienstes sogar im Zentrum der erhöhten Wärmewahrscheinlichkeit – Baden-Württemberg ist damit klimatologisch das am stärksten exponierte Bundesland. Die Chance auf einen echten Extremsommer mit tagelangen 40-Grad-Werten bleibt mit fünf bis zehn Prozent überschaubar, aber: Dass die 30-Grad-Marke mehrfach fällt, gilt als gesetzt. Modelle dieser Art beschreiben Tendenzen über den Gesamtzeitraum, keine Einzeltage.
Sommer-Wetter am Oberrhein – Deutschlands Hitzekorridor Nummer eins
Wenn sich 2026 eine Hitzewelle aufbaut, ist die Landkarte eindeutig. Der Oberrheingraben zwischen Basel und Mannheim ist mit Abstand die wärmste Zone Deutschlands. Eingekesselt zwischen Schwarzwald im Osten und Vogesen im Westen, auf nur 100 bis 150 Metern Höhe, staut sich die Luft hier wie in einem Trichter – dazu kommen Föhneffekte aus den Vogesen, die die Luft zusätzlich aufheizen und austrocknen.
Das Ergebnis: Karlsruhe und Freiburg halten mit jeweils 40,2 Grad aus dem August 2003 zwei der höchsten Messwerte der deutschen Wetter-Geschichte. Rheinstetten südlich von Karlsruhe lieferte im Juli 1983 sogar 40,2 Grad. Mannheim steht mit 39,8 Grad ebenfalls in den Top-Listen. Auch Stuttgart heizt sich durch seine Kessellage im Neckarbecken extrem auf, der städtische Wärmeinsel-Effekt legt dort regelmäßig noch zwei bis drei Grad drauf. Deutlich milder bleiben Schwarzwald-Hochlagen, Schwäbische Alb und Allgäu-Vorland.
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Zickzack-Muster mit Unwetter-Potenzial
Die Modellsignale deuten nicht auf einen stabilen Hochdrucksommer, sondern auf ein fragmentiertes Regime. Ein geschwächter Jetstream und hartnäckige Blockadelagen lassen Wettermuster tagelang an Ort und Stelle verharren. Für den Südwesten heißt das: kurze, aber intensive Hitzephasen, abgelöst durch Kaltfronten mit Superzellen und lokal unwetterartigem Starkregen. Besonders gefährdet sind der Schwarzwaldstau, das Kraichgau und die Schwäbische Alb. Der Oberrhein bleibt die heißeste Baustelle.
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