Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Pfingst-Wetter 2026 wackelt schon jetzt: Erster Trend lässt aufhorchen

Für Pfingsten 2026 funken die Langfristmodelle schon jetzt Signale. Hitze-Feiertag oder Regen-Desaster – ein erster Ausblick verrät mehr. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Eines gleich vorweg: Pfingstsonntag fällt 2026 auf den 24. Mai, Pfingstmontag auf den 25. Mai – also noch fast drei Wochen hin. Klassische Vorhersagemodelle wie GFS oder ICON reichen seriös nicht so weit. Wer Ihnen jetzt schon eine stundengenaue Pfingstprognose verkauft, der schwindelt sich was zusammen. Was aber sehr wohl geht: die Großwetterlage einschätzen, in die das lange Pfingstwochenende hineinläuft. Und genau da gibt es bereits erste, durchaus interessante Signale.

Die Woche vom 18. bis 25. Mai 2026 könnte laut dem ECMWF-Modell meist nasser als üblich ausfallen.

Das amerikanische NOAA-Modell CFSv2 rechnet für den Mai 2026 mit einer Temperaturanomalie von +1,0 bis +2,0 Grad gegenüber dem Klimamittel 1961–1990. Auch das europäische ECMWF zieht in dieselbe Richtung, allerdings deutlich gedämpfter. Spannend wird es beim Niederschlag: Beide Modelle sehen eine leicht erhöhte Regenbilanz – im Klartext mehr Schauer, mehr Gewitter, mehr instabile Luftmassen. Zunächst bringt der Muttertag die nächste Wende.

Statistik macht Hoffnung – mit dicken Fragezeichen

Speziell für die Woche vom 18. bis 24. Mai signalisiert das ECMWF in weiten Teilen Deutschlands einen Temperatur-Knick nach unten – kühlere Luft also ausgerechnet pünktlich zum Feiertagsstart. Auch die Saisondaten von Copernicus C3S stützen dieses Muster einer wechselhaften zweiten Maihälfte.

Der Blick in die Klimadaten der vergangenen zwanzig Jahre zeigt eine gigantische Bandbreite: An Pfingsten 2015 erreichten die Höchstwerte gerade einmal 12 bis 13 Grad, 2014 schoss das Thermometer punktuell auf bis zu 33 Grad hoch.

In Deutschland selten, aber möglich: Die faszinierendsten Wetterphänomene

Eine Superzelle am Himmel.
Katastrophale Unwetter sind in den Nachmittagsstunden über das Erzgebirge hinweg gezogen
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Unwetter-Alarm in Deutschland: Sturmtief Jitka ist im Anmarsch. Der DWD warnt vor einer „ausgewachsenen Sturmlage“ am Mittwoch (24. Januar).
In Deutschland selten, aber möglich: Die faszinierendsten Wetterphänomene

In rund 60 Prozent der Fälle dominierte an den Feiertagen Sonnenschein, in etwa 40 Prozent Wolken und Schauer. Heißt im Klartext: Wer für Pfingsten 2026 vorgezogene Sommerferien plant, kann hoffen – sollte aber den Plan B nicht aus den Augen verlieren.

Der Polarwirbel mischt alle Karten

Ehrlich gesagt: Bei der Pfingstprognose bin ich noch sehr zurückhaltend. Der Polarwirbel taumelt gerade durch seinen Zerfallsprozess – und genau das macht jede seriöse Detailaussage zum Lotteriespiel. Baut sich ein Blockadehoch über Mitteleuropa auf, kippt Pfingsten Richtung frühsommerliches Grillwetter mit 25 Grad und mehr. Liegt das Hoch weiter draußen über dem Atlantik, wird es nasskalt und ungemütlich. Eine belastbare Tendenz wage ich frühestens Mitte nächster Woche – alles andere wäre unseriös.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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