Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter an Pfingsten 2026: Zwischen Frühsommer-Hoch und Eisheiligen-Nachschlag – Polarwirbel als Joker
Vier Wochen bis Pfingsten. Jetzt entscheidet der Polarwirbel über Grillwetter oder Regenchaos. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Über Mitteleuropa baut sich derzeit ein massives Blockadehoch auf, das die Frontalzone weit nach Norden drängt und uns bis weit in den Mai hinein trockenes, sonniges Wetter bescheren dürfte. Die Modelle rechnen für den Maibeginn mit einer waschechten Omegalage, Temperaturen bis 27 Grad sind im Süden und Westen durchaus drin.
Doch genau diese stabile Konstellation ist gleichzeitig der Schlüssel zur Pfingstprognose. Kippt die Hochdruckachse nach Osten, gelangen wir auf die Vorderseite eines Atlantik-Trogs und damit in eine Südwestströmung. Bleibt das Hoch dagegen über Skandinavien hängen, fließt aus Nordosten kühle Polarluft heran. Die Weichen werden jetzt gestellt.
Pfingsten 2026: Aktuelle Großwetterlage zeigt klare Tendenz – Polarwirbel als Joker im Mai
Der Polarwirbel zeigt sich in seinem Zerfallsstadium ungewöhnlich aktiv. Genau in dieser Phase, grob zwischen dem 6. und 18. Mai, fallen klassischerweise die Eisheiligen, und die Modelle deuten dieses Jahr ein erhöhtes Risiko für einen markanten Kaltlufteinbruch an. Trifft die Polarluft unmittelbar vor Pfingsten ein, kann der Temperaturabsturz im Extremfall 15 Grad und mehr betragen.
Das amerikanische CFSv2 sieht den Mai insgesamt 1 bis 2 Grad zu warm, das europäische ECMWF rechnet etwas verhaltener mit plus 1 bis plus 2 Grad. Bei der Niederschlagsbilanz sind sich beide einig: leicht überdurchschnittlich. Heißt im Klartext: mehr Schauer, mehr Gewitter, mehr Energie in der Luft.
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Was die Statistik für Pfingsten verspricht
Pfingstsonntag fällt 2026 auf den 24. Mai, Pfingstmontag auf den 25. Mai. Damit liegen die Feiertage zwischen Eisheiligen und Schafskälte, einer statistisch dankbaren Phase. Der Blick in die letzten zwei Jahrzehnte zeigt eine deutliche Tendenz: In 65 Prozent der Fälle war der Mai zu warm, die Pfingsttage selbst lagen im Mittel bei knapp 22 Grad.
Die historische Spannweite reicht allerdings von kühlen 12,6 Grad an Pfingsten 2015 bis hin zu hochsommerlichen 34 Grad im Jahr 2014. Wer schon jetzt einen Kurzurlaub plant, sollte den Wettertrend in den kommenden zwei Wochen im Auge behalten. Ab Mitte Mai liefern die Modelle erstmals belastbare Detailprognosen, vorher bleibt es reines Tendenzgeschäft.
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