Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Wettermodell dreht Juni-Prognose auf einen Schlag – nun zeigt sich eine deutliche Abweichung

Der Juni könnte deutlich heißer ausfallen als gedacht – besonders im Süden. Eine Wetterlage wie an Pfingsten rückt wieder in den Fokus. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Lange deutete vieles auf einen wechselhaften, eher durchschnittlichen Start in den Sommer hin. Doch die jüngsten Läufe des europäischen Wettermodells (ECMWF) drehen das Bild auf einen Schlag. Für den Juni zeigt sich nun eine deutliche Abweichung nach oben, und auch die Modelle CFSv2 und GEOS-5 stützen diesen warmen Kurs.

Hitzewelle an Pfingsten 2026 – wohin führt die aktuell sehr warme Wetterphase?

Die Wahrscheinlichkeit für einen insgesamt zu warmen Monat liegt nach aktuellem Stand bei rund 80 Prozent. Damit rückt nach den frischen Tagen der Eisheiligen vor rund 10 Tagen ein ganz anderes Szenario in den Vordergrund: trockene Luft, viel Sonne und steigende Temperaturen, die sich über längere Strecken halten könnten. Der Sommer meldet sich offenbar mit Nachdruck zurück.

Süden im Hitze-Fokus

Besonders kräftig fällt der Wärmeüberschuss im Süden aus. Dort liegen die berechneten Werte rund 3 bis 4 Grad über dem langjährigen Mittel, während es im Norden mit 1 bis 2 Grad etwas gemäßigter bleibt. Im Oberrheingraben, in Südbayern und in Unterfranken sind über mehrere Tage Höchstwerte um 30 Grad realistisch, in den heißesten Phasen lokal sogar bis 34 oder 36 Grad.

Verantwortlich ist eine Großwetterlage, die stark an die sonnige Pfingstphase erinnert: Hoher Luftdruck aus Südwesten lenkt warme Mittelmeerluft heran und schiebt die Tiefs weit nach Norden ab. Begleitet wird das Ganze von wenig Regen – ein Problem für die ohnehin trockenen Böden.

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Polarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.
Görlitz - Polarlichter über Sachsen zu sehen am 11.10.2024 in Görlitz
Ein Tornado über dem Gardasee.
Kim Vanaken (L) und Schwester Angela Coble (M) vor ihrem zerstörten Haus durch El Reno, Oklahoma, USA, 01 June 2013.
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Steuert der Juni auf einen Rekord zu?

Setzt sich dieses Muster durch, rückt vor allem im Süden sogar die Rekordmarke in greifbare Nähe. Einzelne Regionen könnten dem wärmsten Juni der Messgeschichte gefährlich nahekommen, während bundesweit noch etwas Luft bis zur Bestmarke bleibt. Entscheidend wird, wie stabil das Hoch wirklich liegt und ob kühlere Störungen aus dem Norden dazwischenfunken.

Klar ist schon jetzt die Richtung: deutlich zu warm, vielerorts zu trocken und über weite Strecken hochsommerlich. Die kommenden Modellläufe werden zeigen, wie belastbar dieses Hitze-Signal tatsächlich ist – und ob am Ende ein echter Ausnahme-Juni daraus wird.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Jan Eifert

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