Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Hitze-Kipp in Deutschland: Verantwortlich ist die „Squall-Line“
Eine kräftige Gewitterfront greift von Nordwesten auf Deutschland über und verabschiedet die Hitze-Periode. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Nach Tagen mit echter Sommerhitze und Spitzenwerten teils über 30 Grad kippte die Wetterlage komplett. Die Hochdruckzone, die uns das stabile Sommerwetter beschert hat, verabschiedet sich nun nach Südosten.
Von Nordwesten her strömt dafür jetzt feuchtwarme, regelrecht energiegeladene Luft zu uns. Hitze, Feuchtigkeit und die heranrückende Kaltfront – das ist der perfekte Treibstoff für schwere Gewitter.
Hier wird es richtig ungemütlich
Den ersten und heftigsten Schlag bekam der Nordwesten ab. Von Nordrhein-Westfalen über Niedersachsen bis nach Schleswig-Holstein, dazu in Richtung Nordhessen, gab es am späten Nachmittag (Freitag, 29. Mai) und Abend kräftige Gewitter, die sich zu einer regelrechten „Squall-Line“ zusammenschließen können – einer durchgehenden Gewitterlinie, vor der eine markante Böenfront herläuft.
Lokal drohten orkanartige Böen zwischen 90 und 110 Kilometern pro Stunde, heftiger Starkregen von rund 30 Litern pro Quadratmeter in kürzester Zeit und Hagel mit Korngrößen von zwei bis vier Zentimetern.
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So verlief das Wetter-Wochenende in Deutschland
In der Nacht zum Samstag (30. Mai) schob sich die Gewitterlinie südostwärts bis in die Landesmitte. Die ganz große Wucht ließ dann aber etwas nach, doch Sturmböen, Starkregen und kleinerer Hagel blieben ein Thema. Der Süden und Südwesten hielten sich noch hochsommerlich – örtlich waren bis zu 34 Grad drin, bevor auch dort die schwüle Luft übernahm.
Das europäische Modell ECMWF zeigte für Samstag und Sonntag eine erneut stark auflebende Gewittertätigkeit quer durchs Land. Die ruhige Sommerphase ist vorerst Geschichte – die Atmosphäre schaltet auf Turbo.
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