Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Erst Eisheilige und Schnee, dann Kurswechsel: Wettermodelle deuten Pfingst-Szenario an

Die Eisheiligen bringen Bodenfrost und sogar Schneeflocken, doch ausgerechnet zu Pfingsten dreht das Wetter komplett. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Erst muss Deutschland nochmal richtig zittern. Die Eisheiligen (ab 11. Mai) drücken in den kommenden Tagen eiskalte Polarluft bis tief nach Mitteleuropa hinein, in den Nächten zur Wochenmitte fällt das Thermometer in vielen Regionen auf einstellige Werte und örtlich sogar in den Frostbereich. Über Bayern und der Mitte sind dazu Bodenfrost und ein paar nasse Schneeflocken oberhalb von 500 Metern drin.

Der aktuelle Trend für die Pfingsttemperaturen: Es könnte sommerlich warm werden!

An Christi Himmelfahrt (14. Mai) sieht es nach einem Vatertag mit Jacke, Schal und nasskaltem Wind aus, statt im T-Shirt im Biergarten zu sitzen. Wer empfindliche Pflanzen draußen stehen hat, sollte sie spätestens jetzt reinholen – die Eisheiligen 2026 zeigen einmal mehr, warum die alten Bauernregeln eben doch ihren Sinn haben.

Pfingsten kippt das Wetter

Doch jetzt kommt der Twist, auf den viele warten. Die Berechnungen von ECMWF und NOAA-CFSv2 deuten für das Pfingstwochenende einen klaren Kurswechsel an. Ein Hoch über Mittel- und Osteuropa zieht warme Luft aus Südwesten heran, und plötzlich klettern die Höchstwerte am Pfingstsonntag verbreitet auf 22 bis 26 Grad. Am Oberrhein, in Rheinland-Pfalz und im Saarland könnten sogar fast 27 Grad drin sein – das wäre ein Sprung von gut 15 Grad innerhalb von zehn Tagen.

Auch der Pfingstmontag bleibt nach aktuellem Stand sommerlich mild. Für mich als Meteorologe ist das eine der spannendsten Wetter-Wenden, die ich in diesem Mai bisher gesehen habe.

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Polarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.
Görlitz - Polarlichter über Sachsen zu sehen am 11.10.2024 in Görlitz
Ein Tornado über dem Gardasee.
Kim Vanaken (L) und Schwester Angela Coble (M) vor ihrem zerstörten Haus durch El Reno, Oklahoma, USA, 01 June 2013.
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Was an der Prognose noch wackelt

So verlockend das klingt: Garantieren kann ich diese Sommerluft noch nicht. Knapp zwei Wochen sind im Mai eine halbe Ewigkeit, und gerade in Übergangsmonaten verschieben sich Hochs und Tiefs gerne über Nacht. Auch die NASA-GEOS-5-Läufe und die Trendkarten von Copernicus zeigen zwar denselben warmen Grundton, in den Details gehen sie aber noch auseinander.

Eines steht für mich aber fest: Die letzte Mai-Dekade soll deutlich wärmer ausfallen als der bisherige Mai. Ob es am Pfingstsonntag am Ende 22 oder 27 Grad sind, entscheidet sich erst in der zweiten Hälfte der nächsten Woche. Die Hoffnung auf das erste Sommer-Feeling lebt – und Grillkohle kaufen schadet schon mal nicht.

Rubriklistenbild: © www.wetterzentrale.de

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