Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Verblüffender Wetter-Wechsel steht kurz bevor – nun zeigt sich ganz typisches Phänomen
Schnee und Kälte bis Gründonnerstag, danach plötzlich fast Sommer: der kommende Wetterwechsel in Deutschland sorgt für Aufsehen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
In Deutschland zeigt sich die Karwoche oft noch einmal von ihrer rauen Seite. Kalte Luftmassen aus dem Norden oder Osten können sich bis mindestens Gründonnerstag durchsetzen und sorgen für deutlich unterkühlte Temperaturen. In höheren Lagen, teils sogar bis in tiefere Regionen, sind dabei Schneefälle möglich. Diese Entwicklung wirkt für viele überraschend, ist aber meteorologisch nichts Besonderes.
Ende März und Anfang April befindet sich das Wetter in einer Übergangsphase, in der winterliche Rückfälle jederzeit auftreten können. Gerade wenn sich Hochdruckgebiete über dem Atlantik oder Nordeuropa aufbauen, wird kalte Luft nach Mitteleuropa gelenkt und bringt nochmals einen Hauch Winter zurück.
Ab Ostern kippt die Lage: Warmluft sorgt für frühsommerliche Gefühle
Pünktlich zu Ostern dreht sich die Wetterlage häufig grundlegend. Statt kalter Luft strömt nun deutlich mildere bis warme Luft aus südlichen Regionen nach Deutschland. Unterstützt durch die inzwischen kräftige Sonneneinstrahlung kann sich diese Warmluft rasch durchsetzen. Temperaturen steigen dann verbreitet auf über 20 Grad, regional sind sogar 25 Grad oder mehr möglich.
Dieser schnelle Umschwung innerhalb weniger Tage erscheint extrem, ist aber typisch für die Jahreszeit. Solche Warmphasen treten im Frühling regelmäßig auf, auch wenn sie jedes Jahr unterschiedlich stark ausfallen können.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten




Warum dieser Wetterumschwung kein Grund zur Sorge ist
Meteorologen betonen, dass dieser Wechsel von Kälte in der Karwoche zu fast sommerlicher Wärme ab Ostern ein klassisches Muster darstellt. Deutschland liegt in einer Zone, in der kalte und warme Luftmassen aufeinandertreffen und sich rasch abwechseln können. Genau das führt zu den starken Temperatursprüngen.
Zwar kann der Klimawandel dazu beitragen, dass warme Phasen intensiver ausfallen, doch der grundsätzliche Ablauf bleibt typisch für den Frühling. Der Hauptpunkt: Der scheinbar extreme Wetterwechsel ist kein Zeichen dafür, dass das Wetter verrücktspielt, sondern ein bekanntes und immer wiederkehrendes Phänomen dieser Jahreszeit.
Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com
