Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Unwetter waren erst der Start: ECMWF rechnet mit bis zu 200 Liter Regen für die erste Junihälfte
Gewitter, dann Starkregen die ganze Woche – laut ECMWF-Karte summieren sich bis Junimitte gebietsweise enorme Regenmengen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Der erste Juni hat es gleich in sich. Schon von Sonntag (31. Mai) auf Montag (1. Juni) zogen von der Mitte bis in den Süden kräftige Gewitter auf, lokal mit ausgewachsener Unwettergefahr. Richtung Alpen waren am Abend sogar mehrstündige Regenmengen um 50 Liter nicht ausgeschlossen. Nur zwischen Nordsee und Oder blieb es trocken und freundlich. Die Höchstwerte spreizten sich kräftig: 18 bis 24 Grad im Norden, sonst schwül-warme 25 bis 31 Grad.
Doch dabei bleibt es nicht. Ein Blick auf die aktuelle Niederschlagskarte des europäischen Wettermodells ECMWF lässt aufhorchen.
Der ECMWF-Blick: So viel Regen summiert sich bis Mitte Juni
Bis zum 14. Juni rechnet das Modell im Verlauf gewaltige Regenmengen zusammen. Besonders der Süden und der Alpenraum stechen knallrosa heraus – hier kommen über die erste Junihälfte gerechnet vielerorts 100 bis 200 Liter pro Quadratmeter zusammen. In der Mitte sind es immerhin noch 50 bis 90 Liter, lediglich der Norden und Nordosten kommen mit 20 bis 40 Litern vergleichsweise trocken davon. Das ist eine Menge Wasser für eine Phase, in der wir eigentlich auf Sommer hoffen.
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Wetter in Deutschland: Beginnt jetzt der Unwettersommer?
Bleibt die große Frage: Ist das schon der Auftakt zu einem echten Unwettersommer? Ganz so dramatisch muss es nicht kommen – solche gewittrigen, regenreichen Phasen sind im Frühsommer keine Seltenheit, wenn feuchtwarme und kühlere Luftmassen aufeinandertreffen. Klar ist aber: Die erste Junihälfte wird turbulent, nass und blitzgeladen, vor allem südlich der Donau. Wer draußen etwas plant, sollte den Wetterbericht im Auge behalten – und den Regenschirm besser nicht zu weit weglegen.
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