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Freibad in Bockum-Hövel?! Nein - „nur“ ein neues Außenbecken...
Als vor zwei Wochen beim Baubeginn die Pläne für das Außenbecken am Bockum-Höveler Hallenbad – dem Sport-Aquarium – vorgestellt wurden, gab es zwar auch viel Lob, aber es hagelte in den sozialen Medien auch Kritik: zu klein, zu geringe Wassertiefe und kein Ersatz fürs Freibad.
Bockum-Hövel – „Es handelt sich um ein zusätzliches Außenbecken zum Hallenbad, nicht mehr und nicht weniger. Es ist kein Freibad und auch kein Freibad-Ersatz“, macht Stadtwerkesprecherin Cornelia Helm deutlich. Es ist auch nie Thema der vorausgegangenen, politischen Diskussion gewesen, auf dem Außengelände des Sport-Aquariums ein Freibad entstehen zu lassen. „Das Außenbecken ist ein Zusatzangebot zum Hallenbad. Wir wollen damit die Außenfläche und das Hallenbad attraktiver gestalten“, erklärt Helm.
Die Idee war, dass Badegäste im Sommer bei hohen Temperaturen auch draußen Abkühlung in einem Wasserbecken finden können. Ein Kleinkinderbecken gibt es auf der Außenfläche bereits seit Jahren. Jetzt kommt also ein größeres Becken mit 1,35 Metern Wassertiefe und einer Größe von 12,5 mal acht Metern (100 Quadratmeter) dazu. Wie bereits auf den Baustellenbildern zu sehen ist, steht das Betonfundament für das neue Außenbecken bereits. Darauf kommt nun ein mit Kunststoff beschichtetes Edelstahlbecken, heißt es von den Stadtwerken. Der Überlauf – also die Umrandung des Becken – wird aus Keramik (Fliesen) bestehen.
Hallenbäder gut besucht
Drei öffentliche Hallenbäder betreiben die Stadtwerke in Hamm: Das Sport-Aquarium in Bockum-Hövel, die Lagune in Herringen und die Familien-Oase in Heessen. Beliebt sind offensichtlich alle drei Bäder. Im Januar 2022 war das Sport-Aquarium mit 5075 Gäste sogar das bestbesuchte Hallenbad in Hamm. Nach Herringen kamen 3328, nach Heessen 4677 Besucher. Auch vor Corona waren es übrigens nicht wesentlich mehr: Im Dezember 2019 zählten die Stadtwerke in Bockum-Hövel 4902 Badegäste, in Heessen 5397 und in Herringen 4335 Hallenbadbesuche.
„Man sollte sich freuen - mehr ist nicht bezahlbar“
Auch Bezirksbürgermeister Hartmut Weber macht noch einmal deutlich, dass man sich in Bockum-Hövel freuen sollte über dieses Außenbecken. „Es war eine große Kraftanstrengung, dieses Becken umzusetzen – sowohl politisch als auch finanziell“, sagte er. Ein neues Freibad in Bockum-Hövel oder an anderer Stelle in Hamm sei einfach nicht bezahlbar. Darüber hinaus sei die Fläche am Sport-Aquarium ohnehin zu klein für ein richtiges Freibad. Das neue Außenbecken habe eine gute Größe und könne unter anderem auch dazu dienen, das Schwimmenlernen im Stadtbezirk voranzubringen.
Dass es jemals ein neues Freibad in Bockum-Hövel oder in den anderen Stadtbezirken geben wird, ist zudem höchst unwahrscheinlich. Sie waren und bleiben ein reines Zuschussgeschäft für die Stadtwerke beziehungsweise für die Stadt. Geld verdienen könne ein Betreiber mit einem Freibad kaum. „Die Freibäder sind nur im Sommer bei besonders gutem Wetter auch gut besucht“, weiß die Stadtwerkesprecherin aus den Bilanzen der letzten Jahre. Auch die steigende Zahl an Swimmingpools in den heimischen Gärten trägt nicht dazu bei, die Zahlen nach oben zu bringen. Und schwimmen lernt man in diesen sicherlich auch nicht.
Freibad-Diskussion auch in Herringen und Heessen
Dass der Wunsch nach Freibad-Feeling dennoch groß ist, zeigen hingegen die Initiativen in Herringen und in Heessen. In Herringen hätten sich einige Bürger ebenfalls ein weiteres Außenbecken am Hallenbad (Lagune) gewünscht. Allerdings – so hat sich herausgestellt – ist dafür das Außengelände zu klein.
In Heessen wird seit Längerem darüber diskutiert, auf dem Außengelände ein weiteres Becken zu bauen. Die Fläche ist – zumindest theoretisch – groß genug. Denn neben der heutigen Familien-Oase liegt das Gelände des ehemaligen Heessener Freibades. Unter anderem steht ein Naturschwimmbad im Zentrum der politischen Diskussion.