So will die Stadt Hamm die Obdachlosigkeit bekämpfen
Hamm - Zum Stichtag 30. Juni 2017 waren 324 Personen als wohnungslos bei der Stadt Hamm gemeldet. Als wohnungslos gelten Menschen, die auf der Straße leben, bei Freunden oder Verwandten übernachten, Gäste der Übernachtungsstelle oder Bewohner der Notunterkunft an der Dortmunder Straße.
Seit Jahren kümmert sich die Stadt Hamm um diese Menschen. Im Dezember soll der Rat das überarbeitete Konzept zur „Wohnungsnotfallhilfe“ verabschieden. Das Konzept, das am Dienstag vorgestellt wurde, macht deutlich, dass die Stadt neben der reinen Wohnungsvermittlung vor allem auf die Unterstützung und Beratung der Betroffenen setzt.
Dazu gehört ein neues Konzept an der Notfallunterkunft an der Dortmunder Straße. Denn als problematisch bewertet die Verwaltung den Zugang zu den Personen, die in der Übernachtungsstelle für eine oder wenige Nächte schlafen. „Sie fallen oft mit Suchtproblemen oder psychischen Erkrankungen auf“, heißt es in dem neuen Konzept.
Frank Schulte, Leiter des Amtes für Soziales, Wohnen und Pflege: „Hier ist aus fachlicher Sicht eine kontinuierliche und intensive Betreuung nötig.“ Diese gestalte sich aber als äußert schwer – auch, weil die Übernachtungsstelle täglich zwischen 9 und 9.30 Uhr wieder verlassen werden muss. Das soll sich nun ändern.
In einer sechsmonatigen Pilotphase soll ein niederschwelliges Aufenthalts- und Betreuungsangebot eingerichtet werden. Schulte: „Die Betreuung soll zunächst über die bereits vor Ort arbeitenden Mitarbeiter von Verwaltung und Caritasverband gewährleistet werden. In einem weiteren Schritt könnten Ehrenamtliche eingebunden, eine Gesundheitssprechstunde angeboten oder eine 'Wärmestube' geöffnet werden. Nach den sechs Monaten soll geschaut werden, inwieweit das Angebot angenommen wird und sich Zeiten eventuell verändern müssen.“
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