Terraristika-Veranstalter: "Tiere  nicht für Hamm"

HAMM/KÖLN - Nach dem Fund von mehreren hundert Amphibien und Reptilien in einem Kölner Hotel (WA berichtete gestern) hat die Zollfahndung Ermittlungen gegen die drei tatverdächtigen Männer eingeleitet.

Die Beschuldigten, zwei Japaner und ein Chinese, stünden im Verdacht, die Tiere eingeschmuggelt zu haben, sagte ein Sprecher des Zollfahndungsamts Essen am Montag. Zudem gebe es Verstöße gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen, das den Transport und Verkauf seltener Tierarten untersagt. Nach Angaben des Zolls wurden bei den 570 sichergestellten Tieren sechs Arten entdeckt, die unter dem Schutz des Artenschutzabkommens fallen. Das Zollamt korrigierte die Zahl der entdeckten Amphibien und Reptilien damit nach unten. Zunächst war die Behörde von 700 Tieren ausgegangen.

Sichergestellte Reptilien Im Kölner Zoo:

Die drei Anfang bis Mitte 30-jährigen Tatverdächtigen hatten die Tiere in ihrem Gepäck in das Hotel gebracht. Von dort wollten sie Agenturmeldungen zufolge zur Terraristika nach Hamm weiterreisen. Sie befinden sich gegen eine Sicherungsleistung auf freiem Fuß. 15 Tiere überlebten bis gestern Abend den Transport und die wenig artgerechte Haltung nicht.

Die Feuerwehr hatte die Tiere am Freitagabend aus dem Hotel geholt. Sie wurden in den Kölner Zoo gebracht. „Seitdem herrscht bei uns Ausnahmezustand“, sagte Dr. Thomas Ziegler, der Leiter des dortigen Aquariums, gestern Abend. Er vermutete, dass die Tiere lediglich 24 Stunden in ihren

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Verpackungen unterwegs gewesen waren. Der überwiegende Teil sei im chinesischen Raum heimisch. Zwei, drei Koffer im Handgepäck hätten genügt, um die Exoten zu transportieren. Den Verkaufswert der gesamten Fracht bezifferte er auf einige 10 000 Euro. Für die Tiere wurde ein eigener Raum hergerichtet. Die Artenbestimmung sei noch immer nicht abgeschlossen.

Frank Izaber, der die Terraristika seit 16 Jahren in Hamm veranstaltet, widersprach der Darstellung, dass die Tiere in den Zentralhallen hätten verkauft werden sollen. „Wir hatten keine Anfragen von Händlern aus China, Hongkong oder Japan. Die Tiere sind definitiv nicht für Hamm gewesen“, sagte der 49-jährige Messeveranstalter. „Wir wollen keine Naturhändler“, erklärte er das Terraristikakonzept. Für professionelle Händler gebe es seit Jahren ein Aufnahmestopp.

Die Kölner Polizei habe ihn am Freitagabend noch kontaktiert, und er habe bei der Erst-Bestimmung der Arten mitgeholfen. „Aber da war zunächst nur von ein paar Fröschen, Salamandern und Schlangen die Rede gewesen“, so Izaber. Auf den Bildern, die ihm von der Polizei zugesandt wurden, seien zudem keine wertvollen Tiere zu sehen gesehen. Stückpreise von 20 Euro hätte er erwartet.

Deutlich mehr Geld, nämlich mehr als 4000 Euro hatte – wie berichtet – ein mexikanischer Reptilienfreund investiert. Die zwischenzeitig verschwundenen Kostbarkeiten seien wieder aufgetaucht, sagte Izaber. „Das hat sich alles geklärt.“

Rubriklistenbild: © dpa

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