Umstellung

38.000 Haushalte in Hamm betroffen: Stadt wechselt von L-Gas zu H-Gas

[Foto: Reiner Mroß]  HammStadtwerke  zur Marktraumumstellung von L- auf H-Gasvon links: Jörg Dirkmann , Simon Schliewe , Reinhard Bartsch , Clemens Janßen
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Da fließt‘s durch: Jörg Dirkmann, Simon Schliewe, Reinhard Bartsch und Clemens Janßen (v.l.) zeigen den Weg des H-Gases auf.

Hamm stellt die Gasversorgung um. Ab nächster Woche wird energetisch gehaltvolleres Gas zum Einsatz kommen. Die Umstellung betrifft sowohl Haushalte als auch die Industrie.

Hamm – Die Gasversorgung in Hamm wird umgestellt. Statt L-Gas wird künftig das energetisch gehaltvollere H-Gas zum Einsatz kommen. Zu spüren bekommen das ab der kommenden Woche alle, die im Stadtgebiet mit Gas heizen oder kochen sowie die Industrie. Die Energie- und Wasserversorgung Hamm GmbH, eine Tochter der Stadtwerke, geht als Netzbetreiber von 38.000 betroffenen Haushalten aus. Sämtliche Gas-Brenner müssen erfasst und im Zweifel umgerüstet oder ausgetauscht werden. Zunächst erhalten die Gasbezieher ab Montag Info-Post über die anstehende Maßnahme. Ab September 2025 sollen dann Hausbesuche stattfinden. Abgeschlossen wird das Mammut-Projekt nach jetziger Planung im Jahr 2027 sein.

38.000 Haushalte betroffen: Hamm wechselt von L-Gas zu H-Gas

Die Umstellung betrifft nicht nur Stadtwerke-Kunden, sondern alle Gasbezieher im Stadtgebiet. Der gesamte Westen und Nordwesten Deutschlands wird seit rund zehn Jahren nach und nach auf H-Gas umgeswitcht. Hamm ist somit eine der späteren Regionen, in der die gesetzlich vorgeschriebene „Marktraumumstellung“ nun umgesetzt wird. Hintergrund ist, dass das L-Gas („Low caloric“, niederkalorisch), das überwiegend aus den Niederlanden stammt, knapp wird. H-Gas („High caloric“) hat einen höheren Brennwert und stammt aus Norwegen. Russisches H-Gas – ursprünglich als Hauptquelle gedacht – ist seit dem Ukraine-Krieg tabu.

Wegen seines höheren Brennwertes ist das neue H-Gas zwar für die allermeisten, nicht aber für alle Brenner-Systeme automatisch geeignet. Neuere Anlagen können auch H-Gas problemlos und sicher verbrennen, bei älteren müssen im Zweifel Düsen oder Ventile ausgetauscht werden. Dies geschieht kostenlos. Die Stadtwerke gehen davon aus, dass die Umstellung bei bis zu 25 Jahre alten Systemen ohne großen Aufwand und kostenfrei erfolgen kann. Bei noch älteren Brennern hingegen könnte es keine Bauteile für einen Austausch geben. Dann kommt für den Eigentümer nur ein Austausch (Neuanschaffung oder Umstellen auf alternatives Heizsystem), den er selbst bezahlen muss, in Betracht.

An der Münsterstraße: Externes „Gasbüro“ wurde eingerichtet

38.000 Haushalte aufzusuchen, die Brennersysteme zu erfassen und die Umstellung auf H-Gas umzusetzen, ist für die Stadtwerke und heimische Installationsbetriebe nicht zu stemmen. „Es handelt sich um das größte Projekt mit den meisten Kundenkontakten innerhalb kürzester Zeit“, sagt Stadtwerke-Chef Reinhard Bartsch. Deshalb werde (auch in Hamm) ein externes „Gasbüro“ mit 40 Installateuren und einem eigenen Call-Center die Marktraumumstellung erledigen. Das Büro befindet sich im Hamtec an der Münsterstraße.

Für die Maßnahme ist das Stadtgebiet in drei räumliche Abschnitte unterteilt. Der erste umfasst (in etwa) die Stadtbezirke Rhynern, Uentrop, Pelkum und Herringen. Hierhin werden ab Montag auch die Infobriefe verschickt. Bezirk II umfasst überwiegend die Stadtmitte und Heessen, Bezirk III weite Teile Bockum-Hövels. Hier kommt die Post etwas später. Die Erhebungsphase soll im Oktober 2026 abgeschlossen sein, die Anpassung bis 2027 erfolgen. Die Umschalttermine auf H-Gas sind am 20. April 2027 (Bezirk I), 1. Juni 2026 (Bezirk II) und 13. Juli 2027 (Bezirk III).

Sparen dank H-Gas?

H-Gas hat einen höheren Brennwert als das vor 50 Jahren in Hamm eingeführte L-Gas. Um in einem Haushalt die gleiche Heizleistung wie bislang zu erzielen, wird also künftig weniger Brennstoff benötigt. Die Rechnung für den Kunden wird deshalb aber nicht niedriger ausfallen. Gaskunden zahlen pro verbrauchter Kilowattstunde und bei deren Berechnung ist der Brennwert eine Variable.

Die Stadt plant eine Sanierung des Hellwegs in Hamm, um unter anderem die Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger zu verbessern. Die Kosten: rund 3,6 Millionen Euro.

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