Weitere Übernahmestation
„Zwingend erforderlich“ – damit die Umstellung auf H-Gas funktioniert
Eine Baustelle in Bockum-Hövel ist Vorbote der Erdgasumstellung in Hamm im Jahr 2027. Gleich neben einer bestehenden Gas-Übernahmestation soll eine zweite errichtet werden.
Hamm – Die Baustelle liegt etwas versteckt. Wer die Bülowstraße vom Kreisverkehr mit der Hammer Straße kommend in Richtung Stockum fährt, entdeckt sie gleich links hinter dem kleinen Wäldchen.
L-Gas wird knapp – und ersetzt
Hier befindet sich schon jetzt ein sogenannter Netzkopplungspunkt: Die Energie aus dem Ferngasnetz wird in das örtliche Stadtnetz eingespeist. Um den Überland-Transport kümmert sich Open Grid Europe (OGE), vor Ort hat die Energie- und Wasserversorgung Hamm (EWV) das Sagen, eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Hamm GmbH.
Zurzeit wird Hamm mit L-Gas („Low caloric“, niederkalorisch) versorgt, das vornehmlich aus den Niederlanden stammt, aber knapp wird. Ab 2027 soll H-Gas („High caloric“) mit höherem Brennwert zum Einsatz kommen; es wird vornehmlich in Norwegen gefördert.
Laut Stadtwerke-Sprecherin Cornelia Helm ist es im Zuge der Umstellung „zwingend erforderlich“, dass eine weitere Übergabestation eingerichtet wird. Als Begründung führt sie „veränderte Druckverhältnisse“ an. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, müssten alte und neue Station auch zeitweise parallel betrieben werden.
38.000 Haushalte betroffen
Laut Helm hat die OGE bereits südlich der Bahnlinie zwischen Gersteinwerk und Bahnhof Bockum-Hövel eine vorgelagerte Transportleitung bis in Höhe der vorhandenen Übernahmestation „Bülowstraße“ verlegt. Zurzeit baue der Fernnetzbetreiber die Anschlussleitung, dessen Fertigstellung für diesen Oktober geplant sei. Der Bau der neuen Erdgas-Übernahmestation neben dem jetzigen Gebäude sei für 2026/27 vorgesehen.
Die Stadtwerke hatten im April über die bevorstehende Umstellung informiert. In Hamm sind demnach rund 38.000 Haushalte davon betroffen. Sämtliche Gas-Brenner in der Stadt müssten erfasst, eventuell umgerüstet oder – bei ganz alter Technik – ausgetauscht werden, hieß es. Gasbezieher sollten Informations-Post bekommen, ab September 2025 würden Hausbesuche stattfinden.
„Gasbüro“ mit 40 Installateuren
Außerhalb Hamms, in West- und Teilen Nordwestdeutschlands, ist der Wechsel auf „High-caloric“-Gas vielfach schon vollzogen. Zur hiesigen Marktraumumstellung hatten die Stadtwerke die Einrichtung eines „Gasbüros“ mit 40 Installateuren und einem eigenen Call-Center angekündigt.
