Gefälschte Briefe
Falsche Steuerbescheide per Post: Diese Merkmale können den Fake entlarven
Landeskriminalamt und Oberfinanzdirektion warnen vor einer fiesen Betrugsmasche. Gefälschte Steuerbescheide landen in den Briefkästen in NRW.
Hamm – Betrüger lassen sich immer wieder neue Maschen einfallen, um ahnungslose Menschen um ihr Geld zu bringen. Haben unlängst in Dortmund selbsternannte Wunderheilerinnen mit Zaubertricks für Aufsehen gesorgt und über 30.000 Euro erbeutet, geht nun die Angst vor gefälschten Steuerbescheiden um. Das Landeskriminalamt (LKA) NRW und die Oberfinanzdirektion verraten, worauf Steuerzahler jetzt unbedingt achten sollten.
Fieser Betrug mit Fake-Steuerbescheid: „Auf den ersten Blick sehr authentisch“
„Bisher sind uns in Nordrhein-Westfalen Einzelfälle bekannt, in denen sich Bürgerinnen und Bürger zu diesem Thema an ihr Finanzamt gewandt haben“, erklärt die Oberfinanzdirektion Nordrhein-Westfalen auf Nachfrage von wa.de. „Erste Informationen hierzu“, so heißt es in der Stellungnahme am Freitag, 18. Oktober, weiter, „haben wir vor einigen Tagen erhalten.“ Die Betrüger gehen dabei offenbar ziemlich akribisch vor. Wer genau hinsieht, kann den Täuschungsversuch aber trotzdem erkennen – bevor ziemlich viel Geld verloren geht:
- Überprüfen Sie die persönlichen Daten wie Steuernummer und Bankverbindung.
- Achten Sie darauf, ob das für Sie zuständige Finanzamt den Brief zugestellt hat.
- Vergewissern Sie sich, dass die Forderung zu ihren Steuerzahlungen passt.
„In den hier bekannt gewordenen Fällen konnten die Briefe als betrügerisch erkannt werden, weil teils die persönlichen Daten (Bankverbindung, Steuernummer etc.) nicht korrekt waren“, teilt das LKA gegenüber wa.de mit. Die Oberfinanzdirektion rät Steuerpflichtigen zudem: „Sollten Bürgerinnen und Bürger einen Bescheid des Finanzamts erhalten, sollten sie stets die im Bescheid genannte Steuernummer mit der ihnen bekannten Steuernummer abgleichen.“ Und weiter heißt es: „Sollte der zugestellte Bescheid nicht von der ‚Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen‘ ausgestellt worden sein, so sollten Bürgerinnen und Bürger in Kontakt mit Ihrem örtlichen Finanzamt treten.“ Parallel empfehle die Oberfinanzdirektion zudem, eine Strafanzeige bei der Polizei zu stellen.
Steuerbescheid im Briefkasten könnte ein Fake sein
Wer also einen Steuerbescheid im Briefkasten findet, sollte unbedingt genau hinschauen. Möglicherweise handelt es sich um einen Fake. „Es ist große Vorsicht geboten, denn die Briefe können auf den ersten Blick sehr authentisch wirken“, erklärt das LKA. Im Zweifel rate die Polizei dazu, über einen offiziellen Weg Kontakt zu der angeblich ausstellenden Behörde aufzunehmen und die Richtigkeit der Briefsendung respektive Forderung zu hinterfragen. „Im Fall eines versuchten Betrugs sollten sich die Empfänger unmittelbar an die Polizei wenden und Anzeige erstatten“, so das LKA.
Die Masche ist grundsätzlich nicht neu. Betrüger waren schon immer kreativ, wenn es darum ging, ihren Opfern das Geld aus der Tasche zu ziehen. „Neben dem Telefon und Messengerdiensten sind in letzter Zeit auch vermehrt Briefsendungen mit betrügerischem Hintergrund aufgefallen. Recht aktuell waren eine große Anzahl von ‚Quishing‘-Versuchen, die als vermeintliche Bankbriefe zugestellt wurden“, erklärt das LKA. Es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis sich die Ermittler mit einer weiteren neuen Betrugsmasche beschäftigen müssen – doch bis dahin gilt: Augen auf beim Steuerbescheid.
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