„Mächtige“ Angriffswelle?

Frist für Trumps Iran-Krieg läuft heute ab – drei Szenarien, wie die Offensive trotzdem weitergeht

Eine Frist für Trumps Iran-Krieg endet heute. Welche militärischen Optionen hat der US-Präsident dann noch – und wie könnte die Strategie der USA weitergehen?

Die Uhr tickt für Donald Trump: Demnächst läuft die gesetzliche Frist ab, innerhalb deren der US-Präsident den Militäreinsatz gegen den Iran ohne Zustimmung des US-Kongresses befehligen darf. Doch das bedeutet für Trump offenbar nicht das Ende der US-Offensive im Nahen Osten. Ausgerechnet an diesem Schicksalstag hält Trump eine Lagebesprechung ab über neue militärische Iran-Optionen.

US-Präsident Donald Trump: Am 1. Mai läuft eine wichtige Frist im Iran-Krieg ab.

Wie das US-Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf zwei Insider berichtet, wird der Kommandeur der Regionalstreitkräfte der USA im Nahen Osten, Admiral Brad Cooper den US-Präsidenten am Donnerstag über mögliche neue Militärpläne unterrichten. Auch der Vorsitzende der Vereinten Stabschefs, General Dan Caine, soll an dem Treffen teilnehmen.

Heute wichtiges Briefing für Trump im Iran-Krieg – startet neue Angriffswelle?

Die Situation erinnert an einen früheren Wendepunkt: Cooper hatte Trump bereits am 26. Februar 2026 gebrieft – zwei Tage bevor die USA und Israel am 28. Februar gemeinsam den Krieg gegen den Iran begannen. Laut Axios habe genau jene Unterrichtung Trumps Kriegsentscheidung maßgeblich beeinflusst.

Laut dem US-Bericht liegen für Donald Trump aktuell drei Optionen auf dem Tisch, wie es militärisch im Krieg mit dem Iran weitergehen könnte:

  1. Eine Angriffswelle auf die Infrastruktur des Iran, um das Land zum Einknicken zu bringen
  2. partielle Übernahme der Straße von Hormus und Öffnung für den Schiffsverkehr
  3. Spezialeinsatz zur Sicherung des angereicherten Urans im Iran.

Trump hat drei Optionen im Iran-Krieg – heute Beratungen über weitere militärische Strategie der USA

Als erste Option hat das Gefechtskommando des US-Verteidigungsministeriums laut Axios einen Plan für eine „kurze und mächtige“ Angriffswelle auf den Iran vorbereitet. Diese würde voraussichtlich die Infrastruktur des Landes ins Visier nehmen. Ziel sei es, den Verhandlungsstillstand mit dem Iran zu durchbrechen und den Iran zu mehr Entgegenkommen in der Nuklearfrage zu bewegen.

Als zweite Option steht die partielle Übernahme der Straße von Hormus im Raum, um den Schiffsverkehr für den Handel wieder zu öffnen. Dieses Szenario könnte laut Axios den Einsatz von Bodentruppen erfordern. Als dritte Möglichkeit wird ein Spezialeinsatz zur Sicherung des angereicherten Urans im Iran diskutiert.

Trump selbst hatte Axios am Mittwoch gesagt, er betrachte die Seeblockade gegen den Iran als „etwas effektiver als die Bombardierung“. Militärische Schritte schließe er aber nicht aus, sollte der Iran nicht einlenken.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Iran-Krieg - Iran
Angriff auf den Iran - Iran
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Frist im Iran-Krieg läuft ab: Trump muss US-Truppen laut Gesetz abziehen

Rechtliche Grundlage für den heutigen Fristablauf im Iran-Krieg ist die sogenannte „War Powers Resolution“, ein Gesetz aus dem Jahr 1973, das infolge des Vietnamkriegs verabschiedet wurde. Es soll die verfassungsrechtliche Gewaltenteilung sichern. Laut dem Gesetz darf der US-Kongress als einziger einen Krieg erklären und finanzieren, während der US-Präsident als Oberbefehlshaber die Truppen führt. Die New York Times fasst es so zusammen: „Präsidenten haben die Kontrolle über die Durchführung von Kriegen, aber sie entscheiden nicht darüber, ob das Land in den Krieg zieht.“

Das Gesetz verpflichtet den Präsidenten, den Kongress binnen 48 Stunden nach Start einer Offensive über Militäreinsätze zu informieren. Trump informierte das Parlament am 2. März 2026 offiziell über seine Militäroperationen im Iran – zwei Tage nach Kriegsbeginn am 28. Februar.

Ohne Zustimmung des US-Kongresses muss Trump den Iran-Krieg nach 60 Tagen beenden

Ohne formelle Zustimmung des US-Kongresses müssen Kampfhandlungen nach 60 Tagen eingestellt werden. So soll verhindert werden, dass die USA in zähe, nicht legitimierte Militäreinsätze hineingezogen werden. Wegen verschiedener Zählweisen ist nicht ganz klar, ob die Frist in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai oder vom 1. auf den 2. Mai endet.

Trump wäre laut Gesetz ab diesem Zeitpunkt gezwungen, seine Truppen aus dem Iran abzuziehen. Zwar besteht aktuell ein Waffenstillstand – der notwendige Truppenabzug gilt aber für die Seestreitkräfte und Schiffe, die für die US-Blockade iranischer Häfen zuständig sind.

Frist läuft heute ab – doch Trump hat mehrere Optionen, den Iran-Krieg fortzusetzen.

Auch nach dem Fristablauf hat Trump jedoch mehrere Möglichkeiten, die Offensive fortzusetzen. Erstens: Das Gesetz sieht eine einmalige 30-Tage-Karenzzeit vor, wenn der US-Präsident eine „unvermeidbare militärische Notwendigkeit“ geltend macht, um die US-Truppen sicher abzuziehen. Kritiker befürchten, dass Trump diese Phase für neue Manöver innerhalb der nächsten vier Wochen nutzen könnte.

Zweitens: Trump könnte eine unmittelbare Bedrohung der nationalen Sicherheit ausrufen und damit Vorrang vor dem Gesetz beanspruchen. Drittens droht ein politisches Patt: Der US-Kongress könnte die Finanzierung des Iran-Krieges stoppen, Trump könnte mit einem Veto reagieren. Um dieses zu überstimmen, bräuchte das Parlament in den USA zwei Drittel der Stimmen. Angesichts der hauchdünnen republikanischen Mehrheit in beiden Kammern gilt das als unwahrscheinlich. Die New York Times rechnet fest damit, dass „Trump und die republikanischen Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat das Gesetz ignorieren werden.“

Trump könnte US-Kongress im Iran-Krieg umgehen – Demokraten wollen klagen

Trump wäre nicht der erste US-Präsident, der den Kongress in einem Militäreinsatz umgeht. Vage Formulierungen sowie viele Ausnahmen und Schlupflöcher im Gesetz machen dies möglich. Bill Clinton setzte 1999 Luftangriffe im Kosovo über die 60-Tage-Frist hinaus fort. Barack Obama argumentierte 2011 beim Einsatz in Libyen, dass die US-Operationen keine anhaltenden Kampfhandlungen darstellten. Diese Entscheidung brachte ihm damals parteiübergreifend Kritik ein.

Die Frage, ob der Iran-Krieg mit oder ohne Kongress weitergeführt werden darf, könnte sich auch in die Gerichtssäle verlagern. Demokraten arbeiten laut der Nachrichtenagentur dpa bereits an Klagen, um die Offensive zu stoppen. (Quellen: Axios, dpa, New York Times) (smu)

Rubriklistenbild: © Matt Rourke/dpa

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