Lage in Nahost

Iran-Krieg: Bundeswehr-Einheiten in Jordanien und Irak geraten unter Beschuss

Deutsche Soldaten werden zu Zielen im Iran-Krieg. Bundeswehr-Stützpunkte in Jordanien und Irak werden beschossen - welche Konsequenzen drohen für Deutschland?

Der Iran-Krieg hat Folgen für deutsche Soldaten im Nahen und Mittleren Osten: Bundeswehr-Einheiten in Jordanien und im Irak sind nach dem US-israelischen Angriff auf den Iran zum Ziel iranischer Vergeltungsschläge geworden. Wie Bild und Tagesspiegel übereinstimmend berichten, feuerten iranische Kräfte seit Samstagmorgen mehrere Raketen und Drohnen auf Militärstützpunkte ab, auf denen auch deutsche Soldaten stationiert sind.

Eine Rauchsäule steigt vor der Skyline von Sharjah City in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf. Der Angriff soll aus dem Iran erfolgt sein.

Betroffen waren nach Informationen des Spiegel eine multinationale Basis in der Nähe des Flughafens in Erbil im kurdischen Nordirak sowie das Bundeswehr-Feldlager al-Azraq im Osten von Jordanien. Alle Geschosse und Drohnen seien durch die Flugabwehr neutralisiert worden, hieß es. Ein US-Soldat wurde durch herabstürzende Trümmer leicht verletzt.

Bundeswehr stellt sich auf Angriffe im Zuge des Iran-Kriegs ein

Laut Bild-Informationen gab es unter den deutschen Soldaten keine Verletzten. Auf Videos aus Erbil waren innerhalb des Stützpunktes ein Feuer und Explosionen zu sehen. Die pro-iranische irakische Miliz Saraya Awliya al-Dam übernahm am Sonntagabend die Verantwortung für den Angriff auf „amerikanische Stützpunkte in Erbil mit einem Schwarm von Drohnen“.

Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran

Haft-e Tir in Teheran
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück.
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm.
Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran

Die Bundeswehr hatte sich bereits vor den amerikanisch-israelischen Luftschlägen, die am frühen Samstagmorgen begannen, auf Vergeltungsangriffe des Iran eingestellt. Vor allem im Norden des Irak, wo die Bundeswehr die Ausbildung der lokalen Sicherheitskräfte der kurdischen Peschmerga unterstützt, wurde das deutsche Personal auf ein absolutes Minimum verkleinert, berichtet Bild. Sobald es eine sichere Möglichkeit gibt, soll auch die Zahl der Soldaten in Jordanien reduziert werden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht in seiner Reaktion auf den Iran-Krieg für die in der Region befindlichen Bundeswehr-Soldaten keine besonders großen Gefahren, die über die ohnehin existierenden Gefährdungen hinausgingen. Das berichtet der Tagesspiegel.

Mullah-Regime übt Vergeltung für Chamenei-Tod

Der Angriff erfolgte als Vergeltung für die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei, wie die Miliz mitteilte. Bei den amerikanisch-israelischen Angriffen wurde das Mullah-Regime offenbar hart getroffen. Berichte widersprechen sich derweil: in denen soll neben Irans Staatsoberhaupt weitere Militärführer und Ex-Präsident Ahmadinedschad getötet worden sein. Die Partei von Ahmadinedschad dementiert das noch (Stand: 1. März, 19.30 Uhr).

US-Präsident Donald Trump hatte am 28. Februar den Befehl zum Großangriff der US-Streitkräfte auf den Iran gegeben. Zahlreiche Ziele in Teheran und weiteren Orten wurden getroffen. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Militärstützpunkte und weitere Ziele. Auch in der Straße von Hormus soll es zu Angriffen gekommen sein. (Verwendete Quellen: Bild, Tagesspiegel, Spiegel) (dil)

Rubriklistenbild: © dpa

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