Aktuelle Lage im Überblick
Krieg im Nahen Osten: Libanon-Waffenruhe bleibt wirkungslos – US-Militär wehrt iranische Angriffe ab
Die Hisbollah-Miliz lehnt die Bedingungen eines neuen Anlaufs für eine Waffenruhe mit Israel ab. Die Kämpfe zwischen dem Iran und den USA gehen weiter.
Ungeachtet einer zwischen der libanesischen Regierung und Israel erneuerten Waffenruhe gehen die Kämpfe im Libanon weiter – die aktuelle Lage im Nahen Osten bleibt angespannt. Die proiranische Hisbollah-Miliz lehnte die in Washington ausgehandelten Bedingungen offen ab und beschoss erneut israelische Truppen im Südlibanon. Israel reagierte mit Luftangriffen auf Infrastruktur der Schiiten-Miliz. Ein israelischer Soldat wurde dabei getötet, wie die israelische Armee mitteilte. Parallel eskaliert der Konflikt zwischen den USA und dem Iran – sowohl auf dem Schlachtfeld als auch in den sozialen Medien.
Hisbollah-Chef Naim Kassim wies die Vereinbarung zwischen Beirut und Tel Aviv in einer im libanesischen Fernsehen verlesenen Erklärung scharf zurück. Die Waffenruhe-Bedingungen liefen auf eine „Kapitulation“ hinaus, wenn die Hisbollah ihre Angriffe einstellen müsse, während Israel weiterbombardiert. „Das angekündigte Abkommen ist ein Fahrplan zur Zerstörung eines Teils des libanesischen Volkes und zur Unterwerfung des übrigen Teils“, hieß es in der Erklärung zur Waffenruhe im aktuellen Krieg im Nahen Osten.
Krieg im Nahen Osten: Waffenruhe im Libanon bleibt brüchig
Für die Hisbollah ist besonders die Forderung nach einer Entwaffnung als Teil der gegenwärtigen Waffenruhe ein Kritikpunkt. Die libanesische Regierung, die das Abkommen ausgehandelt hatte, ist formal keine Konfliktpartei und hat nur begrenzten Einfluss auf die Miliz, die an den Gesprächen über ein Ende des Kriegs im Nahen Osten nicht beteiligt war.
Die Vereinbarung sieht vor, dass die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel einstellt und sich aus Gebieten südlich des Litani-Flusses zurückzieht – einem Gebiet, das stellenweise bis zu 30 Kilometer nördlich der israelischen Grenze liegt. Im Südlibanon sollen Sicherheitszonen eingerichtet werden, in denen ausschließlich reguläre libanesische Streitkräfte die Kontrolle ausüben. Wie dies praktisch durchgesetzt werden soll, bleibt jedoch offen. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte laut der Times of Israel, das Militär werde seine Einsätze im Libanon vorerst fortsetzen.
Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg




US-Präsident Donald Trump äußerte sich am Donnerstag im Weißen Haus mit Blick auf den aktuellen Krieg im Nahen Osten verhalten optimistisch. Die Hisbollah habe mit ihm gesprochen und die Waffenruhe nicht zurückgewiesen. „Sie sagten: ‚Wie wäre es, aufzuhören?‘“, so Trump, der andeutete, er rechne mit Fortschritten bei der Beendigung der Kämpfe. „Es wäre wirklich schön, wenn der Libanon etwas Frieden haben könnte“, sagte er. Trumps Einschätzung steht damit in direktem Widerspruch zu Kassims öffentlicher Ablehnung.
Aktuelle Lage im Nahen Osten: Kämpfe zwischen Hisbollah im Libanon und Israel gehen weiter
Auf dem Boden setzt sich die Gewalt im Nahen Osten unterdessen fort. Nach Angaben der libanesischen Nationalen Nachrichtenagentur (NNA) tötete ein israelischer Luftangriff auf ein Gebäude in der Stadt Doueir im Bezirk Nabatieh eine Person und verletzte eine weitere. Bei einem separaten Drohnenangriff auf der Straße bei Habboush wurde ebenfalls eine Person verletzt. Israelische Kampfflugzeuge feuerten zudem vier Raketen in der Nähe des Jabal-Amel-Krankenhauses in Tyros ab – zwölf Menschen wurden verletzt, ein Bankgebäude zerstört.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Nahost-Krieg. Die Angaben zu dem Konflikt im Iran, in Israel und der restlichen Golfregion lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Iran-Krieg: Trump gibt sich mit Blick auf Verhandlungen optimistisch
Eingebettet ist der Libanon-Konflikt in die breitere Konfrontation zwischen den USA und dem Iran. Teheran, das die Hisbollah bewaffnet und finanziert, betrachtet die Kämpfe im Libanon als Verstoß gegen die Waffenruhe zwischen Washington und Teheran. Die Verhandlungen zur Beendigung des US-Iran-Krieges stocken. Trump erklärte, er wäre grundsätzlich offen für ein Treffen mit Irans neuem Obersten Führer – sofern es eine Einigung gebe. Auf die Frage, ob ein solches Treffen in den USA stattfinden könnte, antwortete er: „Ich habe darüber noch nicht wirklich viel gehört.“
Der Iran-Krieg hat auch wirtschaftliche Folgen: Laut dem Schifffahrtsfachblatt Lloyd’s List brachen die Rohölexporte des Iran im Mai um 84 Prozent gegenüber dem Vormonat ein – und lagen 87 Prozent unter dem Zwölfmonatsdurchschnitt bis Ende April. Seit dem 13. April setzen US-Seestreitkräfte eine Blockade iranischer Häfen durch. Iran weicht demnach auf kleinere Tanker aus, da sehr große Rohöltanker (VLCC) ein höheres Abfangrisiko tragen.
Lage im Iran-Krieg eskaliert weiter: Neue Kämpfe gemeldet
In der Nacht eskalierte der militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran erneut. Das US-Regionalkommando Centcom teilte auf X mit, einen größeren iranischen Angriff auf Ziele in der Golfregion erfolgreich abgewehrt zu haben – mehrere ballistische Raketen und Drohnen seien abgefangen worden. Als Reaktion führten US-Streitkräfte nach eigenen Angaben „Selbstverteidigungsschläge“ auf eine iranische Militäreinrichtung auf der Insel Qeschm in der Straße von Hormus durch.
Ein iranischer Militärsprecher bestätigte auf X Vergeltungsschläge der Revolutionsgarden: „dass jede Aggression eine andere und entschiedenere Reaktion nach sich ziehen würde, und wir haben diese auch umgesetzt. Diese Reaktionen sollten eine Lehre sein“, hieß es. Jede Bedrohung der Sicherheit der Straße von Hormus werde das US-Militär „teuer zu stehen kommen“, warnte er.
Den verbalen Schlagabtausch zwischen Washington und Teheran tragen inzwischen auch ranghohe Vertreter beider Seiten auf der Plattform X aus. Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Nationalen Sicherheits- und Außenpolitikausschusses des iranischen Parlaments, und Dan Scavino, stellvertretender Stabschef im Weißen Haus, lieferten sich über mehrere Tage hinweg einen öffentlichen Wortgefecht. Azizi veröffentlichte ein Bild eines Raketentests mit der Bildunterschrift: „Wir werden sehen, was passiert!“ Scavino konterte spöttisch mit einem KI-Vergleich. Azizi antwortete: „Ist die Evakuierung von fast 9000 Amerikanern und die Zerstörung eurer Militärbasen in der Region auch KI?“ (Quellen: dpa, afp, Al Jazeera, Times of Israel) (fbu)
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