Kanzler eröffnet Siko
Merz bei Münchner SiKo: Kanzler wendet sich direkt an Trump-Team – Applaus für „unbequeme Wahrheit“
Heute beginnt die 62. Münchner Sicherheitskonferenz. Kanzler Friedrich Merz wird die Veranstaltung mit einer Rede eröffnen. Alle Infos in unserem Live-Ticker.
Update, 14:29 Uhr: Der Kanzler beendet seine Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz mit versöhnlichen Tönen. Als Deutsche werde man den Vereinigten Staaten auf ewig dankbar sein. Auf dem Fundament, welches nach dem Zweiten Weltkrieg entstand, „ist unsere NATO zum stärksten politischen Bündnis der Geschichte geworden“. Dieser Idee bleibe man treu. „Mit aller Kraft und Leidenschaft, mit Anstand und Solidarität, mit Kreativität und Mut übertragen wir sie in diese neue Zeit, damit diese Zeit nicht finster wird, sondern eine gute Zeit – für uns, aber vor allem für unsere Kinder und Enkelkinder.“
Merz-Rede auf Münchner Sicherheitskonferenz: Lauter Applaus für den Bundeskanzler
Update, 14:23 Uhr: Merz wechselt auf Englisch und fasst den letzten Teil noch einmal für die US-amerikanischen Partner zusammen. Dann sagt er, wieder auf Deutsch: „Niemand hat uns in die übermäßige Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten gezwungen, in der wir uns zuletzt befunden haben. Diese Unmündigkeit war selbstverschuldet. Aber diesen Zstand lassen wir jetzt hinter uns, lieber heute als morgen.“
Lauten Applaus gibt es anschließend für Friedrich Merz, als der Kanzler auf Grönland zu sprechen kommt und erklärt, dass man unter Partnern streiten kann, aber dies stets „mit neuer Stärke, neuer Achtung und Selbstachtung“ tun muss.
Update, 14:19 Uhr: Erster Zwischen-Applaus für Friedrich Merz, der in seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz nun die USA ins Visier nimmt: „Lassen Sie mich mit der unbequemen Wahrheit beginnen: Zwischen Europa und den Vereinigten Staaten hat sich eine Kluft aufgetan.“ Er nimmt Bezug auf den letztjährigen Auftritt von Trump-Vize JD Vance und sagt: „Der Kulturkampf der MAGA-Bewegung ist nicht unserer. Die Freiheit des Wortes endet hier bei uns, wenn sich dieses Wort gegen Menschenwürde und Grundgesetz wendet. Wir glauben nicht an Zölle und Protektionismus, sondern an freien Handel.“
Münchner Sicherheitskonferenz: Merz beschwört starkes und vereintes Europa
Update, 14:13 Uhr: In seiner Rede betont Merz weiter die gemeinsame Stärke Europas: „Ein souveränes Europa ist unsere beste Antwort auf die neue Zeit. Europa zu einen und zu stärken ist heute unsere vornehmste Aufgabe. Unser Europa muss sich auf das Wesentliche konzentrieren, auf Wahrung und Mehrung unserer Freiheit, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.“
Dann erinnert der Kanzler an Artikel 42 des Vertrags über die Europäische Union: Man habe sich verpflichtet, „einander im Fall eines bewaffneten Angriffs beizustehen“. Dies sei kein „Ersatz für die NATO, sondern ein selbstragender, starker Pfeiler des Bündnisses“. Weiter betont Merz: „Wir wissen: Auf Dauer haben wir nur Erfolg, wenn wir die anderen Europäer mitnehmen. Wir tun es. Für uns Deutsche führt daran kein Weg vorbei: Wir sind die Mitte Europas. Zerreißt Europa, zerreißen wir“.
Von Adenauer bis Merz: Die Kanzler der Bundesrepublik




Merz auf Münchner Sicherheitskonferenz: USA als Partner für Europa unverzichtbar
Update, 14:09 Uhr: Auf der Münchner Sicherheitskonferenz spricht Friedrich Merz jetzt über Ziele und Möglichkeiten. Die deutsche Außenpolitik habe in den letzten Jahrzehnten „einen normativen Überschuss“ gehabt. Deutschland habe „oft gemahnt, gefordert und gemaßregelt“, nun wolle man der Wirklichkeit „besser gerecht“ werden.
„Ein Schlaglicht: Das Bruttoinlandsprodukt Russlands beläuft sich auf etwa zwei Billionen Euro. Das der Europäischen Union ist fast zehnmal so hoch. Und doch ist Europa heute nicht zehnmal so stark wie Russland“, sagt der Kanzler. Das europäische Potenzial müsse endlich ausgeschöpft werden, sowohl „militärisch, politisch, wirtschaftlich und technologisch“.
Auf die USA als Partner könne man jedoch nicht verzichten. Rufe nach einer Abkehr „blenden harte geopolitische Realitäten in Europa aus“. Doch „es wird nicht genügen, möglichst klug auf die Manöver und Launen der Großen zu reagieren. Deshalb setzen wir in dieser Zeit der Anfechtung unsere eigene Agenda. Wir besinnen uns auf uns selbst“, sagt Merz in seiner Rede. Und weiter: „Großmachtpolitik in Europa ist für Deutschland keine Option“, doch „unsere Freiheit behaupten wir mit unseren Nachbarn, Verbündeten und Partnern“.
Update, 14:00 Uhr: „China erhebt globalen Gestaltungsanspruch”, sagt Merz. Peking nutze „Abhängigkeiten anderer” systematisch aus und könne den USA schon bald militärisch Konkurrenz machen. Der Kanzler kritisiert die „Großmachtpolitik” und warnt: „Das ist ein gefährliches Spiel, zuerst für die Kleinen, später aber auch für die Großen selbst.”
Merz blickt in die USA, Washington habe das erkannt und ziehe mit seiner Nationalen Sicherheitsstrategie nun „radikale Konsequenzen”. Europas Aufgabe sei es jetzt, die neue Realität anzuerkennen und die Welt mitzugestalten. „So werden wir dem rauen Wind trotzen und unsere Freiheit bewahren. Wir werden neue Türen aufstoßen, neue Chancen ergreifen und, wenn wir es richtig machen, gestärkt aus dieser Probe hervorgehen”, so der Kanzler in seiner Siko-Rede.
Merz beginnt mit Rede auf Münchner Sicherheitskonferenz
Update vom 13. Februar, 13:54 Uhr: Friedrich Merz eröffnet die Münchner Sicherheitskonferenz mit seiner Rede. Der Bundeskanzler bezeichnet die Siko zu Beginn als „Seismograph der politischen Lage“ und verweist auf die transatlantischen Beziehungen. Früher, so Merz, „bin ich vor allem hierhergekommen, um die Beziehungen zu unseren amerikanischen Freunden zu pflegen“. Außen- und Sicherheitspolitik seien schon immer bedeutend für ihn gewesen. Doch seit einigen Jahren herrsche im Saal eine angespannte Stimmung.
Dann kommt Merz in seiner Rede auf den Ukraine-Krieg zu sprechen. „Wir müssen reden, dringend“, sagt der Kanzler – auch auf Englisch. Internationale Ordnung, wie wir sie kennen, existiere nicht mehr. „Wir haben die Schwelle in eine Zeit überschritten, die einmal mehr offen von Macht und Großmachtpolitik geprägt ist. Russlands gewalttätiger Revisionismus, sein brutaler Krieg gegen die Ukraine, ist nur ihr grellster Ausdruck“, der Kanzler.
Merz-Rede auf Münchner Sicherheitskonferenz: Grundsatzrede eröffnet Siko 2026
Erstmeldung vom 13. Februar: Am Freitag (13. Februar) beginnt die 62. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) – und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird sie mit einer Grundsatzrede eröffnen. Die Hürden könnten derzeit kaum höher sein: Ukraine-Krieg, transatlantische Beziehungskrise und eine fragwürdige europäische Verteidigungsfähigkeit. Als Gastgeber will Merz jetzt ein Zeichen nach außen setzen.
Für den Kanzler ist es sowohl eine Gelegenheit, seine sicherheits‑ und außenpolitischen Leitlinien vor einem internationalen Publikum zu präsentieren, als auch die internationalen Partner zusammenschweißen. Ähnliches gelang Kanadas Premier Mark Carney mit einer vielbachteten Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.
Münchner Sicherheitskonferenz live: Merz hält heute die Rede zur Eröffnung
Friedrich Merz‘ Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz wird ab 13:45 Uhr erwartet. Der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet aus dem Hotel Bayerischer Hof und übeträgt die Kanzler-Rede live.
Die Münchner Sicherheitskonferenz gilt als eines der wichtigsten internationalen Foren für Außen‑ und Sicherheitspolitik. Sie versammelt jedes Jahr Staats‑ und Regierungschefs, Minister, Experten und Vertreter internationaler Organisationen. Insgesamt werden zur 62. Auflage der Münchner Sicherheitskonferenz mehr als tausend Teilnehmer aus etwa 120 Staaten im Hotel Bayerischer Hof erwartet. MSC-Vorsitzendem Wolfgng Ischinger zufolge werden mehr als 60 Staats- und Regierungschefs, dutzende Außen- und Verteidigungsminister sowie die Spitzenvertreter von mehr als 40 internationalen Organisationen an der Konferenz teilnehmen.
Merz-Rede auf Siko 2026: Auch Trump-Gegner zu Gast
Ein zentrales Thema ist auch in diesem Jahr der Ukraine-Krieg. Die Veranstalter rechnen mit der Teilnahme des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an der Siko 2026. Breiten Raum dürften auch Debatten über die europäische Verteidigungspolitik und die Krise der transatlantischen Beziehungen einnehmen. Die Abkehr der US-Regierung unter Präsident Donald Trump von den traditionellen Verbündeten in Europa ließ Rufe nach einer stärkeren Eigenständigkeit der Europäer in Verteidigungsfragen lauter werden. Hier dürfte Friedrich Merz in seiner Rede ansetzen.
Anstelle von Trumps Vize JD Vance wird diesmal Außenminister Rubio an der MSC teilnehmen. Doch auch prominente Widersacher Trumps, unter ihnen die demokratischen Gouverneure Gavin Newsom und Gretchen Whitmer sowie die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, sind demnach dabei. Es sei ein „gutes Zeichen“, dass so viele Angeordnete und Senatoren aus den USA zur MSC anreisen, sagte der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Metin Hakverdi (SPD), der Nachrichtenagentur AFP.
Auch über den Iran und den Gaza-Konflikt wird auf der Konferenz beraten werden. Nach Angaben aus MSC-Kreisen reist der iranische Exil-Oppositionelle Reza Pahlavi nach München, wo für Freitag und Samstag Proteste von Gegnern des Mullah-Regimes in Teheran angekündigt sind. (Quellen: AFP, Bundeskanzleramt, BR, dpa) (nak)
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