Midterm-Desaster droht

„Wir sind erledigt“: Trumps Umfrage-Tiefflug wird gefährlich für Republikaner

Sechs Monate vor den Midterms häufen sich die Warnsignale für die Republikaner: Sinkende Umfragewerte des US-Präsidenten stellen die Partei vor eine Bewährungsprobe.

Im Weißen Haus wird die aktuelle politische Lage zwar besprochen, öffentlich stehen jedoch vor allem wirtschaftliche Entwicklungen im Mittelpunkt. Die Benzinpreise liegen auf dem höchsten Stand seit vier Jahren, gleichzeitig ist die Inflation so stark gestiegen wie seit fast drei Jahren nicht mehr.

Neue Umfragen zeigen erneut sinkende Zustimmung für Donald Trump.

Auch der Iran-Krieg, der länger andauert und teurer ist als erwartet, wirkt sich auf die Gesamtsituation aus. Parallel dazu sind die Zustimmungswerte des US-Präsidenten in den vergangenen Wochen weiter gesunken. Sechs Monate vor den sogenannten Midterm-Wahlen, die in den USA traditionell als wichtiger Stimmungstest gelten, stellt sich für die Republikanische Partei die Frage nach den Aussichten auf die Mehrheit im Repräsentantenhaus.

Trump-Zustimmungswerte sinken – niedrigster Wert der zweiten Amtszeit

Ein hochrangiger Mitarbeiter des Weißen Hauses hat sie intern bereits beantwortet. Gegenüber MS NOW sagte er, unter der Bedingung der Anonymität: „Die Stimmung ist gerade so, dass wir wissen: Wir sind bei den Midterms schon erledigt.“ Mehr als ein Dutzend republikanische Strategen, Abgeordnete und Mitarbeiter des Weißen Hauses äußerten sich gegenüber MS NOW in ähnlicher Richtung. Was sie eint: die Befürchtung, die hauchdünne Mehrheit im Repräsentantenhaus zu verlieren.

Als Donald Trump im Januar 2025 seine zweite Amtszeit begann, lag seine Zustimmungsrate laut dem Aggregator RealClearPolling noch über 50 Prozent. Seitdem ist sie insgesamt deutlich zurückgegangen. Bis Ende April 2026 fiel sie auf rund 40 Prozent, während der Anteil der Ablehnung im gleichen Zeitraum von 44 auf 57 Prozent stieg. Das entspricht einem Anstieg der Ablehnung um 13 Prozentpunkte innerhalb von gut einem Jahr. Grundlage der Angaben ist eine Analyse der Brookings Institution vom 28. April 2026.

Donald Trumps Skandale, Fehltritte und Eklats in der Übersicht

Donald Trump als Moderator von The Apprentice, einer Reality-TV-Serie in den USA
Donald Trump und Ivana Trump in den späten 1980er Jahren.
Donald Trump und Marla Maples bei ihrer Hochzeit im Dezember 1993
Donald Trump und Melania Trump gemeinsam in New York
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Auch weitere Umfragen bestätigen diesen Trend. Eine Erhebung von Reuters/Ipsos vom 28. April 2026 sieht Donald Trump bei nur noch 34 Prozent Zustimmung – dem niedrigsten Wert seiner zweiten Amtszeit, wie USA Today berichtete.

Flut an negativen Umfragen für Trump: Massive Rückgänge auch bei unabhängigen Wählern

Auch die New York Times registrierte erstmals einen Rückgang der Zustimmungswerte unter die 40-Prozent-Marke, zugleich wurde dort der bislang höchste Wert an Ablehnung in seiner zweiten Amtszeit gemessen. Newsweek berichtete am 29. April 2026 zudem, dass sich Donald Trumps sogenanntes Net-Rating von minus 10 im April 2025 auf minus 17 im April 2026 verschlechtert hat – der schwächste Wert der gesamten Messreihe.

Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die politisch unabhängigen Wähler, die in vielen sogenannten Swing States als entscheidend für den Wahlausgang gelten. Ihre Zustimmung zu Donald Trump liegt laut New York Times aktuell bei 28 Prozent, nachdem sie zu Beginn seiner Amtszeit noch bei 39 Prozent lag. Das entspricht einem Rückgang um elf Prozentpunkte innerhalb von gut einem Jahr.

Neue Auswertung zeigt unterschiedliche Zustimmungswerte für Trumps Politikbereiche

Hinter den allgemeinen Zustimmungswerten zeigt sich ein differenziertes Bild der Bewertung einzelner Politikbereiche. Eine Auswertung der Brookings Institution auf Grundlage mehrerer Umfragen aus der zweiten Aprilhälfte 2026 weist für die Sachpolitik von Donald Trump in mehreren zentralen Feldern vergleichsweise niedrige Zustimmungswerte aus.

Für Inflation und Preise liegt die Zustimmung bei 30 Prozent, für die Gesundheitsversorgung bei 29 Prozent und für die Gesamtwirtschaft bei 37 Prozent. Bei Zöllen werden 38 Prozent erreicht, beim Iran-Krieg 41 Prozent. Höhere Werte ergeben sich für die Themen Immigration mit 45 Prozent sowie Kriminalität mit 46 Prozent. Damit liegt die Zustimmung nur in diesen beiden Politikfeldern über der Marke von 40 Prozent. Beide Themen zählen zu den klassischen Schwerpunkten seiner politischen Basis.

USA: Iran-Konflikt treibt Energiepreise und Inflation – wirtschaftliche Unsicherheit nimmt zu

Im Frühjahr 2026 wird die innenpolitische Debatte in den USA maßgeblich durch den Iran-Krieg geprägt. Die gemeinsamen amerikanisch-israelischen Luftangriffe haben die Energiemärkte spürbar beeinflusst. Laut ABC News erreichten die US-Benzinpreise dadurch ein Vier-Jahres-Hoch.

Nach Angaben von Reuters ist die jährliche Inflationsrate in den USA auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren gestiegen. Gleichzeitig schätzt das Rezessionsmodell von Moody’s die Wahrscheinlichkeit einer wirtschaftlichen Abschwächung in den kommenden zwölf Monaten auf nahezu 50 Prozent, wie MS NOW berichtet. Der Guardian verweist zudem auf mehrere Umfragen, denen zufolge die Zustimmung zu Donald Trump im Umgang mit Wirtschaft, Migration und dem Iran-Konflikt zurückgegangen ist.

Die Midterm Elections am 3. November 2026 gelten in den USA traditionell als politische Standortbestimmung für den amtierenden Präsidenten. Nach Angaben der Brookings Institution verliert die Partei des Präsidenten dabei im Durchschnitt rund 27 Sitze im Repräsentantenhaus. Für Donald Trump ist die Ausgangslage besonders eng: Die Republikaner verfügen im Repräsentantenhaus nur über eine knappe Mehrheit. (Quellen: MS NOW, Brookings Institution, USA Today, New York Times, Newsweek, The Guardian, ABC News, Reuters) (jal)

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