Post vom Bund

Neues Wehrdienstgesetz in Kraft: Pistorius gibt Befehl aus – geschlossene Unterstützung gefordert

Pistorius stimmt die Soldaten auf den neuen Wehrdienst ein. Er fordert gemeinsames Anpacken: „Wer junge Menschen gewinnen will, muss sie ernst nehmen.“

Berlin – Das neue Wehrdienstgesetz spaltete lange die schwarz-rote Koalition um Kanzler Friedrich Merz (CDU). Was für die einen zu wenig Pflicht (Union), war für die anderen bereits an der Schmerzgrenze (SPD). Letztlich einigte man sich auf ein Mischmodell: Es sieht eine verpflichtende Musterung junger Männer und die Wiedereinführung der Wehrerfassung vor. Das Prinzip der Freiwilligkeit gilt jedoch weiter.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit einem Apell an die Truppe. (Archivbild)

Aber wie kommt das beim Volk an? Verteidigungsminister Boris Pistorius sucht nach Unterstützung. Entsprechend fordert er die Männer und Frauen der Bundeswehr zu geschlossener Unterstützung auf. Das Vorhaben sei entscheidend für die Einsatzbereitschaft, den Aufwuchs und die Durchhaltefähigkeit der Streitkräfte, schrieb der SPD-Politiker gemeinsam mit dem Generalinspekteur Carsten Breuer an die Truppe. 

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„Er ist ein zentraler Baustein für die Zukunftsfähigkeit unserer Bundeswehr und für die Sicherheit unseres Landes“, heißt es in dem Tagesbefehl, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Das Gesetz für den neuen Wehrdienst ist am 1. Januar in Kraft getreten. So soll die stehende Truppe von zuletzt mehr als 180.000 Männern und Frauen um 80.000 auf 260.000 aktive Soldaten wachsen. Zudem soll es 200.000 Männer und Frauen in der Reserve geben.

„700.000 Frauen und Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008 erhalten in diesen Tagen einen Fragebogen“, schreiben Pistorius und Breuer. Der Fragebogen solle Eignung und Bereitschaft für den neuen Wehrdienst erfassen. „Bereits in den darauffolgenden Monaten werden die ersten Freiwilligen ihren Dienst antreten“, heißt es in dem Tagesbefehl weiter.  Die gemeinsame Aufgabe sei: aufnehmen, ausbilden, einbinden. Der Erfolg des Wehrdienstes werde sich nicht auf dem Papier, sondern im Alltag der Truppe entscheiden. „Wer junge Menschen gewinnen will, muss sie ernst nehmen. Wer Leistung fordert, muss Sinn vermitteln“, lautet die Aufforderung. 

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Der Dienst solle interessant und fordernd gestaltet werden – und so, dass sich viele Wehrdienstleistende länger verpflichten. „Der neue Wehrdienst braucht eine Bundeswehr, die geschlossen hinter ihm steht“, schreiben Pistorius und Breuer. 

Sie verweisen auch darauf, dass einige Voraussetzungen dafür vielerorts erst noch geschaffen werden müssen: „Wir brauchen mehr Infrastruktur, mehr Ausrüstung, zusätzliche Unterkünfte und leistungsfähige Musterungszentren. All das treiben wir bereits seit Monaten voran und werden es weiter tun, um den Neuen Wehrdienst auf ein belastbares und attraktives Fundament zu stellen.“

Ab Januar kommt Post von der Bundeswehr 

Mit dem neuen Wehrdienst wird auch eine Wehrerfassung wieder eingeführt. Alle Männer und Frauen, die vom 1. Januar an volljährig werden, erhalten in einem ersten Schritt den Fragebogen, um Eignung und ihre Motivation für die Bundeswehr zu erheben. Junge Männer müssen diesen verpflichtend ausfüllen, denn nach dem Grundgesetz ist eine Wehrpflicht nur für Männer möglich. Junge Frauen können den Fragebogen freiwillig abgeben. Die Bundeswehr versucht seit Jahren, den Anteil von Frauen in den Streitkräften zu erhöhen. (Quelle: dpa, eigene Recherche) (ktho)

Rubriklistenbild: © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

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