Lage im Ticker

Ukraine-Krieg aktuell: Staatsbürger als „Kanonenfutter“ an Ukraine-Front missbraucht – Kenia will handeln

Aktuelle News zum Ukraine-Krieg im Ticker: Russland bereitet eine neue Offensive vor, die Verluste steigen. Putins Minister beharrt auf die eigenen Maximalforderungen.

Dieser News-Ticker ist beendet. Die weiteren Entwicklungen in unserem neuen News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update, 11. Februar, 5:47 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf die Stadt Bohoduchiw westlich von Charkiw sind vier Menschen getötet worden, darunter drei Kleinkinder. Das teilte der Gouverneur der Region, Oleh Syniehubow, über Telegram mit.

Neben den drei kleinen Kindern kam auch ein 34-jähriger Mann ums Leben, wie Reuters berichtet. Eine 74-jährige Frau wurde bei dem Angriff verletzt. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben liegt zunächst nicht vor, eine russische Stellungnahme ebenfalls nicht.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj will Flugabwehr umstrukturieren

Update, 22:02 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat Veränderungen bei der Organisation der Flugabwehr angekündigt. „In einigen Regionen wird die Arbeitsweise der Teams komplett umstrukturiert“, das betreffe Abfangjäger, mobile Feuergruppen und den gesamten Komplex der lokalen Flugabwehr, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Entsprechende Anordnungen seien bei einer Beratung mit der Militärführung getroffen worden.

Die Ukraine leidet schwer unter den anhaltenden russischen Drohnen- und Raketenangriffen. Mitten im Winter bei tiefstem Frost ist die Strom- und Wärmeversorgung vieler Städte im Land massiv beeinträchtigt. Millionen Ukrainer müssen täglich stundenlang ohne Heizung und Strom auskommen. 

Update, 20:12 Uhr: Kenias Vize-Außenminister hat Moskau vorgeworfen, kenianische Staatsbürger nach Russland zu locken und als „Kanonenfutter“ an die ukrainische Front zu schicken. „Diese Menschen werden als Kanonenfutter an der Front missbraucht“, sagte der kenianische Vize-Außenminister Korir Sing‘Oei der Nachrichtenagentur AFP. Außenminister Musalia Mudavadi kündigte am Dienstag an, im nächsten Monat nach Moskau zu reisen, um „diesem Vorgehen Einhalt zu gebieten“.

Er werde sich auch für die Freilassung von in der Ukraine inhaftierten Kenianern einsetzen und den Zustand der im Krankenhaus behandelten Staatsbürger überprüfen, sagte Mudavadi. Dem Minister zufolge wurden in den vergangenen zwei Monaten mehr als 30 Kenianer aus Russland evakuiert. Skrupellose Anwerbe-Agenturen in dem ostafrikanischen Land wurden demnach geschlossen.

Ukraine-Krieg aktuell: Lawrow pocht in Propaganda-Rede auf Maximalforderungen Russlands

Update, 18:24 Uhr: Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat vor Diplomaten die territorialen Maximalforderungen Moskaus an die Ukraine bekräftigt. „Das Volk der Krim, des Donbass und Neurusslands hat in Referenden seinen Willen bekundet“, sagte er in Moskau, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. „Wir werden den Prozess der Rückkehr dieser traditionell russischen Gebiete in die Heimat vollenden.“

Die sprachlichen, kulturellen und religiösen Rechte ethnischer Russen, die unter der Herrschaft Kiews bleiben, müssten wiederhergestellt werden, forderte Lawrow in seiner Ansprache zum Tag des Diplomaten. Die Grundursache des Konflikts, wie er den Ukraine-Krieg nannte, müsse bereinigt werden: „die Beseitigung der militärischen Bedrohungen für die nationale Sicherheit Russlands, die von der Ukraine ausgehen“, behauptete der Außenminister. 

Die Lage an der Front bei Pokrowsk ist weiter angespannt. Die Ukraine weist russische Darstellungen einer Einnahme zurück. (Symbolbild)

Ukraine-Krieg aktuell: Mutter und Tochter sterben bei russischem Bombenangriff

Update, 16:22 Uhr: Durch einen Bombenangriff Russlands auf die ostukrainische Stadt Slowjansk sind nach Behördenangaben eine Frau und deren elfjährige Tochter getötet worden. Weitere 14 Personen seien verletzt worden, teilte der ukrainische Gouverneur für das Gebiet Donezk, Wadym Filaschkin, auf Telegram mit. 

Vor dem Ukraine-Krieg hatte Slowjansk 105.000 Einwohner. Es ist eine der Städte im Industrierevier Donbass, deren Räumung Russland verlangt, die die Ukraine aber unbedingt verteidigen will.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Ukraine-Krieg aktuell: Macron will neuen Putin-Vorstoß wagen

Update, 14:07 Uhr: Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ist überzeugt, dass Europa bei der Suche nach einer friedlichen Lösung des Ukrainekonflikts den direkten Gesprächsfaden mit Kremlchef Wladimir Putin wieder aufnehmen muss. Die Verhandlungen mit Russland dürften nicht den Amerikanern überlassen werden, betonte Macron in einem Interview mit mehreren europäischen Medien, unter anderem der Süddeutschen Zeitung und Le Monde.

„Es muss möglich sein, den Dialog mit Russland wieder aufzunehmen. Warum? Weil an dem Tag, an dem wir Frieden haben, dieser Frieden auch Europa betreffen wird“, sagte Macron. „Wir haben die Diskussionskanäle auf einer technischen Ebene wiederhergestellt.“ Europa brauche einen strukturierten gemeinsamen Ansatz. Auf die Frage, ob er selbst derjenige sein wolle, der mit Putin spricht, entgegnete Macron, es dürfe nicht zu viele Gesprächspartner geben.

Update, 13:04 Uhr: Russische Streitkräfte haben ihre Offensive im Ukraine-Krieg vorangetrieben und weitere Gebiete in den Oblasten Donezk und Saporischschja erobert. Besonders an der Front bei Huljaipole im Bezirk Polohy der Oblast Saporischschja sowie im Dorf Sakitne im Bezirk Kramatorsk der Oblast Donezk konnten die Angreifer Gelände gewinnen, meldet die Pravda. Laut dem ukrainischen Militäranalystenteam DeepState verzeichnete der Generalstab der Ukraine allein an der Huljaipole-Front 21 russische Angriffe binnen 24 Stunden. Die Attacken richteten sich gegen Huljaipole selbst sowie gegen die Siedlungen Prywilne, Uspeniwka, Slahoda, Dobropillja, Salisnytschne, Selene, Sahirne und Swjatopetriw.

Ende vom Ukraine-Krieg: Lawrow sieht Verhandlungen in weite Ferne gerückt

Update, 11:06 Uhr: Russlands Chefdiplomat Sergej Lawrow erklärte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur RIA, dass der Druck von US-Präsident Donald Trump auf Europa und die Ukraine kein Anlass zur Freude sei, da Friedensverhandlungen zum Ukraine-Konflikt noch in weiter Ferne lägen. Diese Aussagen, die nur wenige Tage nach den Gesprächen in Abu Dhabi fielen – von den USA, der Ukraine und Russland gleichermaßen als schwierig, aber konstruktiv eingestuft –, deuten darauf hin, dass eine abschließende Vereinbarung über das Ende des Ukraine-Kriegs äußerst kompliziert werden dürfte.

Moskau hält weiterhin an seinen weitreichenden Maximalforderungen fest, darunter territoriale Ansprüche auf die Kontrolle über die ostukrainischen Gebiete. Ebenso lehnt der Kreml nach wie vor einen NATO-Beitritt der Ukraine sowie die Stationierung westlicher Soldaten als Teil möglicher Sicherheitsgarantien ab.

Verluste im Ukraine-Krieg: Putin gerät zunehmend unter Druck

Update, 10:20 Uhr: Wie die Financial Times unter Berufung auf ukrainische und westliche Regierungsvertreter sowie Militärexperten berichtet, sind die Verluste der russischen Streitkräfte im Konflikt mit der Ukraine erheblich gestiegen. Dies erschwert es Moskau zunehmend, die von Präsident Wladimir Putin vorgegebenen Kriegsziele umzusetzen. Michael Kofman, ein führender Experte der Carnegie-Stiftung für Internationalen Frieden, sieht in der gegenwärtigen russischen Kriegsführung ein Hindernis für substanzielle Fortschritte auf dem Schlachtfeld.

„Putin setzt darauf, dass der anhaltende Druck an einer breiten Front letztendlich zum Zusammenbruch der ukrainischen Seite führen wird. Doch die Art und Weise, wie die russischen Streitkräfte kämpfen, wird schlichtweg nicht zu bedeutenden operativen Durchbrüchen führen“, so Kofman.

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Kompanie bei Pokrowsk-Schlacht ausgelöscht

Erstmeldung: Kiew/Moskau – Die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg wird gegenwärtig durch Entwicklungen um Pokrowsk dominiert. Laut eigenen Angaben ist es der Ukraine gelungen, einen großangelegten Durchbruchsversuch durch Russland abzuwehren. Die Kämpfe gegen die Truppen von Wladimir Putin haben zwei Tage gedauert. Am Ende wurden die angreifenden Soldaten besiegt. In Folge der Kämpfe wurde eine komplette Angriffskompanie aus Russland ausgeschaltet. Eine Kompanie in Russland umfasst je nach Einheitstyp in der Regel bis zu 250 Mann.

Wie der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte auf Facebook schreibt, unternahmen russische Truppen insgesamt 36 Versuche, an der Front bei Pokrowsk durchzubrechen. „Seit Tagesbeginn kam es insgesamt zu 159 Gefechtsbegegnungen. […] Der Feind führte einen Raketenangriff mit zwei Raketen, 43 Luftangriffe und den Abwurf von 113 Lenkbomben durch. Darüber hinaus setzte er 4034 Kamikaze-Drohnen ein und führte 2089 Angriffe auf Siedlungen und Stellungen unserer Truppen durch“, heißt es in dem Bericht zur Lage im Ukraine-Krieg.

Im Ukraine-Krieg hat Russland auch an anderen Fronten zuletzt mit ganzer Härte angegriffen. „Der Feind hat letzte Nacht einen weiteren heimtückischen Angriff auf die Energieinfrastruktur des Gebiets Odessa durchgeführt. Im Süden der Region wurden Schäden an einer Energieanlage und ein Brand festgestellt“, teilte der Leiter der Militärverwaltung des Gebiets, Oleh Kiper, mit.

Im Ukraine-Krieg kommt es seit Monaten zu schweren Angriffen auf den Energiesektor des Gegners. Russland gelang es zuletzt, die Versorgung in Kiew empfindlich zu treffen. In der Folge waren Tausende Wohnungen vom Strom- und Heizungsnetz abgeschnitten. Angesichts der Zerstörungen im ukrainischen Stromnetz wird die Kiewer Regierung deshalb Hausbesitzer bei der Anschaffung von Generatoren und anderen Energiequellen unterstützen. Das kündigte Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einer Beratung mit Regierungschefin Julija Swyrydenko an.

Mehrere russische Luftangriffe seit Anfang Januar haben die ukrainische Energieversorgung so beschädigt, dass Kiew, Charkiw und andere Städte bei strengem Frost kaum Strom und Heizung haben. Firmen halten den Betrieb mit dem Einsatz von Dieselgeneratoren am Laufen. Auch für diesen Dienstag hat der staatliche Versorger Ukrenergo stundenlange Stromsperren in allen Landesteilen angekündigt.

Angesichts der Angriffe im Ukraine-Krieg hat Kiew die Liste der kritischen Infrastruktureinrichtungen überarbeitet. Dies gab der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal auf Facebook bekannt. „Krankenhäuser, Wasserwerke und soziale Einrichtungen haben weiterhin absolute Priorität – sie werden als erste mit Strom versorgt. Andere Institutionen werden schrittweise auf autarken Betrieb umgestellt und mit Generatoren ausgestattet.“

Während die Kämpfe im Ukraine-Krieg weitergehen, hat Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache verkündet, dass die „Garantiedokumente fertig“ seien. „Es gibt keine Alternative zur Sicherheit. Es gibt keine Alternative zum Frieden. Es gibt keine Alternative zur Wiederherstellung unseres Staates“, betonte der Politiker mit Blick auf das aktuelle Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs. „Unser Verhandlungsteam arbeitet praktisch täglich an Dokumenten und Vorschlägen, die bei künftigen Treffen zu Ergebnissen führen könnten. Frieden ist unerlässlich, und verlässliche Sicherheitsgarantien sind die einzige wirkliche Grundlage für Frieden und um zu verhindern, dass die Russen die Abkommen durch Angriffe oder hybride Operationen untergraben.“

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Russland plant Sommer-Offensive

Im Ukraine-Krieg wird derweil befürchtet, dass Russland vor einer großen Sommer-Offensive stehen könnte. Wie Analysten mitteilten, würde der Kreml Truppen und militärisches Material mit dem Ziel konzentrieren, die Ukraine zu besiegen und Kiew bis zum Ende des Sommers Friedensbedingungen zu diktieren. Moskau habe strategische Reserven für einen groß angelegten Angriff angehäuft, der im späten Frühjahr in den östlichen und später südlichen Sektoren der Ukraine erfolgen solle, sagte DeepState-Gründer Roman Pohorily.

Auch das Institute for the Study of War (ISW) veröffentlichte eine entsprechende Einschätzung. Die laufenden Planungen seien anhand von Truppenbewegungen im Ukraine-Krieg und auffälligen Rekrutierungsmuster bestätigt worden. Das ISW kommt zu dem Schluss, dass eine neue Offensive Russlands allerdings wegen der Stärke der drohnengestützten Verteidigungsnetzwerke der Ukraine und der sinkenden Rekrutierungszahlen innerhalb Russlands wenige Aussichten auf Erfolg habe.

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen

Im Ukraine-Krieg steigen derweil Russlands Verluste weiter. Wie der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine auf Facebook schreibt, hat Putins Armee im Verlauf des vergangenen Tages 980 Soldaten verloren. Die Kämpfer wurden entweder getötet oder verwundet. Die gesamten Verluste Russlands belaufen sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs demnach auf 1.248.560 Soldaten. Zudem hat Putin 11.656 Panzer, 24.018 gepanzerte Kampffahrzeuge sowie 37.089 Artilleriesysteme verloren. (fbu mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Sergey Bobylev

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