Neues Wehrdienst-Gesetz
Tausende 18-Jährige erhalten jetzt Brief von der Bundeswehr – Ignorierern droht saftige Strafe
Das neue Wehrdienst-Gesetz ist in Kraft. Die Bundeswehr verschickt daher nun etliche Briefe an junge Menschen. Das steht im Fragebogen.
Berlin – Die Bundeswehr will aufstocken, der neue Wehrdienst soll helfen. Beschlossen hat der Bundestag die Änderungen längst, politisch ist alles in trockenen Tüchern. Jetzt geht es an die Umsetzung. Und die ist nun gestartet. Tausende junge Menschen erhalten jetzt Post.
Am 1. Januar war das neue Wehrdienstgesetz offiziell in Kraft getreten, jetzt soll alles zügig gehen. Die ersten Briefe mit Fragebögen sind unterwegs zu 18-Jährigen in Deutschland. „Heute sind die ersten 5000 Schreiben an die jungen Menschen des Geburtsjahrgangs 2008 versendet worden“, sagte der Personalchef der Bundeswehr, Generalleutnant Robert Sieger, der Deutschen Presse-Agentur.
Bundeswehr schickt Brief mit Fragebogen an 18-Jährige – das steht drin
Dabei gleicht der Brief, der 2026 erstmalig an alle Männer und Frauen, die volljährig werden, verschickt wird, erst mal mehr einer Umfrage. Der Fragebogen soll in einem ersten Schritt die Eignung und Motivation für die Bundeswehr abfragen. Für junge Männer ist das Ausfüllen verpflichtend, nach dem Grundgesetz ist eine Wehrpflicht nur für Männer möglich. Für junge Frauen ist das Ausfüllen freiwillig. Insgesamt umfasst der Jahrgang 2008 knapp 700.000 junge Menschen.
Die Briefe enthalten einen QR-Code zum eigentlichen Fragebogen sowie eine Broschüre und rechtliche Hinweise. Der Fragebogen wird online ausgefüllt und umfasst detaillierte Abfragen. Unter anderem wird nach Bildungsabschluss, Fahrerlaubnis und Sprachkenntnissen gefragt. Auch Gewicht und Körpergröße müssen angegeben werden, zusätzlich eine Selbsteinschätzung zum eigenen Fitnessstand. Ebenfalls wird eine mögliche anerkannte Schwerbehinderung abgefragt. Zudem folgt eine Einschätzung des Interesses am Dienst als Soldat auf einer Skala von 0 bis 10 sowie Fragen zur möglichen Einsatzdauer und den gewünschten Einsatzbereichen.
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Bundeswehr-Brief mit Fragebogen an 18-Jährige – wer nicht antwortet, kann Bußgeld kassieren
Zeitaufwendig ist das Ganze nicht. „Man braucht ungefähr 15 Minuten, um den Fragebogen auszufüllen“, sagte Sieger, der Präsident des Bundesamts für das Personalmanagement der Bundeswehr ist. Die Bundeswehr wolle sich bei Interessenten um passgenaue Angebote bemühen.
Verbummeln sollte man das Ausfüllen des Fragebogens indes besser nicht. Wer die Auskunft verweigert, der muss nach dem neuen Gesetz auch mit Sanktionen rechnen. So ist grob unrichtiges Ausfüllen oder mehrmalige Verzögerung eine Ordnungswidrigkeit, für die eine Geldbuße vorgesehen ist. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte im Dezember, eine Strafe von bis zu 1000 Euro könne die Folge sein. Bevor es so weit ist, würden betreffende Personen erst eine Erinnerung erhalten.
„Aber – und das gehört auch dazu – es kann ja auch sein, dass man einfach gar nicht da ist oder mehrere Monate im Ausland ist und letztendlich es gar nicht mitbekommt, dass man angeschrieben worden ist“, erklärte Sieger „Und deswegen prüfen wir jeden Einzelfall.“
Wehrdienst-Reform läuft mit ersten Fragebögen an – Bundeswehr feiert „Game-Changer“
Bei der Truppe herrscht derweil Euphorie ob der nun angelaufenen Reform. Für die Bundeswehr sei der neue Dienst ein „Game-Changer“. „Der neue Wehrdienst und die jungen Menschen, die über den neuen Wehrdienst zu uns kommen, sind wesentlicher Teil der Lebensversicherung der Bundesrepublik Deutschland. Und der neue Wehrdienst ist, wenn man das kurz fassen will, ein Teil der Daseinsvorsorge unseres Landes“, erläuterte der Generalleutnant. Der Dienst sei ein Angebot, „für unsere Werte einzutreten, für unser Land, seine Rechte, die Privilegien und damit auch Verantwortung zu übernehmen für die Sicherheit“.
Der Dienst selbst ist nach dem Willen von Bundesregierung und der Mehrheit des Bundestags weiter freiwillig und nun mit zusätzlichen Anreizen versehen (Quellen: Tagesschau, Welt, dpa) (han)
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