„Werden das in Ordnung bringen“
Trump schickt Nationalgarde in nächste Demokraten-Hochburg
Donald Trump nimmt weiter blaue Städte ins Visier – und lässt jetzt die Nationalgarde auf Memphis los. Dabei berichtet die Polizei von einem Rückgang der Kriminalität.
Memphis – US-Präsident Donald Trump hat die Entsendung der Nationalgarde nach Memphis im US-Bundesstaat Tennessee angekündigt. In der von Demokraten regierten Stadt gebe es große Probleme mit Kriminalität, behauptete Trump am Freitag. „Wir werden das genauso in Ordnung bringen wie in Washington“, fügte er hinzu. Wann der Einsatz beginnen soll, war zunächst nicht bekannt.
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Memphis ist nach Los Angeles und der Hauptstadt Washington die dritte Demokraten-Hochburg in den USA, in der Trump Soldaten einsetzt. Die Stadt ist als Heimat des Blues und Rock’n‘Roll bekannt, dort steht die Villa „Graceland“ des 1977 verstorbenen Sängers Elvis Presley.
Trotz 25-Jahres-Tief: Donald Trumps Regierung spricht von dritthöchster US-Mordrate
Memphis habe im vergangenen Jahr die höchste Rate von Gewaltverbrechen und die dritthöchste Mordrate der USA verzeichnet, hieß es in einer Erklärung der Trump-Regierung.
Die örtliche Polizei sieht die Kriminalität dagegen auf einem 25-Jahres-Tief. Am Dienstag hatte die Polizeibehörde von Memphis erklärt, in den ersten acht Monaten des Jahres sei die Kriminalität in allen Bereichen weiter zurückgegangen. „Mord ist auf einem Sechs-Jahres-Tief, schwere Körperverletzung auf einem Fünf-Jahres-Tief und sexuelle Gewalt auf einem Zwanzig-Jahres-Tief“, hieß es.
Trump schickt Nationalgarde nach Memphis: Demokratischer Bürgermeister angeblich „glücklich“
Der Gouverneur von Tennessee, der Republikaner Bill Lee, sicherte Trump derweil umfassende Zusammenarbeit zu. Er stehe bereits seit Monaten in Kontakt mit der US-Regierung. „Die nächste Phase wird einen Einsatz der Nationalgarde von Tennessee, des FBI, der Autobahnpolizei, der städtischen Polizei und anderer Strafverfolgungsbehörden umfassen“, erklärte er auf X.
Trump sagte, auch der Bürgermeister von Memphis, der Demokrat Paul Young, sei „glücklich“ über den Schritt. Dieser äußerte sich alleridngs nicht. Young hatte am Donnerstag erklärt, die Stadt brauche vor allem „finanzielle Mittel für Intervention und Prävention“ von Gewalt.
Demokraten-Hochburgen im Fokus: Trump blickt nach Tennessee
Ähnliche Einsätze der Nationalgarde hatte Trump auch Demokraten-Hochburgen wie Chicago, New York und New Orleans angedroht. Der Präsident sagte, er wolle zu einem späteren Zeitpunkt auch „Chicago retten“. Der demokratische Gouverneur des umliegenden Bundesstaats Illinois, JB Pritzker, hatte entschieden gegen Trumps Vorhaben protestiert. Die Hauptstadt Washington nannte Trump zuvor ein „Rattenloch“.
Seit Dienstag ist die Einwanderungspolizei ICE in Chicago im Einsatz, um die von Trump angekündigten Massenabschiebungen voranzutreiben. Dabei wurde am Freitag ein Migrant durch Schüsse eines ICE-Beamten getötet. Der Mann habe sich einer Fahrzeugkontrolle widersetzt, sei mit dem Auto davongerast und habe einen Beamten mit sich geschleift, teilte das US-Heimatschutzministerium mit. Weil er um sein Leben gefürchtet habe, habe der Beamte auf den Migranten geschossen und diesen getötet. Trumps Vize JD Vance sprach sich bereits dafür aus, die ICE in sämtliche US-Großstädte zu schicken. (Quelle: dpa, AFP) (nak)
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