Verlust von Militärbasen
Streit mit England: Trump pocht auf Insel – wegen drohender Iran-Eskalation
Vor dem Hintergrund der US-Iran-Spannungen fordert Trump, dass Großbritannien die Chagos-Inseln nicht an Mauritius zurückgibt.
Nach einer zweiten Runde indirekter Verhandlungen im Atomstreit mit dem Iran hält die US-Regierung ihre Drohungen aufrecht: Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte am Mittwoch in Washington, es gebe „viele Gründe und Argumente“ für einen Angriff auf den Iran. „Der Iran wäre sehr gut beraten, ein Abkommen zu schließen“, fügte Leavitt hinzu. Auch Präsident Donald Trump deutete erneut Angriffspläne an.
Angesichts einer möglichen Eskalation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran pocht Trump darauf, dass Großbritannien doch nicht wie geplant die Chagos-Inseln an Mauritius zurückgibt. Im Falle eines Scheiterns der derzeitigen Verhandlungen unter anderem über das iranische Atomprogramm könnten die USA auf die Insel Diego Garcia angewiesen sein, um einen möglichen Angriff aus Teheran abzuwehren, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit.
Atomstreit mit Iran: Trump signalisiert mögliche US-Maßnahmen unter Einbeziehung britischer Stützpunkte
Großbritannien dürfe „auf keinen Fall die Kontrolle über Diego Garcia verlieren“, schrieb Trump. Sollte Teheran sich einer Vereinbarung im Atomstreit widersetzen, müssten die USA womöglich einen Angriff eines „höchst instabilen und gefährlichen Regime“ verhindern. US-Energieminister Chris Wright betonte, die USA würden den Iran „auf die eine oder andere Weise“ daran hindern, Atomwaffen herzustellen.
Für den Verteidigungsfall solle dann auch der Flugplatz in Fairford im Südwesten Großbritanniens genutzt werden. Trump stellte in Aussicht, dass sich ein Angriff auch „möglicherweise gegen das Vereinigte Königreich und andere befreundete Länder richten würde“.
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Rückgabe der Chagos-Inseln: Starmer besiegelte das Abkommen bereits im Mai vergangenen Jahres
Das Abkommen zur Rückgabe der Chagos-Inseln im Indischen Ozean war im Mai vergangenen Jahres vom britischen Premierminister Keir Starmer unterzeichnet worden. Das Abkommen sieht vor, dass Großbritannien den etwa 2000 Kilometer nordöstlich von Mauritius gelegenen Archipel an seine ehemalige Kolonie zurückgibt. Für den dortigen US-britischen Militärstützpunkt wurde für den Zeitraum von hundert Jahren eine Pacht vereinbart.
Diego Garcia ist eine der Chagos-Inseln. Sie liegt mitten im Indischen Ozean, weitab von Sri Lanka und Mauritius. Der Militärstützpunkt ist laut dem britischen Premierminister Keir Starmer einer der wichtigsten Beiträge, die das Land in der Sicherheitspartnerschaft mit den USA leistet. Sowohl Diego Garcia als auch Fairford werden bereits von US-Streitkräften genutzt.
Atomgespräche mit Iran laufen weiter – Trump erhöht militärischen Druck und prüft Angriffsoptionen
Die USA und der Iran hatten Anfang Februar unter Vermittlung des Oman die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm wieder aufgenommen. Eine zweite Runde indirekter Gespräche hatte bereits in Genf stattgefunden. Zugleich drohte Trump dem Iran mehrfach mit einem Militäreinsatz, sollte es nicht zu einer Einigung im Atomstreit kommen. Zuletzt sprach er von nicht näher genannten „Konsequenzen“. Um den militärischen Druck zu erhöhen, entsandte er zwei Flugzeugträger in die Region.
Die US-Fernsehsender CNN und CBS berichteten unterdessen, das US-Militär sei bereit, bereits am kommenden Wochenende Angriffe auf den Iran zu fliegen. Präsident Trump habe aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Das „Wall Street Journal“ berichtete, Trump sei bereits über seine militärischen Optionen unterrichtet worden. Diese seien „alle darauf ausgelegt, maximalen Schaden anzurichten“, berichtete die Zeitung auf ungenannte US-Regierungsvertreter. Eine Option sei die „Tötung zahlreicher iranischer politischer und militärischer Anführer mit dem Ziel, die Regierung zu stürzen“.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi hatte zuvor noch die „Ausarbeitung eines Rahmens“ für die geplanten Fortsetzung der Gespräche angekündigt. Präsident Massud Peseschkian bekräftigte zwar, der Iran wolle „keinen Krieg“. Er deutete aber an, dass Teheran die Forderungen Washingtons nicht erfüllen wird. (Quellen: dpa, afp, Wall Street Journal) (jal)
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