Bürgergeld
SPD-Basis rebelliert wegen Bürgergeld-Reform – CDU-Arbeitnehmerflügel warnt vor interner Revolte
Innerhalb der SPD regt sich Widerstand gegen die Bürgergeldreform. CDU-Sozialflügelchef Radtke mahnt zur Geschlossenheit.
Berlin – In der Koalition rumort es. Grund ist die geplante Bürgergeldreform. Nun hat der Vorsitzende des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, die SPD eindringlich vor einem parteiinternen Aufstand gegen die geplante Bürgergeldreform gewarnt. „Die SPD muss aufpassen, dass das Instrument Mitgliederbegehren nicht als Waffe gegen das eigene Handeln in Regierungsverantwortung eingesetzt wird“, sagte der Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Radtke reagierte damit auf eine Unterschriftensammlung von Teilen der sozialdemokratischen Basis, die ein Mitgliederbegehren gegen das Reformpaket der schwarz-roten Koalition anstrebt. Ob das Vorhaben tatsächlich zustande kommt, ist noch unklar.
SPD-Basis startet Mitgliederbegehren gegen Bürgergeld-Pläne
„In Koalitionen muss man Kompromisse schließen, die manchmal für alle Partner schmerzhaft sein können“, so Radtke weiter. Am Ende sei es Aufgabe politischer Führung, diese Entscheidungen auch in den eigenen Reihen zu erklären. „Niemand bekommt 100 Prozent SPD, so wie es auch keine 100 Prozent CDU gibt.“
Mehrere Parteimitglieder unterstützen demnach ein Mitgliederbegehren gegen die Reform – darunter Juso-Chef Philipp Türmer, die Europaabgeordnete Maria Noichl und Aziz Bozkurt, Vorsitzender der AG Migration und Vielfalt in der SPD. Darüber berichtete der Spiegel.
Wo macht Merz Urlaub? So verbringen der Kanzler und seine Minister ihre Ferien




Mit dem Vorstoß aus der CDU wächst der Druck auf die SPD-Spitze und auf Kanzler Friedrich Merz, der das Bürgergeld zu einem zentralen Reformprojekt seiner Koalition erklärt hat. Auch weitere Politiker der CDU hatten sich in der Debatte zu Wort gemeldet: Die geplante Reform sei „gemeinsam im Koalitionsvertrag vereinbart“ worden, sagte Steffen Bilger (CDU), der erste parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, der Nachrichtenagentur AFP. „Wir erwarten von der SPD, dass sie sich auch daran hält.“ (Quellen: dpa, Spiegel, RND) (ddaj)
Rubriklistenbild: © Jacob Schröter/dpa
