Fans sind erbost

4.000 Euro für ein WM-Final-Ticket? FIFA gerät unter Druck

Im Juni startet die Fußball-WM 2026. Eigentlich ist die Vorfreude der Fans groß, doch die Eintrittspreise der FIFA schockieren mehr und mehr.

Während die deutsche Nationalmannschaft in den kommenden Tagen wichtige Testspiele gegen Ghana und die Schweiz absolviert, bereiten sich auch die Fans langsam aber sicher auf die WM 2026 vor. Gespielt wird in Kanada, Mexiko und den USA. Aus allen Ecken der Welt werden Anhänger aller Nationen anreisen – möglicherweise benötigen die Fans aus Tunesien aber ein sehr kostspieliges Visum.

Im Juni startet der Kampf um den goldenen WM-Pokal.

Doch nicht nur das Visum steht in der Kritik, sondern auch die Preisgestaltung der FIFA. Der Verband besitzt das Monopol auf WM-Tickets, ganz egal, ob es sich bei den Eintrittskarten für Gruppenspiele oder das große Finale handelt. Bei der Europäischen Kommission ist nun eine neue Beschwerde gegen die FIFA eingegangen, sie stammt von der europäischen Fan-Organisation Football Supporters Europe (FSE) sowie der Verbraucherorganisation Euroconsumers.

FIFA nach WM-Ticket-Preisen erneut in der Kritik

Der Vorwurf ist klar: Die FIFA nutzt das Ticket-Monopol aus, um astronomische Preise aufzurufen. Auch die Kaufbedingungen werden angeprangert, denn sie sollen stellenweise sehr undurchsichtig sein. „Die FIFA hält ein Monopol auf den Ticketverkauf für die Weltmeisterschaft 2026 und hat diese Macht genutzt, um den Fans Bedingungen aufzuerlegen, die in einem wettbewerbsorientierten Markt niemals akzeptabel wären“, erklärte die FSE.

Die Preise für die Verkaufsphase im April, so die Forderung, sollen eingefroren werden. Wer auf ein Ticket fürs Finale schielt, muss aktuell 4.185 Dollar hinblättern – für die günstigste Karte wohlgemerkt. Bei der WM 2022 war der Preis deutlich niedriger gewesen, hier hatte das günstigste Ticket ungefähr 600 Dollar gekostet.

Rückblick WM 2014 – Was können wir für 2026 lernen?

Zur Vorbereitung auf die WM wurden vier Freundschaftsspiele geplant, davon das letzte als Benefiz-Spiel. Zwischen dem zweiten und dritten Spiel fand vom 21. bis 31. Mai 2014 ein Trainingslager im Passeiertal in Südtirol statt.
Geschlossen, konzentriert, ohne Allüren – so startete Deutschland 2014 ins Turnier. Schon hier war zu spüren, dass Hierarchien klar verteilt waren. 2014 gewann kein Star das Turnier, sondern eine funktionierende Ordnung.
Thomas Müller eröffnete die WM mit brutaler Effizienz. Drei Tore erzielte der damals 24-Jährige im Auftaktspiel gegen Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo. Ein Turnierstart, den wir uns 2026 so auch wünschen würden.
Plötzlich geriet Deutschland ins Wanken. Im zweiten Gruppenspiel gegen Ghana war das DFB-Team gefordert. Gegen Prince Boateng und Co. kamen die Deutschen nicht über 2:2 hinaus. Ein Spiel, das den Charakter der deutschen Elf testete.
Rückblick WM 2014 – Was können wir für 2026 lernen?

Die eigenen Bewerbungsunterlagen der FIFA hatten einen Preis von 1.408 Dollar pro Ticket versprochen. Wer für das Endspiel eine etwas bessere Kategorie buchen möchte, muss das eigene Konto stellenweise wohl sogar überziehen. Kategorie drei im MetLife Stadium in New Jersey kostet pro Fan unglaubliche 143.750 Dollar.

Für FIFA-Präsident Gianni Infantino aber kein Grund zur Aufregung, denn: „Vor allem in den USA gibt es das sogenannte dynamische Preiswesen, was bedeutet, dass die Preise rauf- oder runtergehen.“ Aufgrund der hohen Nachfrage würden eben auch höhere Preise entstehen. Wie viele Fans die Tribünen letztendlich säumen (können), wird sich im Sommer zeigen. (is)

Rubriklistenbild: © Imago / Chris Milosi / Anadolu Agency

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare