Löst der „Glücksfall“ eine Ikone ab?

Kompany: Mit maximalem Vertrauen Rekordtrainer beim FC Bayern?

Der FC Bayern verlängert den Vertrag mit Cheftrainer Vincent Kompany um zwei Jahre bis 2029. Warum das ein richtiges Signal ist.

München - Der 39-jährige Belgier Vincent Kompany war auf der Suche des FC Bayern nach dem Nachfolger von Thomas Tuchel zwar in der Abfolge nicht die erste Wahl – dies waren wohl Xabi Alonso, Ralf Rangnick und Julian Nagelsmann. Wie sich aber nun immer mehr herauskristallisiert, ist seine Verpflichtung für den den deutschen Rekordmeister die beste Lösung.

Wenige Stunden nach der Vertragsverlängerung: Ein bestens gelaunter Vincent Kompany auf der PK vor dem CL-Spiel gegen Brügge.

Max Eberl & Co. scheinen den „perfekten Bayerntrainer“ gefunden zu haben, obwohl zu Beginn seiner Tätigkeit die Skepsis bei einigen Experten und vielen Fans gewaltig war. Eine gewisse Geringschätzung seiner FCB-Tätigkeit begleitete Kompany sogar noch in die laufende Spielzeit hinein, obwohl er eine unter seinem Vorgänger verunsicherte Truppe zu einer äußerst souveränen Deutschen Meisterschaft geführt hatte: „Lehrling“, „Traineranfänger“.

Vincent Kompany: Wird er vom „Glücksfall“ zum Rekordtrainer des FC Bayern?

Der Europarekord-Start des FC Bayern in diese Saison sollte auch die letzten ernsthaften Kritiker verstummen lassen – notorische Dauernörgler sind davon explizit ausgeschlossen. Die Verantwortlichen an der Säbener Straße sind vom ehemaligen Weltklasse-Innenverteidiger jedenfalls so überzeugt, dass sie seinen ursprünglich bis 2027 datierten Vertrag um zwei weitere Jahre bis 2029 verlängert haben.

Und was passiert? Wie bei seiner Verpflichtung wird auch dieser Schritt reflexartig von vielen Seiten als „völlig verfrüht“, als „Vabanque-Spiel“ abqualifiziert. Dabei zeigt diese Maßnahme der Bayernbosse eigentlich nur eines: Man hat riesiges Vertrauen in den empathischen Belgier, der die gesamte Säbener Straße und die riesige Mehrheit der FCB-Anhänger auf mannigfaltige Weise verzaubert hat.

Guardiola, De Bruyne, Neuer: Die wichtigsten Weggefährten von Bayern-Trainer Vincent Kompany

Vercauteren war einer der ersten Trainer, der Kompany volles Vertrauen schenkte und ihn schon als Teenager als Abwehrchef einsetzte. Das Verhältnis war geprägt von Respekt und gegenseitigem Verständnis.
Kompany und Vanden Borre galten als die größten belgischen Talente ihrer Generation. Beide spielten gemeinsam in der Anderlecht-Jugend und debütierten früh in der ersten Mannschaft, verbunden durch eine enge Jugendfreundschaft.
Huub Stevens war Kompanys Trainer in seiner Zeit beim HSV und vermittelte ihm die Bedeutung taktischer Disziplin und defensiver Organisation. Das Verhältnis war von Respekt geprägt, auch wenn Kompanys Verletzungen verhinderten, dass sich ihre Zusammenarbeit langfristig entfalten konnte.
Beim HSV war Van der Vaart Mannschaftskapitän und ein Leitbild für den jungen Kompany. Der Belgier lernte von ihm, wie man auf und neben dem Platz Verantwortung übernimmt.
Guardiola, De Bruyne, Neuer: Die wichtigsten Weggefährten von Bayern-Trainer Vincent Kompany

Kompany hat von Beginn an frischen Wind und neue Impulse nach München gebracht. Er überzeugt nicht nur mit seiner herausragenden Fachkompetenz, sondern insbesondere mit seiner Fähigkeit, seine Mannschaften zu echten Einheiten zu formen. So schwärmt FCB-Präsident Herbert Hainer von Kompany: „Er macht eine unheimlich gute Arbeit. Wir spielen sehr attraktiven Fußball, schießen viele Tore. Die Mannschaft hat Spaß, das sieht man auf dem Platz – aber auch nach den Spielen. Es gibt ein unglaubliches Zusammengehörigkeitsgefühl. Dafür ist der Trainer verantwortlich, der das hervorragend macht – sowohl aus sportlicher als auch aus menschlicher Sicht“.

Sportvorstand Max Eberl, der bei der Bekanntgabe von Kompanys Verpflichtung im Mai 2024 teilweise verspottet worden war, bezeichnete diesen schon mehrfach als einen „Glücksgriff für den FC Bayern“. Der Belgier habe „eine fantastische Entwicklung mit der Mannschaft und dem Verein genommen. Erfolge stellen sich nicht automatisch ein, es ist harte Arbeit. Das hat er in der vergangenen Saison begonnen und setzt es nahtlos fort. Er hat einen sehr großen Anteil an unserem Erfolg. Das Miteinander, diese Energie, diese Lust, gewinnen zu wollen – das hat der Trainer den Spielern verinnerlicht. Das sieht sehr gut aus. Diese Welle wollen wir weiterreiten“, so Eberl im Brustton der Überzeugung.

Auch Nagelsmann wurde mit einem Fünf-Jahres-Vertrag ausgestattet

Die Lobeshymnen auf Kompany prasselten in jüngster Zeit von allen Seiten auf ihn ein. Alle seine Spieler sind begeistert von ihm und nun haben die Vereinsverantwortlichen mit der Kontrakterweiterung etwas geschaffen, was sich Joshua Kimmich seit dem Beginn seines FCB-Engagements 2015 so sehnlich wünscht: Konstanz, Kontinuität auf dem Trainerposten.

Nachdem Pep Guardiola sein Intermezzo in München 2016 nach nur drei Jahren freiwillig beendet hatte, reichten sich zahlreiche sehr renommierte Trainerkollegen die Türklinke. Selbst der legendäre Sextupel-Coach Hansi Flick verließ die Säbener Straße bereits nach anderthalb Jahren. Auch der heutige Bundestrainer Nagelsmann war 2021 mit einem Fünf-Jahres-Kontrakt ausgestattet worden, um dann auf unwürdige Weise von den damaligen FCB-Vorständen Oliver Kahn und Hasan Salihamidžić im März 2023 vorschnell entlassen zu werden.

Musiala und Olise wählen Flitzer, Bischof allein unterwegs – die neuen Autos der Bayern–Stars

Sven Ulreich wählte den SQ6 e-tron in Magnetgrau aus.
Alphonso Davies bevorzugt den RS e-tron GT performance in Mythosschwarz Metallic.
Aleksandar Pavlovic nutzt nun den Audi Q6 SUV e-tron in Magnetgrau. Hier machte er noch eine Probefahrt mit einem anderen Auto.
Serge Gnabry gab vor der Autoübergabe noch Unterschriften. Der Offensivspieler entschied sich für den Audi Q8 SUV TFSI e in Gletscherweiß Metallic.
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Aufgrund der ihm zustehenden üppigen Abfindung wurde folgend vor allem die Langfristigkeit des Vertrags kritisiert. Dies passiert nun auch im Fall von Kompany. Dabei sollte man eher davon ausgehen, dass die Bosse an der Säbener Straße vom Nagelsmann-Debakel gelernt haben: Man hält zusammen in guten und in schlechten Zeiten. Krisen sind nicht nur im Profifußball eine normale Begleiterscheinung.

Bereits in seiner ersten Saison beim Rekordmeister hat Kompany auf einer Pressekonferenz einmal im Spaß sinngemäß vom Szenario „wenn er in zehn Jahren noch Bayerntrainer ist…“ gesprochen – möglicherweise hat er dies doch eher ziemlich ernst gemeint. Auf alle Fälle ist ihm absolut zuzutrauen, dass er den Vereinsrekord des FC Bayern in dessen nun fast 126-jährigen Geschichte bricht und dabei mit Ottmar Hitzfeld eine Klub-Ikone ablöst. Dieser hatte den FCB von 1998 bis 2004 in sechs aufeinanderfolgenden Spielzeiten betreut. Nie zuvor und danach saß ein Coach länger durchgehend auf der manchmal so harten Trainerbank der Münchner.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Photo by FC Bayern München via

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