Champions-League-Halbfinale

Bayern und PSG im Statistik-Vergleich: Wer hat wirklich die beste Offensive?

Die Offensive des FC Bayern München bricht derzeit einen Rekord nach dem anderen. Doch wie sieht es im Statistik-Vergleich mit den Zauberern von PSG aus?

Mit dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain treffen im Halbfinale (hier der News-Ticker) die zwei erfolgreichsten Offensiven der laufenden Saison der Champions League aufeinander. Mit 38 Treffern haben die beiden Spitzenmannschaften die meisten Tore aller Mannschaften erzielt. Doch welches Team stellt vor dem direkten Aufeinandertreffen wirklich den besten Angriff Europas?

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Nach Statistiken von Opta geben sowohl die Bayern als auch Paris pro Spiel ungefähr 19 Schüsse ab. Während bei den Münchenern acht davon aufs Tor kommen, sind es bei PSG nur sieben in dieser Statistik. Dies macht sich auch beim xG-Wert beider Mannschaften bemerkbar. Während der FC Bayern pro Spiel im Durchschnitt mit 2,8 Toren rechnen kann, liegt PSG bei den Expected-Goals mit zwei Treffern pro Spiel deutlich dahinter.

Bayerns Power-Offensive im Direktvergleich mit PSG

Dennoch kam bei beiden Mannschaften mit 38 Treffern derselbe Ertrag heraus. Ein Indiz dafür könnten, neben der Abweichung in der Chancenverwertung, auch die Distanztore der Pariser sein. Siebenmal war der französische Meister in dieser Saison bisher außerhalb des Strafraums erfolgreich, Bestwert in der Champions League. Beim FC Bayern sind es dagegen nur vier. Jedoch absolvierte Paris zwei Spiele mehr in der laufenden Saison, mussten die Franzosen über die Playoffs in die K.-o.-Phase einziehen.

Doch auch abseits des Torabschlusses dominieren beide Mannschaften ihre Gegner mit dem Ball. Während PSG und Bayern beide auf 37 Strafraumaktionen pro Spiel kommen, haben die Münchener ihre Stärken vor allem im offensiven Passspiel. Der deutsche Rekordmeister bringt pro Partie mehr Pässe in der gegnerischen Hälfte (387 zu 357) und im Angriffsdrittel (205 zu 188) als die Franzosen an. Bei linienbrechenden Pässen weisen die Teams einen ähnlichen Wert auf (73 zu 72).

FC Bayern knackt historischen Rekord: Die torgefährlichsten Top-Teams aller Zeiten

Platz 26: FC Bayern München 1971/72, 101 Tore. 
Als bisher torreichste Bundesliga-Mannschaft verfehlt der FC Bayern die Top 25 dieses Rankings um genau ein Tor. Die Meisterschaft gewinnen Gerd Müller (vorne) und Co. natürlich trotzdem.
Platz 19: Real Madrid 2010/11, 102 Tore.
Der erste von insgesamt neun Auftritten in dieser Statistik. Die Mannschaft von Real Madrid ist in diesen Jahren ein Who-is-who des Weltfußballs.
Platz 19, Manchester City 2013/14, 102 Tore.
Angeführt von Torjäger Sergio Agüero (r.) holt Manchester City den Premier-League-Titel.
Platz 19: Manchester City 2019/20, 102 Tore.
Sechs Jahre später replizieren die „Citizens“ ihr Offensivfeuer. Dieses Mal reicht es allerdings nicht für den Titel. City schießt zwar 17 Tore mehr als Meister Liverpool, holt aber 18 Punkte weniger.
FC Bayern knackt historischen Rekord: Die torgefährlichsten Top-Teams aller Zeiten

Während die Mannschaft von Trainer Luis Enrique, dem ein Mega-Vertrag bei PSG winkt, weniger Pässe in den gefährlichen Zonen des Spielfelds anbringt, spricht die Ballbesitz-Statistik eine andere Sprache. In dieser Statistik stellen die Pariser mit 67 Prozent den besten Wert des Wettbewerbs. Vincent Kompanys Bayern kommen auf 61 Prozent.

Lila zeigt die Bereiche, in denen PSG mehr als 55 Prozent Ballbesitz haben, rot zeigt die dominanten Ballbesitz-Bereiche des Gegner an. Weiß zeigt die neutralen Zonen zwischen 45 und 55 Prozent Ballbesitz auf.

Obendrein erstreckt sich diese Kontrolle über den Ball über fast das komplette Spielfeld. Beinahe auf dem ganzen Platz haben die Pariser einen Ballbesitz von über 55 Prozent. Der Gegner hat lediglich im eigenen Strafraum-Zentrum das Spielgerät öfter unter Kontrolle als der französische Serienmeister.

Lila zeigt die Bereiche, in denen der FC Bayern mehr als 55 Prozent Ballbesitz haben, rot zeigt die dominanten Ballbesitz-Bereiche des Gegner an. Weiß zeigt die neutralen Zonen zwischen 45 und 55 Prozent Ballbesitz auf.

Auch der deutsche Rekordmeister dominiert das Spiel auf dem Großteil des Feldes. Jedoch ist der Ballbesitz hierbei primär in der gegnerischen Hälfte und den eigenen Außenseiten oft eher ausgeglichen. Während die gegnerische Mannschaft von den Münchenern,neben dem eigenen Strafraum, vor allem auf der defensiven rechten Seite den Ball mit mehr als 55 Prozent kontrollieren darf.

Es bleibt spannend, wie beide Mannschaften die Halbfinalspiele angehen werden. Während der FC Bayern mit mehreren Offensivaktionen den Gegner öfter unter Druck setzt, kontrolliert PSG das Spiel dominanter und lässt weniger hochkarätige Chancen liegen. In jedem Fall sollte es an Offensivpower und Toren beim CL-Kracher zwischen den Bayern und Paris nicht mangeln. (seb)

Rubriklistenbild: © Imago

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