Trickserei bei Laufzeit

Bayern-Wunschspieler bekommt XXL-Vertrag – in Deutschland undenkbar

Der FC Bayern muss die Jagd nach einem Flügelspieler aufgeben. Dieser unterschrieb einen Vertrag, der in Deutschland unmöglich gewesen wäre.

München – Schlechte Nachrichten für den FC Bayern München: Die Hoffnung auf eine Verpflichtung von Flügelstürmer Nico Williams muss endgültig begraben werden. In einer überraschenden Wende unterzeichnete der junge Spanier einen neuen XXL-Vertrag bei seinem bisherigen Klub Athletic Bilbao und erteilte damit neben den Bayern auch dem FC Barcelona eine Absage. Die Katalanen galten bis dato als großer Favorit auf eine Verpflichtung von Williams.

Bayern-Wunschspieler Williams unterschreibt XXL-Vertrag

Der 22-jährige Topstar unterschrieb in Bilbao ein Arbeitspapier bis 2035 – also mit einer Laufzeit von satten zehn Jahren. „Wenn es Entscheidungen zu treffen gibt, entscheidet für mich das Herz. Ich bin dort, wo ich sein möchte, bei meiner Familie. Das ist mein Zuhause“, kommentierte Williams in einem Video des Klubs in den sozialen Medien.

Die Mega-Verlängerung ist ein interessanter Schachzug des Baskenklubs, der in Spanien erlaubt ist – anders als in Deutschland. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) schreibt nämlich vor, dass „die Höchstlaufzeit eines Vertrages fünf Jahre nicht überschreiten“ soll. Somit hätte Williams bei den Münchnern nur einen Vertrag bis höchstens 2031 unterschreiben können.

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Schon Chelsea geriet für XXL-Verträge in die Kritik

Anders ist es in Spanien oder England. Hier ist die maximale Vertragsdauer nicht gedeckelt. Viele Vereine machen sich diesen Umstand zunutze, um die Ausgaben für teure Spieler auf viele Jahre zu strecken. Ein bekanntes Beispiel ist der FC Chelsea, der in den vergangenen Jahren immer wieder für seine exorbitanten Vertragslaufzeiten für neue Spieler in die Kritik geriet. Diese ermöglichten es den „Blues“, viele teure Investitionen zu tätigen, ohne durch die Financial-Fair-Play-Regeln in Schwierigkeiten zu geraten, weil die Ausgaben über mehrere Vertragsjahre verteilt angerechnet werden durften.

Nico Williams bleibt überraschend bei Athletic Bilbao.

Ein großes Risiko dieser Strategie sind natürlich die Gehaltsausgaben. Sollte Williams bei Bilbao aus etwaigen Gründen nicht mehr funktionieren und nicht wechseln wollen, müsste der Verein sein Salär dennoch für die nächsten zehn Jahre übernehmen.

Mit der Vertragsverlängerung erhöhte sich spanischen Medienberichten zufolge auch die Ausstiegsklausel für Williams signifikant. Diese soll nun bei rund 90 Millionen Euro liegen und damit gut 30 Millionen höher als bisher. Die Bayern werden sich indes nach einer Alternative umsehen. Dem Vernehmen nach haben die Klub-Bosse bereits einen neuen Kandidaten im Visier. (mbo)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Mikolaj Barbanell / SOPA Images

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