In der Bundesliga nicht erlaubt

BVB-Nummern-Spiel macht Transfer-Absicht bei Jungstar klar

Bei der Klub-WM läuft Bellingham für den BVB mit der Nummer 77 auf, soll später aber die 7 von Giovanni Reyna bekommen. Ein strategischer Schachzug.

Dortmund – Rückennummern erzählen im modernen Fußball Geschichten. Wo einst einfach in die Startelf von 1 bis 11 durchnummeriert wurde, haben Profis heute ihre eigenen Vorlieben. Bei Borussia Dortmund wird gerade eine besonders pikante Rückennummern-Story verfasst.

Jobe Bellingham läuft bei der FIFA Klub-WM für den BVB mit der 77 auf dem Rücken auf – einer Nummer, die es in der Bundesliga gar nicht geben dürfte.

Die Spielordnung der DFL erlaubt für Feldspieler nur die Nummern 1 bis 49. Was bei internationalen Turnieren möglich ist, funktioniert im deutschen Ligaalltag also nicht. Bei Bellingham muss nach der Klub-WM eine neue Nummer her. Eigentlich steht sie auch schon fest.

Reyna als USA-Marketing-Ass für Klub-WM

Die Lösung liegt auf der Hand, die Umsetzung ist aber noch kompliziert. Die von Bellingham begehrte 7 trägt aktuell Giovanni Reyna – und der ist für den BVB gerade Gold wert.

Vor der FIFA Klub-WM in den USA ist Reyna eines der Marketing-Zugpferde beim BVB. Neben den Nachwuchshoffnungen Cole Campbell und Mathis Albert soll der Sohn einer geradezu legendären US-Sportfamilie dem BVB dabei helfen, die Herzen der amerikanischen Fans zu erobern.

Sein Vater Claudio war Kapitän der Nationalmannschaft, seine Mutter Danielle spielte für die (übrigens wesentlich erfolgreichere) Frauen-Nationalelf. Im Wachstumsmarkt Amerika kennt jeder Fußballfan den Namen Reyna.

Jobe Bellingham soll beim BVB die Rückennummer von Giovanni Reyna übernehmen – nach der Klub-WM.

Nummer 7: Von Reuter bis Reyna beim BVB

Zwar hat Giovanni Reyna wohl keine langfristige Zukunft mehr in Dortmund, seine Bedeutung für die Klub-WM schmälert das nicht. Freimachen wird er die Nummer 7 für Bellingham frühestens nach dem Turnier.

Die 7 hat beim BVB dabei eine gute Tradition. Stefan Reuter trug sie während der goldenen Jahre in den 1990ern, später liefen unter anderem die Publikumslieblinge Shinji Kagawa und Jadon Sancho damit auf. Nach dessen Wechsel zu Manchester United übernahm Reyna das prestigeträchtige Trikot. Damit war die Erwartung verknüpft, dass der US-Jungstar den endgültigen Durchbruch packt.

Für kreative Außenstürmer und offensive Mittelfeldspieler gleichermaßen ist die 7 ein Statement. Auch wenn Dortmund nie einen Cristiano Ronaldo hatte, steht die Nummer für Spielwitz und Torgefahr. Reyna konnte das wegen vieler Verletzungen nur sporadisch bieten.

Bellingham vermeidet die Nummer seines Bruders beim BVB

Bellingham ist ein anderer Spielertyp, vor allem ein dynamischer Achter. Bei seinem Vorstellungsinterview nannte der Neuzugang die Liverpool-Legende Steven Gerrard als Vorbild, dessen Rückennummer 8 beim BVB allerdings an Felix Nmecha vergeben ist. Schon bei Ex-Klub Sunderland trug Bellingham ohnehin lieber die 7.

Interessant ist dabei: Bellingham hätte auch die 22 wählen können – die Nummer seines Bruders Jude beim BVB. Das hätte vielen Fans gefallen, die alte Trikots aus dem Kleiderschrank geholt hätten. Doch der jüngere Bellingham will bewusst seinen eigenen Weg gehen. Deshalb steht auch nur „Jobe“ auf seinem BVB-Trikot.

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BVB-Strategie: Timing ist alles

Der BVB spielt bei den Rückennummern letztlich ein cleveres Spiel. Reyna bleibt vorerst das Gesicht für Amerika, Bellingham wartet geduldig auf seine Chance. Nach der Klub-WM sollte sich das Blatt wenden. Reyna wird den Verein aller Voraussicht nach verlassen, dann wäre der Weg für Bellingham frei.

Die 7 würde an den nächsten Hoffnungsträger gehen – und der wartet bereits in den Startlöchern. Dass Bellingham bis dahin eine Nummer trägt, die in der Bundesliga nicht erlaubt wäre, ist ein Wink mit dem Zaunpfahl an die Adresse von Reyna.

Rubriklistenbild: © Montage/IMAGO / Kirchner-Media/ Maximilian Koch

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