Kam für 26 Millionen Euro

Eintracht-Flop Elye Wahi gelingt der Neustart in der Heimat

Elye Wahi konnte als Rekordtransfer nicht überzeugen. Eine Leihe nach Nizza soll ihn in die Spur bringen. Der Plan funktioniert bislang.

48 Stunden nur lag der Abschied von Eintracht Frankfurt am 4. Januar zurück. Elye Wahi wurde bei seinem neuen Klub OGC Nizza schon zur Pause eingewechselt – und jubelte exakt acht Minuten und 34 Sekunden später über das 1:1 gegen Straßburg. Es war ein herrlicher Treffer des Franzosen, der von der linken Seite nach innen zog und das Leder in den Winkel schlenzte.

Bei Elye Wahi ist das Lachen zurückgekehrt

Wahi hatte sofort Impact. Er traf in der Liga dreimal und darf vom Gewinn des Coupe de France träumen. Auch am Weiterkommen von Nizza hat der 23-Jährige seinen Anteil gehabt. Im Sechzehntelfinale verwandelte er im Elfmeterschießen sicher, im Achtelfinale legte er den Anschlusstreffer auf und leitete somit die Wende ein. Am 4. März geht es im Viertelfinale in Lorient weiter. Es ist viel passiert bei Elye Wahi.

Eintracht bezahlte 26 Millionen Euro für Elye Wahi

Sportvorstand Markus Krösche hatte genau diese Qualitäten in ihm gesehen und deshalb im Januar 2025 im Gesamtpaket rund 26 Millionen Euro an Olympique Marseille überwiesen. Zwölf Monate später trennten sich die Wege. Frankfurt wählte bewusst eine reine Leihe ohne Kaufoption. Wahi sollte sich in der Heimat sammeln und Marktwert aufbauen. Der Neustart ist gelungen.

Krösche erklärte im Gespräch mit transfermarkt.de: „Wie kann ein Spieler seine Stärken einbringen, damit wir unsere Ziele erreichen? Das ist immer eine Kombination aus unterschiedlichen Themen. Eine einhundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, weil natürlich der Faktor Mensch ebenso eine Rolle spielt. Das erkennt man jetzt auch bei Elye Wahi, der sehr kritisch gesehen wurde.“

Von Mallorca nach Frankfurt – Die außergewöhnliche Reise des Albert Riera

Die Anfänge auf der Sonneninsel Mallorca:
Albert Riera Ortega wurde am 15. April 1982 in Manacor auf Mallorca geboren – der gleichen Stadt, in der Tennis-Superstar Rafael Nadal eine internationale Tennisschule betreibt. Schon früh zog es den jungen Riera jedoch nicht zu den Tennisplätzen, sondern zu den Fußballplätzen seiner Heimatinsel, wo er seine ersten Schritte im Profifußball bei RCD Mallorca machte.
Der Durchbruch bei Real Mallorca:
Bei seinem Heimatverein RCD Mallorca durchlief Riera die gesamte Jugendabteilung und schaffte den Sprung in die erste Mannschaft. Mit den Mallorquinern erlebte er seine ersten großen Erfolge und war Teil des Teams, das den Copa del Rey gewann - den ersten Pokalsieg in der Vereinsgeschichte von Mallorca. Diese frühen Erfahrungen prägten ihn nachhaltig und legten den Grundstein für seine spätere internationale Karriere.
Der erste Schritt ins Ausland - Bordeaux:
2003 wagte Riera den mutigen Schritt ins Ausland und wechselte zu Girondins Bordeaux in die französische Ligue 1. In der Stadt an der Garonne sammelte er seine ersten Erfahrungen im internationalen Profifußball und entwickelte sich zu einem vielseitigen Flügelspieler. Die zwei Jahre in Frankreich sollten ihm später als Trainer zugutekommen, als er 2023 überraschend als Coach zu Bordeaux zurückkehrte.
Die Rückkehr nach Spanien - Espanyol Barcelona:
Nach seiner Zeit in Bordeaux kehrte Riera 2005 nach Spanien zurück und schloss sich Espanyol Barcelona an. Bei den Katalanen absolvierte er mit 94 Partien die meisten Spiele seiner aktiven Laufbahn und etablierte sich als einer der konstantesten Leistungsträger der Liga. Seine herausragenden Leistungen auf der linken Außenbahn machten bald größere Vereine auf ihn aufmerksam.
Von Mallorca nach Frankfurt – Die außergewöhnliche Reise des Albert Riera

Die Eintracht hat in den vergangenen Jahren viele Glücksgriffe bei der Stürmersuche gehabt. Sèbastien Haller, Luka Jovic, Ante Rebic, André Silva, Rafael Borré, Randal Kolo Muani, Omar Marmoush und Hugo Ekitiké kamen jeweils für kleines Geld und gingen für hohe Summen. Bei Wahi ging dieser Plan nicht auf. Er war zu Beginn angeschlagen, verletzte sich im Frühjahr und konnte den Schwung aus der Sommer-Vorbereitung nicht mitnehmen.

Bei Krösche klingt Bedauern mit, wenn er über den Stürmer spricht: „In Nizza hat er in den ersten vier Spielen drei Tore gemacht. Er hat Fähigkeiten, deswegen haben wir ihn auch verpflichtet. Es hat vielleicht im letzten Jahr bei uns nicht gepasst, aber er ist nun bei einem anderen Klub und von einem auf den anderen Tag – das meine ich mit dem Faktor Mensch – trifft er und zeigt seine Qualitäten.“

Der Sportvorstand sagt ehrlich: „Manchmal ist es schwer und hat auch etwas mit Glück zu tun, das muss man so ehrlich sagen. Du kannst nicht alles vorhersagen und beeinflussen. Am Ende entscheidet bei mir auch das Bauchgefühl.“ In diesem Fall lag Krösche daneben. Wahi ist nie vollständig in Frankfurt angekommen, die Integration in der Kabine verlief schleppend.

In den wenigen öffentlichen Trainingseinheiten war er in den Übungen kaum eingebunden. Mit jeder misslungenen Aktion ging der Kopf weiter nach unten, ihm gelangen einfachste Dinge nicht. Erzielte er einen Treffer, gab es zwar immer wieder aufmunternde Schulterklopfer der Kollegen. Wahi kam im Gegensatz zu seinen Vorgängern Ekitiké und Marmoush allerdings nie im Kreis der Mannschaft an.

In Pflichtspielen wollte der Knoten einfach nicht platzen. In Hoffenheim (3:1) oder Heidenheim (1:1) vergab er freistehend. Und als der Ball im Netz landete, gab es zuvor einen Pfiff des Schiedsrichters. Diese Momente in Heidenheim haben wohl zum endgültigen Bruch geführt. Ex-Trainer Dino Toppmöller fand selbst dann, als die Not im Sturm groß war, keine Verwendung mehr für ihn. Das Vertrauen war auf einem Nullpunkt.

Wahi nochmal im Eintracht-Trikot? Unwahrscheinlich!

Ob sich an dieser Situation etwas unter dem neuen Coach Albert Riera ändern würde? Die Konkurrenz bleibt groß auf der Position. Jonathan Burkardt ist ein in der Kabine anerkannter Führungsspieler, Younes Ebnoutalib hat enormes Potenzial und sollte Krösche bei Arnaud Kalimuendo die Kaufoption ziehen und rund 27 Millionen Euro an Nottingham Forest überweisen, steht der Angriff.

Ein Verkauf von Wahi hätte zwei wertvolle Komponenten. Erstens könnte der wirtschaftliche Schaden deutlich minimiert werden. Und zweitens würde ein Abgang Mittel freisetzen, um Kalimuendo zu finanzieren. Ein Comeback im Eintracht-Trikot von Wahi? Noch ist es viel zu früh dieses Szenario auszuschließen. Allerdings ist eine Erfolgsstory nach dem bisherigen Verlauf in der Mainmetropole nur sehr schwer vorstellbar.

Rubriklistenbild: © IMAGO/FEP

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