DFB bereitet Bundestrainer-Coup vor

Red Bull bekommt keine Ablöse, behält aber das Gesicht Klopp – der aktuelle Stand

DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Hans-Joachim Watzke lösen einige Probleme vorab, um Jürgen Klopp den Weg zum Bundestrainer zu ebnen. Der aktuelle Stand.

Dieser Tage sitzen Bernd Neuendorf und Hans-Joachim Watzke im Flugzeug über den großen Teich. Wann der DFB-Präsident und der Bundesligaboss sich genau auf den Weg machen, um in den USA mit Jürgen Klopp und dessen Berater Marc Kosicke zu sprechen? Eine Antwort gibt es aus dem hohen Hause Deutscher Fußball-Bund nicht. Es würden „keine Wasserstandsmeldungen“ verkündet, heißt es wiederholt auf Anfrage.

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Man möchte im Verband tunlichst vermeiden, dass die beiden führenden Fußballmänner beim Einchecken am Airport, am Gate oder gar im Flieger von einer Medienmeute bedrängt werden. Und man möchte sich damit auch öffentlichen Druck von den Schultern halten. Denn Klopps Verpflichtung ist, anders als die Gefühligkeit bei Medien und Fans, längst noch nicht fix. Der gemeinsame Wille vieler Beteiligter und die persönlichen Kontakte von Neuendorf (zu den DFB-Sponsoren) und Watzke (zu Klopp) können Türen öffnen. Aber noch stecken allenfalls ein paar Füße im Türspalt.

Klopp wird Markenbotschafter von Red Bull, der Konzern verzichtet auf eine Ablöse

Vermutlich wird der Boulevard doch irgendwie, irgendwo, irgendwann geheime Bilder von Watzke und Neuendorf schießen, wiewohl auch der Ort des Treffens mit Klopp und Kosicke geheim gehalten werden soll. Es lägen, sagte Watzle dieser Tage dem ZDF, „noch ein paar gewaltige Hürden“ im Weg, ehe die Tinte trocken ist. Weniger Sorgen machen sich Neuendorf und Watzke, dass sie hinsichtlich des Gehalts mit dem designierten Bundestrainer nicht einig werden.

Watzke äußerte bereits ohne Augenzwinkern, dass er von Klopp ein Entgegenkommen in Form eines „Patriotismus-Abschlags“ erwarte. Eine pfiffige Wortschöpfung. Klopp weiß selbst, dass er bei Red Bull einige Millionen Euro mehr verdienen und weniger öffentlichen Druck aushalten muss, als wenn er sich den Bundestrainer antut.

Klose und Messi gestürzt: Die WM-Rekordtorschützen in der Übersicht

Kylian Mbappe arbeitet sich in diesem Klassement stetig weiter nach oben. Gegen Schweden traf der Franzose erneut mehrfach und hat nun schon 18 Tore (Stand: 01. Juli) auf seinem Konto. Damit hat er Miroslav Klose überflügelt – und lauert hinter Lionel Messi. Gegen Paraguay kam Treffer Nummer 19 hinzu.
Lionel Messi hat bei der WM 2026 Geschichte geschrieben und den Tor-Rekord von Klose gebrochen. Mittlerweile, er traf auch gegen Kap Verde und Ägypten, steht er bei 21 Treffern. Und das, obwohl er bei dieser WM schon zwei Elfmeter verschossen hat.
Es ist passiert: Miroslav Klose ist nicht mehr WM-Rekordtorschütze. Er erzielte in 24 WM-Spielen insgesamt 16 WM-Tore für Deutschland und liegt damit aber immer noch auf Platz 3.
Auf Platz 4 landet der brasilianische Torjäger Ronaldo mit insgesamt 15 WM-Toren.
Klose und Messi gestürzt: Die WM-Rekordtorschützen in der Übersicht

Allerdings sind die Verdienstmöglichkeiten auch beim DFB sehr ordentlich, was den Landesverbandschefs, die bei solch kostspieligen Personalien zu Teilen gehört werden, regelmäßig den Schweiß auf die Stirn treibt. Sieben, acht Millionen Euro Gehalt pro Jahr, das Ganze womöglich bis 2028 oder 2030, dazu die Millionenabfindungen für Julian Nagelsmann und seine Assistenten – puuuh, das muss ein DFB-Präsident erst einmal durch die Gremien bekommen.

Laut Bild sind immerhin weitere Lösungen absehbar, wenn auch noch nicht alle. Klopp ist seit 2020 mit Adidas verbandelt. Der DFB wirbt ab 2027 nicht mehr für die deutsche Weltfirma, sondern für Nike. Klopps Vertrag bei Adidas laufe nach der WM aus, heißt es. Problem vom Tisch. Aber: Klopp wirbt seit 2015 für die Deutsche Vermögensberatung. Der DFB für die Ergo-Versicherung. Klopp ist Testimonial für Anheuser-Busch (Budweiser-Bier), DFB-Sponsor ist die deutsche Brauerei Bitburger.

Die komplizierten Berührungspunkte sind offenkundig. „Probleme sind auch dazu da, dass man sie löst“, sagt Watzke. Kollege Neuendorf hält sich öffentlich zurück, arbeitet aber dem Vernehmen nach ein Problem nach dem anderen ab und hat längst mit Oliver Mintzlaff von Red Bull gesprochen. Der war seinerzeit not amused, als Neuendorf sich im September 2023 entschied, den Red-Bull-Kritiker Andreas Rettig als Sport-Geschäftsführer in den DFB zu holen.

Rettig geht zum Jahresende. Das erleichterte die bereits stattgefundenen Gespräche mit Red Bull. Watzke war von vornherein optimistisch: „Welches Unternehmen möchte auf seiner Image-Fahne stehen haben: ‚Ich habe das Engagement von Jürgen Klopp verhindert?‘“ Lösung: Klopp wird Markenbotschafter von Red Bull, der Konzern verzichtet auf eine Ablöse.

Wechselt auch Per Mertesacker zum DFB?

Die vertiefenden Gespräche, die vermutlich in New York stattfinden werden, drehen sich neben Gehalt und Sponsoring auch um Klopps Assistenten und deren finanzielle Ausstattung. Und darum, welche Ideen Klopp über die reine Bundestrainerträtigkeit hinaus für den Verband hat? Welches Mitspracherecht er beansprucht? Und ob es atmosphärisch passt? Neuendorf ist ein Mann des Ausgleichs, der überzeugt davon ist, dass eine gute Arbeitsatmosphäre besser ist als Reibung. Gerade in einem Verband wie dem DFB, der ständig unter dem medialen Brennglas steht.

Wenn Klopps Verpflichtung fixiert ist, könnte Neuendorf im nächsten Schritt mit Per Mertesacker über ein DFB-Engagement sprechen. Die beiden kennen und schätzen sich. Rudi Völler wäre gern bereit, Mertesacker einzuarbeiten. Gleichwohl hält Völler sich häufende Expertenvorschläge für „neue Strukturen“ für „Gelaber“. Mit dem einen oder anderen Guru will er sich deshalb mal zusammensetzen und ein paar klare Worte sprechen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Markus Ulmer

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