Zeichen des Protests?
England-Star verweigert seinem Gegner plötzlich den Handschlag
Beim WM-Duell England gegen Ghana sorgte ein verweigerter Handschlag für einen Aufreger. Und auch die Fans von der Insel standen in der Kritik.
Die WM 2026 ist um einen weiteren Aufreger reicher. Bei der Partie zwischen England und Ghana (0:0) verweigerte Djed Spence vor dem Anpfiff seinem umstrittenen Gegenspieler Thomas Partey den obligatorischen Handschlag. Ein Video der Szene verbreitete sich anschließend rasant in den sozialen Medien.
Für viele Fans war die vermeintliche Reaktion des Tottenham-Profis ein Zeichen des Protests. Nach dem Spiel wollte Partey eine entsprechende Frage in der Interviewzone nicht beantworten und reagierte auf die Nachfrage, ob Spence ihm den Handschlag verweigert habe, nicht. Alle anderen englischen Nationalspieler gaben ihm indes die Hand.
Spencer verweigert Partey den Handschlag: Gahna-Profi wegen mehrfacher mutmaßlicher Vergewaltigung angeklagt
Partey steht im Mittelpunkt einer der größten Kontroversen der WM 2026. Der ghanaische Mittelfeldspieler ist in Großbritannien wegen mutmaßlicher Vergewaltigungen in fünf Fällen angeklagt. Diese sollen sich zwischen 2021 und 2022 zugetragen haben. Im Februar folgte eine weitere Anklage gegen den Ex-Arsenal-Profi wegen zweifacher Vergewaltigung.
Partey bestreitet die Vorwürfe und plädiert in beiden Verfahren auf unschuldig. Die Vorwürfe verfolgen den Ghanaer dennoch auf Schritt und Tritt. So durfte der 33-Jährige nicht nach Kanada einreisen und verpasste somit das erste Gruppenspiel. In Boston folgte nun der verweigerte Handschlag von Spencer.
Shakira-Küsschen bei nächster Messi-Gala – die Promis bei der WM




Und auch die englischen Fans, drückten deutlich aus, was sie von Partey halten. Nämlich nicht allzu viel. Der Ghana-Profi wurde während der ganzen Partie von den Rängen ausgepfiffen. Bereits bei der Vorstellung der Spieler startete das Pfeifkonzert auf den Tribünen. Immer wenn Partey in der Anfangsphase an den Ball kam, setzte es erneut ein.
Ghanas Trainer Carlos Queiroz übte nach dem Abpfiff scharfe Kritik an den englischen Fans. Am ARD-Mikrofon sagte er: „Leider bringen sie ihre Politik und all diese Themen ins Spiel ein. Es ist unsere Pflicht, das zu ignorieren. Das ist Fußball, das ist Unterhaltung. Aber wir wussten, dass wir von englischen Fans nichts anderes erwarten können.“
Queiroz legte nach. Er respektiere die englischen Fans zwar. „Aber ich hoffe, dass sie mehr Moral an den Tag legen, in anderen Fragen der Welt, die wichtiger sind als ein einzelner Fußballspieler. Leider sehe ich diese Moral bei englischen Fans nicht, wenn es um andere ernste Probleme in der Welt geht“, sagte der Trainer. (smo)
Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/PA Wire | Nick Potts
