Nach jahrelangen Ermittlungen

Entscheidung in Verfahren um Weltmeister Jerome Boateng gefallen

Die Anschuldigungen gegen Jerome Boateng wegen Körperverletzung wurden nach den Ermittlungen zurückgezogen. Ein Rechtsgrundsatz war dabei ausschlaggebend.

München – Nach jahrelangen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft München I das Verfahren gegen den ehemaligen Fußballnationalspieler Jerome Boateng eingestellt. Boateng, der einst für den FC Bayern München spielte, sah sich Vorwürfen der Körperverletzung gegenüber, die von seiner früheren Freundin Kasia Lenhardt erhoben wurden.

Verfahren gegen Ex-Bayern-Star Jerome Boateng wird eingestellt

Die Einstellung des Verfahrens erfolgte nach dem Rechtsprinzip „in dubio pro reo“, was bedeutet, dass im Zweifel für den Angeklagten entschieden wird. Die Ermittler fanden nicht genügend Beweise, um eine Anklage zu rechtfertigen.

Die Vorwürfe gegen Boateng entstanden Ende 2019 und führten zur Einleitung eines Verfahrens. Die Ermittlungen wurden jedoch vorübergehend eingestellt, bis sie nach dem Tod von Kasia Lenhardt im Jahr 2021 wieder aufgenommen wurden. Es gab Hinweise, „dass die Geschädigte kurz vor ihrem Tod vom Beschuldigten massiv verletzt wurde und diese Verletzungen möglicherweise im Obduktionsbericht dokumentiert sein könnten“, heißt es in dem Einstellungsbeschluss, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt.

Die Staatsanwaltschaft München I hat das Verfahren gegen Jerome Boateng eingestellt, da der Verdacht der Körperverletzung nicht bestätigt werden konnte.

Beim Verfahren gegen Boateng gab es Probleme bei der Zeugensuche

Ein entscheidendes Hindernis für die Ermittler war die Suche nach neuen Beweisen, insbesondere durch Zeugen. Es gab anonyme Hinweise auf eine mögliche Zeugin, die bereit war, auszusagen. Doch diese Zeugin erschien nicht zu einem vereinbarten Termin und ist mittlerweile unauffindbar. Die Ermittler konnten dadurch keine zusätzlichen Beweise sichern.

Boateng, der vergangenes Jahr den ersten Erfolg seiner neuen beruflichen Karriere feiern konnte, zeigte sich erleichtert über die Entscheidung der Staatsanwaltschaft: „Ich bin froh, dass die Staatsanwaltschaft München das Verfahren gegen mich nun endlich nach fünf Jahren eingestellt hat. Sie erkennt damit an, dass meine Aussagen richtig und die Verdächtigungen gegen mich falsch waren. Ich hoffe, dass meine Familie und ich jetzt zur Ruhe kommen können“, ließ der Weltmeister von 2014 mitteilen.

Yildiz, Uzun, Boateng: Diese Spieler haben sich gegen den DFB entschieden

Türkei Nordmazedonien Fußball
Euro 2024: Türkei - Georgien
Deutschland - Griechenland
Josip Stanisic steht bei Bayern München unter Vertrag. Der in München geborene Verteidiger entschied sich für Kroatien und ist dort Nationalspieler.
Yildiz, Uzun, Boateng: Diese Spieler haben sich gegen den DFB entschieden

Familie von Kasia Lenhardt äußert Kritik an Einstellung des Verfahrens

Auf der anderen Seite äußerte die Familie von Kasia Lenhardt Kritik an der Einstellung des Verfahrens. Ihr Anwalt verwies darauf, dass Boateng in einem anderen Fall wegen Körperverletzung verurteilt wurde, und kritisierte Versuche, das Image des Fußballers zu verbessern.

Die Beziehung zwischen Boateng und Lenhardt hatte bereits in der Vergangenheit für mediales Aufsehen gesorgt, vor allem nach einem Interview, in dem Boateng schwere Vorwürfe gegen seine Ex-Partnerin erhoben hatte. Diese Aussagen beschäftigen die Justiz bis heute, da Lenhardts Mutter rechtliche Schritte gegen bestimmte Aussagen unternommen hat. (kus)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare