Ex-Juwel vor leisem Dortmund-Abschied
Er war als Erbe von BVB-Ikone Reus geplant – doch sein Körper blockierte den Durchbruch
Der BVB sah in ihm den Erben von Marco Reus, doch nun trennen sich die Wege. Eine tragische Verletzungsmisere bremste seinen großen Durchbruch aus.
Dortmund – Es war der 20. Januar 2020, ein Tag, der bei Borussia Dortmund für den Beginn einer neuen Ära stand. Beim spektakulären 5:3-Sieg in Augsburg stahl ein 19-jähriger Norweger namens Erling Haaland mit seinem Debüt-Dreierpack als Einwechselspieler allen die Show.
Doch im Schatten dieses Urknalls stand ein anderes Versprechen für die Zukunft auf dem Platz: der erst 17-jährige Giovanni Reyna, der an diesem Tag ebenfalls sein Debüt für den BVB gab.
Fünfeinhalb Jahre später sind die Wege der beiden Supertalente von einst nicht mehr zu vergleichen. Während Haaland Rekorde in England bricht, findet die traurige Geschichte von Reyna in Dortmund bald ihr leises Ende.
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Der „American Dream“ beim BVB ist ausgeträumt
Der Mittelfeldmann hat keine Zukunft mehr beim BVB, soll den Klub verlassen. Seine Rückennummer 7 ist schon für Neuzugang Jobe Bellingham vorgemerkt. Medienberichte bringen Reyna mit einem Wechsel in die USA in Verbindung, auch Parma Calcio in Italien soll neuerdings sehr konkretes Interesse am Spielmacher zeigen.
Haaland war es, der seinem jungen Kollegen damals den Stempel aufdrückte, der die riesigen Erwartungen in Worte fasste. „Ich nenne Gio Reyna den ‚American Dream‘“, schwärmte der Stürmer. „Was er auf dem Platz macht, ist unglaublich. Er hat eine riesige Zukunft vor sich.“
Und auch der damalige Trainer Lucien Favre, bekannt für seine zurückhaltende Art, urteilte unmissverständlich: „Wer nicht sieht, dass er etwas Besonderes hat, ist blind.“
Reyna war als legitimer Nachfolger von Vereinsikone Marco Reus auserkoren. Doch der Traum ist geplatzt. Der Verkauf des US-Nationalspielers steht bevor, und es bleibt die Frage zurück: Wie konnte es so weit kommen?
Die unendliche Leidensgeschichte von BVB-Juwel Reyna
Die Wurzel allen Übels liegt in Reynas körperlicher Verfassung. Sein immenses Potenzial, seine feine Technik und seine Spielintelligenz wurden immer wieder von seinem eigenen Körper ausgebremst. Der entscheidende Wendepunkt war eine schwere Oberschenkelverletzung im September 2021, die ihn monatelang außer Gefecht setzte. Es war der Beginn einer schier endlosen Kette von Muskelverletzungen, Zerrungen und Fitnessproblemen, die ihm jeglichen Rhythmus raubten.
Diese ständigen Rückschläge veränderten den Spieler Reyna fundamental. Er verlor an Explosivität und Geschwindigkeit, was für einen Offensivspieler auf dem höchsten Niveau ein Todesstoß ist. Schon Ex-Trainer Marco Rose erkannte früh, dass Reyna „über die Zeit etwas verloren“ habe. Die Verletzungen kosteten ihn nicht nur Spielzeit, sondern auch die physischen Voraussetzungen, um sich im intensiven Fußball, den der BVB spielen will, dauerhaft durchzusetzen.
Reyna wurde beim BVB vom Hoffnungsträger zum Problemfall
Unter Edin Terzić fand sich Reyna dann in einer unglücklichen Rolle wieder. Er wurde zum Edel-Joker, der zwar Spiele von der Bank entscheiden konnte, aber dem man keine 90 Minuten mehr zutraute. Für mehr Spielanteile ließ sich Reyna zu Nottingham Forest ausleihen, im physischen Abstiegskampf der Premier League bekam er aber kein Bein auf den Boden.
Die FIFA Klub-WM lieferte dann den finalen Beweis, dass Reynas Zeit in Dortmund abgelaufen ist. Während andere Spieler sich ins Schaufenster stellen konnten, war er einer der größten Verlierer des Turniers, durfte nur einmal spielen und war sonst eher als Marketinggesicht dabei. Es war das letzte Signal, dass die sportliche Führung nicht mehr mit ihm plant.
Ein melancholischer Abschied aus Dortmund mit Hoffnungsschimmer
Am Ende ist es ein jammerschade, dass dieses einstige Top-Talent beim BVB gescheitert ist. Die Gründe sind vielschichtig: eine tragische Verletzungshistorie, der Verlust der physischen Grundlagen und eine schwierige Gemengelage abseits des Platzes. Für Borussia Dortmund bleibt die melancholische Erkenntnis, ein großes Versprechen nicht eingelöst zu haben.
Für Reyna persönlich muss dieser Abschied aber kein Ende sein. Er ist erst 22 Jahre alt. Ein Tapetenwechsel, sei es nach Italien oder in die amerikanische Heimat, kann eine riesige Chance sein: Um in einem neuen Umfeld seinen Körper zu stabilisieren, sein Selbstvertrauen wiederzufinden und konstante Spielpraxis zu sammeln.
Man kann dem so begabten jungen Mann nur wünschen, dass dieser Schritt zurück ihm hilft, doch noch die Kurve zu kriegen und den „American Dream“ an einem anderen Ort mit Leben zu füllen.
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