Schon vier Tore für Nizza

Frankreich-Insider nennt Erfolgsrezept von Eintracht-Leihgabe Wahi

Elye Wahi hat nach seinem Wechsel von Eintracht Frankfurt zu OGC Nizza sofort gezündet. Wie kam es zu diesem Aufschwung?

Elye Wahi erlebte zwölf unglücklich verlaufende Monate bei Eintracht Frankfurt. Er heuerte nach dem Abgang von Omar Marmoush zu Manchester City im Januar 2025 für rund 26 Millionen Euro bei den Hessen an. Wahi konnte die Lücke allerdings nie schließen und verlor Stück für Stück an Selbstvertrauen und Marktwert.

Elye Wahi hat bei Nizza wieder Grund zur Freude

Sportvorstand Markus Krösche zog daher die Notbremse und verlieh ihn zurück in dessen Heimat. OGC Nizza packte zu und sicherte sich die Dienste des Angreifers – allerdings ohne Kaufoption. Und Wahi blühte sofort auf und traf schon vor seiner Knöchelverletzung in Liga und Pokal viermal. Der 23-Jährige war zudem im Elfmeterschießen einmal erfolgreich.

Eintracht-Leihgabe Elye Wahi überzeugt in Nizza

Er kehrte einen Monat nach seinem Verletzungsschock zurück und entschied als Joker die Partie mit Vorlage und Treffer in Angers (2:0). Der Klassenerhalt rückt dadurch in greifbare Nähe, zudem steht man im Halbfinale des Coupe de France. Führt Wahi das Team sogar noch zu einem Titel und damit in die Europa League? Es wäre die Krönung einer Zusammenarbeit, die passt.

Matteo Amghar ist Journalist bei der renommierten französischen Sportzeitung L’Équipe. Er erklärte im exklusiven Gespräch mit Absolut Eintracht: „Elye Wahi wird geschätzt, da er in dieser für den Verein sehr schwierigen Saison ein wahrer Lichtblick ist. Seine Ankunft fiel mit einem Formaufschwung der Mannschaft zusammen, der jedoch endete, sobald er sich am Knöchel verletzte.“

Von Mallorca nach Frankfurt – Die außergewöhnliche Reise des Albert Riera

Die Anfänge auf der Sonneninsel Mallorca:
Albert Riera Ortega wurde am 15. April 1982 in Manacor auf Mallorca geboren – der gleichen Stadt, in der Tennis-Superstar Rafael Nadal eine internationale Tennisschule betreibt. Schon früh zog es den jungen Riera jedoch nicht zu den Tennisplätzen, sondern zu den Fußballplätzen seiner Heimatinsel, wo er seine ersten Schritte im Profifußball bei RCD Mallorca machte.
Der Durchbruch bei Real Mallorca:
Bei seinem Heimatverein RCD Mallorca durchlief Riera die gesamte Jugendabteilung und schaffte den Sprung in die erste Mannschaft. Mit den Mallorquinern erlebte er seine ersten großen Erfolge und war Teil des Teams, das den Copa del Rey gewann - den ersten Pokalsieg in der Vereinsgeschichte von Mallorca. Diese frühen Erfahrungen prägten ihn nachhaltig und legten den Grundstein für seine spätere internationale Karriere.
Der erste Schritt ins Ausland - Bordeaux:
2003 wagte Riera den mutigen Schritt ins Ausland und wechselte zu Girondins Bordeaux in die französische Ligue 1. In der Stadt an der Garonne sammelte er seine ersten Erfahrungen im internationalen Profifußball und entwickelte sich zu einem vielseitigen Flügelspieler. Die zwei Jahre in Frankreich sollten ihm später als Trainer zugutekommen, als er 2023 überraschend als Coach zu Bordeaux zurückkehrte.
Die Rückkehr nach Spanien - Espanyol Barcelona:
Nach seiner Zeit in Bordeaux kehrte Riera 2005 nach Spanien zurück und schloss sich Espanyol Barcelona an. Bei den Katalanen absolvierte er mit 94 Partien die meisten Spiele seiner aktiven Laufbahn und etablierte sich als einer der konstantesten Leistungsträger der Liga. Seine herausragenden Leistungen auf der linken Außenbahn machten bald größere Vereine auf ihn aufmerksam.
Von Mallorca nach Frankfurt – Die außergewöhnliche Reise des Albert Riera

Nizza holte in den drei Partien ohne ihn nur einen Zähler. Gegen Angers zeigte er seine Klasse. Doch was klappt nun in Frankreich, was bei der Eintracht überhaupt nicht funktionierte? Was ist das Erfolgsrezept? „Ich weiß nicht genau, wie sein Verhältnis zu Dino Toppmöller und dem Trainerstab bei Eintracht war, aber mit Claude Puel in Nizza läuft es hervorragend“, so Amghar. Bekannt ist, dass Wahi unter Toppmöller nur wenig Bewährungschancen erhielt – und diese wenigen nicht zu nutzen wusste.

In Nizza ist die Welt für ihn eine andere. Amghar gab Einblicke: „Trainer Puel sagte nach dem Spiel: ‚Ich glaube, Elye braucht einfach nur das Gefühl, dass man ihn mag. Obwohl wir uns in einer schwierigen Lage befinden, hat er hier in Nizza ein Umfeld gefunden, in dem er sich entfalten kann.‘ Der Beweis: Er ist direkt zu Puel gelaufen, um sein Tor zu feiern. Außerdem kennt er die Ligue 1 gut, das ist also von Vorteil.“

Doch wie geht es im Sommer weiter bei Wahi? In Frankfurt freuen sie sich über dessen Entwicklung. Allerdings will Krösche dessen Landsmann Arnaud Kalimuendo fest verpflichten, Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib nehmen im Optimalfall tragende Rollen im Angriff ein. Es ist schwer vorstellbar, dass Wahi dieses Trio vervollständigt. Muss ein erneutes Leihgeschäft her? Ein endgültiger Transfer wäre für Klubs aus der Ligue 1 kaum zu stemmen.

Frankreich-Insider glaubt nicht an festen Transfer in die Ligue 1

Amghar ordnete ein: „Ich glaube nicht, dass ein französischer Verein die Mittel für einen Transfer hat. Lens hat vor drei Jahren bereits viel in ihn investiert und wird das nicht noch einmal tun. Lyon hat kein Geld. Nur Rennes, Straßburg oder Monaco könnten diesen Transfer stemmen. Aber ich denke, dass diese Vereine derzeit auf andere Spielertypen setzen. Vielleicht melden sich Vereine, wenn er eine starke Saison mit 20 Toren hinlegt.“

Wahi kommt aus einer sehr schwierigen Phase in seiner Karriere. 2023 galt er als eine der heißesten Aktien auf dem französischen Markt. Er wechselte für 30 Millionen Euro von Montpellier nach Lens. Zwölf Monate später ging es für 27 Millionen Euro weiter zu Olympique Marseille. Dort setzte der Abwärtstrend ein, der bei der Eintracht nicht gestoppt werden konnte.

„Claude Puel versteht es, Spieler wieder auf die Beine zu bringen, indem er ihnen viel Zuneigung entgegenbringt“, erklärte Amghar, der eine weitere Vermutung hat: „Vielleicht motiviert ihn auch sein Ziel, mit der Elfenbeinküste an der Weltmeisterschaft teilzunehmen.“ Dort könnte Wahi auf Deutschland und möglicherweise auf ehemalige Kollegen wie Nathaniel Brown, Robin Koch oder Jonathan Burkardt treffen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/William Cannarella

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