Nach Siegtor gegen Ghana

Ex-DFB-Stars schießen in der Causa Undav gegen Bundestrainer Nagelsmann

Bundestrainer Julian Nagelsmann sorgte mit seinen negativen Aussagen zu DFB-Stürmer Deniz Undav für Kopfschütteln. Von mehreren Experten erntet er dafür Kritik.

Mit einem unvollendeten Satz hat Bundestrainer Julian Nagelsmann nach dem 2:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Ghana eine Debatte über seinen Umgang mit Deniz Undav ausgelöst – und zwei Fußball-Legenden auf den Plan gerufen. „Ich kenne keinen Bundestrainer in der Vergangenheit, der seine eigenen Spieler so schlechtredet. Das ist für mich ein absolutes Novum“, sagte Ex-Europameister Markus Babbel in der Sport1-Talkshow Doppelpass.

Deniz Undav hat derzeit nicht den besten Stand bei Bundestrainer Julian Nagelsmann.

Nagelsmann hatte in seiner Pressekonferenz nach dem Spiel am vergangenen Montag angedeutet, dass der 18-malige Torschütze der Bundesliga auch bei der kommenden WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko nicht über die Rolle des Jokers hinauskommen werde. Dabei ließ der DFB-Trainer auch einen Satz über mögliche Leistungsabfälle demonstrativ offen.

Vor WM 2026: Effenberg und Babbel mit scharfer Kritik an DFB-Coach Nagelsmann

Auch Stefan Effenberg, 35-maliger Nationalspieler, zeigte sich befremdet. Nagelsmanns Kommunikation sei für ihn „irritierend. So kannst du über einen Topstürmer nicht reden.“ Der Bundestrainer habe sich damit selbst unter Druck gesetzt und dem Spieler geschadet: „Du sägst ja im Endeffekt einen Undav weg.“ Babbel legte nach: „Ich kann mich nicht erinnern, dass es schon mal einen Bundestrainer gab, der öffentlich einen Spieler so an die Wand nagelt.“

Nagelsmann selbst hatte nach dem Spiel gegen Ghana gesagt: „Er setzt sich mit seinen Aussagen ja selber unter Druck, von dem her ist es okay für mich. Sobald er dann anfängt, weniger Tore zu schießen....“ – mehr folgte nicht. Der 29-jährige Stuttgarter hatte in eben jenem Spiel den späten Siegtreffer zum 2:1 der deutschen Nationalmannschaft erzielt. Auch TV-Experte Didi Hamann bereiteten die Aussagen Nagelsmanns zu Undav Sorgen.

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Undav selbst gibt sich unbeeindruckt. Im Aktuellen Sportstudio des ZDF, nach dem 0:2 seiner Stuttgarter im Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Dortmund, berichtete er von einem Telefonat mit dem Bundestrainer: „Ich habe mit dem Bundestrainer am Tag danach telefoniert. Wir haben alles geklärt.“ Seine Botschaft war eindeutig: „Ich bin entspannt, ich weiß das einzuordnen, deswegen ist alles gut zwischen Herrn Nagelsmann und mir.“

Seinen Platz im WM-Kader (hier zum WM-Spielplan) will er sich durch Leistung sichern: „Ich versuche, alles zu geben für die WM, dass ich da dabei sein darf. Wir sind eine Einheit, wir sind ein Land, ob ich eine Minute spiele oder 90 Minuten – ich werde immer alles geben und versuchen, der Mannschaft zu helfen.“ (seb)

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