Wer würde nachrücken?

Was passiert, wenn der Iran nicht an der WM 2026 teilnimmt?

Aufgrund der aktuellen Eskalation im Nahen Osten könnte der Iran die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im kommenden Sommer boykottieren. Doch was dann?

Die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2026 könnte tatsächlich ohne den Iran stattfinden. Der iranische Sportminister Ahmad Donjamali hat in einem TV-Interview erklärt, dass die Teilnahme der Nationalmannschaft aufgrund der anhaltenden Kriegshandlungen mit dem Gastgeberland USA stark infrage stehe.

FIFA-Präsident Gianni Infantino.

„Da diese korrupte Regierung unseren Führer ermordet hat, haben wir unter allen Umständen keine Bedingungen, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen“, sagte Donjamali mit Blick auf die USA. Zuvor hatte auch der Präsident des iranischen Fußball-Verbandes, Mehdi Taj, bereits Zweifel an einer WM-Teilnahme geäußert: „Das US-Regime hat unser Heimatland angegriffen – das ist ein Vorfall, der nicht unbeantwortet bleiben wird.“

Finanzielle Konsequenzen bei Iran-Rückzug

Sollte der Iran auf die Teilnahme verzichten, drohen dem Land jedoch empfindliche finanzielle Strafen. Der Iran müsste im Falle eines Rückzugs spätestens 30 Tage vor dem ersten Spiel mit einer Geldstrafe von mindestens 250.000 Schweizer Franken (ca. 275.000 Euro) rechnen. Erfolgt der Rückzug weniger als 30 Tage vor dem Turnierbeginn, beträgt die Mindeststrafe 500.000 Schweizer Franken (ca. 550.000 Euro).

Darüber hinaus wäre das Land verpflichtet, alle von der FIFA erhaltenen Gelder zurückzuzahlen. Dazu zählen 1,5 Millionen US-Dollar für die Vorbereitungskosten und ein Preisgeld von mindestens neun Millionen US-Dollar, das den Mannschaften zusteht, die bei der WM die Plätze 33 bis 48 belegen. Außerdem bestünde die Möglichkeit, dass der Iran zusätzlich von der Teilnahme an der WM 2030 ausgeschlossen wird.

Rückblick WM 2014 – Was können wir für 2026 lernen?

Zur Vorbereitung auf die WM wurden vier Freundschaftsspiele geplant, davon das letzte als Benefiz-Spiel. Zwischen dem zweiten und dritten Spiel fand vom 21. bis 31. Mai 2014 ein Trainingslager im Passeiertal in Südtirol statt.
Geschlossen, konzentriert, ohne Allüren – so startete Deutschland 2014 ins Turnier. Schon hier war zu spüren, dass Hierarchien klar verteilt waren. 2014 gewann kein Star das Turnier, sondern eine funktionierende Ordnung.
Thomas Müller eröffnete die WM mit brutaler Effizienz. Drei Tore erzielte der damals 24-Jährige im Auftaktspiel gegen Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo. Ein Turnierstart, den wir uns 2026 so auch wünschen würden.
Plötzlich geriet Deutschland ins Wanken. Im zweiten Gruppenspiel gegen Ghana war das DFB-Team gefordert. Gegen Prince Boateng und Co. kamen die Deutschen nicht über 2:2 hinaus. Ein Spiel, das den Charakter der deutschen Elf testete.
Rückblick WM 2014 – Was können wir für 2026 lernen?

Wer würde für den Iran bei der WM 2026 nachrücken?

Die FIFA hat in ihren Wettbewerbsbestimmungen festgelegt, dass sie im Falle eines Rückzugs eines qualifizierten Teams „nach eigenem Ermessen“ über die Nachfolge entscheidet. Diese vage Formulierung gibt dem Weltverband einen großen Handlungsspielraum. In der Praxis könnte dies bedeuten, dass ein anderes Team aus dem asiatischen Kontinentalverband nachrückt.

Der Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate gelten als die wahrscheinlichsten Kandidaten für einen Nachrückerplatz. Der Irak kämpft derzeit noch in den Play-offs um ein WM-Ticket und könnte bei einem Scheitern als Nachrücker in Betracht gezogen werden. Sollten die Iraker sich qualifizieren, wären die Vereinigten Arabischen Emirate die logische Wahl.

Es gibt jedoch auch Gerüchte, dass die FIFA das bestplatzierte FIFA-Team, welches aktuell nicht qualifiziert ist, als Ersatz für den Iran nominieren könnte. In diesem Fall wird Italien als mögliche Option gehandelt. Die Squadra Azzurra hat seit 2014 nicht mehr an einer Weltmeisterschaft teilgenommen und kämpft derzeit noch in den europäischen Play-offs um die Qualifikation. (hbr)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Lafargue Raphael/ABACA

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