Zwei Deals fix

Gladbach-Fans fordern Transfers – Erster Coup trotzdem schon da?

Die Fans von Borussia Mönchengladbach sehnen sich nach Transfers. Einer der bereits unter Vertrag genommenen Spieler könnte sich aber als Trumpf erweisen.

Mönchengladbach – Seit Roland Virkus 2022 zum Sport-Geschäftsführer von Borussia Mönchengladbach ernannt worden ist, folgt jeder Transfersommer einem bestimmten Muster.

Gladbach-Boss Virkus geht in jedem Sommer ähnlich vor

Erst geht Gladbach in Vorleistung, spätestens aber nach zwei Transfers, die eine Ablösesumme beinhalten, muss Geld für weitere Neuzugänge beschafft werden. Heiß wird es deshalb vor allem kurz vor Toresschluss, wenn das eigene Tafelsilber doch noch Interesse weckt.

Rudy, Contento, Bender-Zwillinge, Großkreutz: Ex-Profis im Amateurfußball

Sebastian Rudy bei einem Spiel der TSG Hoffenheim
Diego Contento bei einem Legendspiel des FC Bayern
Raffael bei einem Spiel von Borussia Mönchengladbach
Fin Bartels bei einem Spiel von Holstein Kiel
Rudy, Contento, Bender-Zwillinge, Großkreutz: Ex-Profis im Amateurfußball

Auffällig ist zudem, dass Virkus gerne in der 2. Bundesliga wildert. So verpflichtete Gladbach 2022 Ko Itakura, der bei Manchester City unter Vertrag stand, die Saison 2021/22 aber beim FC Schalke 04 verbracht hatte. Im Sommer 2023 kam Robin Hack von Arminia Bielefeld, das in die dritte Liga abgestiegen war, 2024 wechselte Philipp Sander von Holstein Kiel an den Niederrhein.

Mit Jens Castrop hat Gladbach im vierten aufeinanderfolgenden Sommer einen Zweitliga-Profi verpflichtet. Der deutsche U21-Nationalspieler verstärkt das zentrale Mittelfeld und kostet nach seinem Wechsel vom 1. FC Nürnberg zu Borussia 4,5 Millionen Euro.

Gladbach kauft gerne in der 2. Bundesliga ein

Im Interview mit Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, übte Ex-Borusse Thomas Kastenmaier leise Kritik an der Strategie, im Zweitliga-Teich zu fischen. Dabei haben sich die bisherigen Transfers als lohnenswerte Investitionen erwiesen.

Jens Castrop soll der nächste Star von Borussia Mönchengladbach werden.

Itakura ersetzte den zum SC Freiburg abgewanderten Matthias Ginter tadellos und entwickelte sich zum Gladbacher Abwehrchef. In dieser Saison blieb der Japaner erstmals verletzungsfrei und stellte seine Klasse konstant unter Beweis. Ein Transfer – Eintracht Frankfurt zählt zu den Interessenten – soll etwa zwölf Millionen Euro einbringen. Das wäre, rein an der Ablösesumme 2022 gemessen, ein Gewinn von sieben Millionen Euro.

Bei Itakura war absehbar, dass der Sprung in die Bundesliga gelingen würde, für Hack stellte dieser Schritt eine größere Herausforderung dar. Der Flügelspieler hatte zwar 2021/22 für Arminia 30 Bundesligaspiele absolviert, erzielte aber kein Tor und blühte erst nach dem Abstieg in die 2. Bundesliga mit zehn Toren und fünf Vorlagen auf.

Auch Hack und Sander sind in Gladbach durchgestartet

Nach etwas Anlaufzeit fand sich Hack in Gladbach immer besser zurecht und eroberte spätestens 2024 den Stammplatz auf der linken Offensivseite. In seiner ersten Saison avancierte er mit zehn Toren zum besten Fohlen-Torjäger, 2024/25 brachte er es „nur“ auf vier Tore und acht Vorlagen, nahm dafür aber im Spiel gegen den Ball eine immer wichtigere Rolle ein. Längst ist Hack bei Borussia gesetzt, kommende Saison wird er die Marke von 100 Bundesligaspielen knacken.

Hinter Sander stand ebenfalls ein Fragezeichen, galt der defensive Mittelfeldspieler doch als Spätzünder. Was Gladbach an ihm hat, war offensichtlich, als Sander vom 27. bis 31. Spieltag wegen eines Infekts ausgefallen war. Als Stabilisator gegen den Ball nimmt der 27-Jährige eine wichtige Rolle ein, im Tandem mit Julian Weigl ist er außerdem bei eigenem Ballbesitz wichtig. Der ehemalige Kieler Kapitän hat einen guten Eindruck hinterlassen und kann in der kommenden Saison noch wichtiger für Gladbach werden.

Jeltsch-Entwicklung macht Castrop Mut

Ob Castrop eine ähnliche Entwicklung nehmen wird, bleibt selbstredend abzuwarten. Mit seinen Qualitäten als Balltreiber und mit seinem Tempo bringt er aber zwei Eigenschaften mit, die dem Borussen-Mittelfeld fehlen.

Von seinem Profil her gilt Castrop als verspäteter Ersatz für Manu Koné, der 2024 zur AS Rom gewechselt ist. Findet Gerardo Seoane eine Rolle, in der der U21-Nationalspieler seine Stärken optimal zur Geltung bringen kann, wird er eine faire Chance erhalten.

Castrop ist mit Beginn der Saisonvorbereitung in der Bringschuld und muss das in ihn gesetzte Vertrauen zurückzahlen. Mut macht aus Gladbacher Sicht das Beispiel Finn Jeltsch. Das Innenverteidiger-Talent wechselte im Winter von Nürnberg zum VfB Stuttgart, absolvierte zehn Startelfeinsätze und spielte neunmal über 90 Minuten durch.

Besser hätte der U17-Weltmeister kaum starten können – und auch Castrop würde sich über einen solchen Auftakt keinesfalls beschweren.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Sascha Janne

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