Analyse angekündigt
Gladbach-Fans gegen Seoane – Trainer zeigt sich weiter kämpferisch
Wie geht es mit Borussia Mönchengladbach und Gerardo Seoane weiter? Der Coach und Sportchef Roland Virkus bezogen nach dem 0:1 gegen Wolfsburg Stellung.
Mönchengladbach – Eigentlich war die Stimmung im Borussia-Park vor dem Anstoß des Heimspiels gegen den VfL Wolfsburg positiv. Allerdings gab es bei der Verlesung von Borussia Mönchengladbach die erste negative Auffälligkeit.
Gladbach-Fans pfeifen Seoane aus
Cheftrainer Gerardo Seoane wurde vereinzelt von den Fans ausgepfiffen, auch Stürmer Tomáš Čvančara musste Pfiffe – und zwar noch viel mehr als Seoane – aushalten.
Der Schweizer Übungsleiter steht seit seinem Amtsantritt im Sommer 2023 in regelmäßigen Abständen unter schwerer Kritik. Aufgrund der Gladbacher Hochphase zwischen November und März verstummten die Pfiffe, die schwache Ausbeute von zwei Punkten aus den letzten sieben Saisonspielen inklusive des Absturzes von Platz fünf auf zehn ließen den Unmut im Umfeld aber wieder hochkochen.
Was bleibt Borussia am Ende? Seoanes zweite Saison ist auf dem Niveau seiner Vorgänger Adi Hütter und Daniel Farke, auf einen über weite Strecken positiven Abschnitt folgte der krachende Absturz. Da waren nach der Niederlage gegen die Wölfe erneut Zweifel zu vernehmen. Gladbach und Seoane, geht das noch gut?
Ist Gladbach hundertprozentig von Seoane überzeugt?
Der Trainer hatte am Donnerstag betont, es gebe keine Gespräche über die Zukunft, folgen würden diese erst nach der Saisonanalyse und den daraus folgenden Ableitungen über die zukünftige Ausrichtung. Damit habe er „alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt“, betonte Sport-Geschäftsführer Roland Virkus am Samstag in der Mixed Zone.
Auf die Frage, ob Borussia hundertprozentig vom Trainerteam überzeugt ist und es in jedem Fall in dieser Konstellation weitergehen wird, sagte Virkus indes: „Ich weiß gar nicht, woher der Druck kommt. Der Trainer steht bis 2026 unter Vertrag.“ Etwaige Gespräche seien aufgrund der noch ausstehenden Analyse nicht notwendig.
Virkus kann „den Unmut der Fans völlig verstehen“
Neben den positiven Ansätzen, die in den vergangenen Wochen mehrfach hervorgehoben worden sind, gebe es „noch viele Steine, die wir aus dem Weg räumen müssen“, legte Virkus den Finger erstmals in die Wunde. „Wir haben elf Punkte mehr geholt, trotzdem hat man das Gefühl, es wäre mehr drin gewesen. Man hat das Gefühl gehabt, wir haben etwas liegen lassen.“
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Dinge, auf die man Einfluss habe, wolle man verbessern, denn angesichts des zehnten Platzes und des drastischen sportlichen Absturzes wurde die angestrebte Platzierung in der oberen Tabellenhälfte verpasst. „Wir haben über drei Viertel der Saison gut performt, das letzte Viertel haben wir nicht gut performt. Man kann den Unmut der Fans völlig verstehen. Wir müssen jetzt für uns klar und ehrlich miteinander umgehen, was das Problem war“, unterstrich Virkus den Gesprächsbedarf.
Seoane will „suchen und graben“, um mit Borussia stabiler zu werden
Seoane äußerte sich derweil auf der Pressekonferenz kämpferisch, als die mittelfristige Zukunft thematisiert wurde.
„Wir sind extrem enttäuscht, dass wir den Fans keinen Heimsieg schenken konnten und dass wir unser angestrebtes Saisonziel nicht erreicht haben. Trotzdem gibt es Punkte, die positiv zu bewerten sind über das Jahr“, so der Schweizer, der in gewohnter Manier vorgehen wird. „Es gilt, selbstkritisch zu sein, zu versuchen, gute Entscheidungen zu treffen, und in der neuen Saison mit Energie und hoch motiviert anzugreifen.“
Gladbach müsse das Ziel verfolgen, „unser Maximum nach oben zu verschieben“, weshalb die Analyse nur der eine Teil der Aufarbeitung sei. „Wichtiger sind die Maßnahmen: Wonach müssen wir suchen und graben, damit wir nächste Saison mehr Lichtblicke haben?“
Denn davon gab es seit April zu wenige. Und damit ließ Seoane erneute Zweifel an seiner Zukunft aufkommen. Ob der 46-Jährige ins dritte Vertragsjahr geht, wirkt Mitte Mai deutlich offener als noch Ende März.
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