Brenzlige Situation
Gladbach im freien Fall – Kleindienst „würde am liebsten explodieren“
Borussia Mönchengladbach verliert das Gastspiel gegen Holstein Kiel. Während des Sinkflugs findet Tim Kleindienst immer deutlichere Worte.
Mönchengladbach – Da hatte jemand aber eine ganz schlechte Laune.
Als Tim Kleindienst nach dem Abpfiff des Bundesligaspiels zwischen Holstein Kiel und Borussia Mönchengladbach bei Sky zum Interview antrat, redete sich der Gladbach-Star den Frust von der Seele.
Die Fohlen haben ein verrücktes Spiel an der Kieler Förde mit 3:4 verloren, kassierten in der 92. Minute durch Shuto Machino den K.-o.-Schlag. Der Japaner erzielte einen Doppelpack, die Vorlage kam ausgerechnet von Kleindienst, der eine Kieler Hereingabe unzureichend klärte.
Kleindienst spricht nach Gladbach-Pleite Klartext
Vorausgegangen war ein Eckball, den Kleindienst aus dem Strafraum beförderte – beim zweiten Ball sah der deutsche Nationalspieler dann unglücklich aus. „Wir gehen nicht mit viel Druck auf den geklärten Ball. Der fliegt wieder rein, ich kriege ihn nicht mehr richtig weggedrückt, weil ich rückwärts laufe“, erklärte Kleindienst seinen Fauxpas.
Die Niederlage war keineswegs unverdient. Gladbach lag zur Halbzeit mit 0:2 in Rückstand, agierte defensiv vogelwild. „Wenn wir so weitermachen, werden wir nicht mehr viele Punkte holen. Ich bin stinksauer, am liebsten würde ich explodieren. Wir haben wieder ein Spiel verloren, gerade gegen Mannschaften wie Kiel darfst du auf gar keinen Fall keine vier Gegentore kriegen. Das ist weder der Anspruch noch die Qualität, die hier herrscht“, sprach Kleindienst beim TV-Sender Klartext.
Schon beim 0:1 in der 15. Minute stach Machino bei einer Ecke zu, „da müssen wir das Kopfballduell annehmen“, analysierte Kleindienst. Vor dem 0:2 durch Alexander Bernhardsson (23.) spielte Fabio Chiarodia einen viel zu kurzen Rückpass auf Jonas Omlin, der seinerseits beim Schuss von Armin Gigovic zum 2:3 (76.) zu spät im kurzen Eck war.
Fans schicken Gladbach-Stars in die Kabine
„Es ist ein bisschen wie vor einer Woche in Dortmund. Viele Tore resultieren aus individuellen Fehlern“, legte Kleindienst den Finger weiter in die Wunde und polterte: „Das wird auf Dauer schwierig, wenn du erst in Rückstand geraten musst, um halbwegs aus dem Arsch zu kommen. Man sieht, wir sind in der Lage, drei Tore zu schießen, aber so viele und einfache Gegentore wie wir kriegen, so viele Tore müssen wir vorne erst einmal schießen.“
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Letzteres gilt allen voran für ihn selbst. Kleindienst blieb erneut torlos, war in den vergangenen acht Spielen nur einmal zur Stelle. Immerhin lieferte er den Assist zum zwischenzeitlichen 3:3 durch Franck Honorat (86.), der als Joker für mächtig Wirbel gesorgt hat.
Spätestens jetzt wird der Ton in Gladbach auch hinter den Kulissen rauer werden müssen. Die Schreckensbilanz: Borussia hat drei der vergangenen vier Spiele verloren, in diesem Zeitraum nur einen Punkt gesammelt und zehn(!) Gegentore kassiert.
Die Fans machten ihre Enttäuschung deutlich, schickten die Spieler weg von der Kurve und rein in die Kabine. Die Situation wird zum Pulverfass, weil Gladbach sowohl mit den Ergebnissen als auch mit den Auftritten in den vergangenen Wochen die Chance auf eine versöhnliche Saison zu verspielen droht. Denn zur Wahrheit gehört auch: Die Fohlen rangieren auf Platz neun, weil der VfB Stuttgart und der FC Augsburg gegen den 1. FC Heidenheim und Bayer Leverkusen verloren haben.
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