Neuer Weg zum Erfolg?
Gladbach setzt auf den nächsten Entwicklungsschritt – „Das ist notwendig“
Wie kann Borussia Mönchengladbach konstanter werden? Die Verantwortlichen haben offenbar eine Antwort auf diese Frage erarbeitet.
Rottach-Egern – Borussia Mönchengladbach bietet unter Gerardo Seoane gerne Spektakel, doch nicht immer freuen sich die Fohlen-Fans über die Action auf dem Rasen.
Gladbach kassiert zu viele Gegentore
Die 3:4-Pleite gegen Holstein Kiel am 31. Spieltag war ebenso ärgerlich wie das darauffolgende 4:4 gegen 1899 Hoffenheim, noch mehr Gegentore hatte es beim 1:5 gegen den VfL Wolfsburg an Spieltag Nummer 17 gehagelt.
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In 74 Pflichtspielen unter Seoane hat Borussia 127 Tore geschossen und 130 Gegentore kassiert, das entspricht einem Schnitt von 1,71 Toren und 1,75 Gegentoren pro Spiel. Freud und Leid sind nah beieinander, das erfuhren die Gladbacher jüngst beim enttäuschenden Saisonfinale mit zwei Punkten aus sieben Spielen.
Mit Blick auf die anstehende Saison gilt es, zwei Hebel in Bewegung zu setzen. Einerseits muss die Anzahl der Gegentore reduziert werden, andererseits muss die Mannschaft ihre Eigenschaft ablegen, sich zu tief fallen zu lassen und sich dem Gegnerdruck fast schon zu ergeben.
Gladbach will „andere Spielweise an den Tag legen“
Am Rande der Auftakteinheit beim Trainingslager am Tegernsee deutete Trainer Gerardo Seoane an, welche Vorstellung er bezüglich des Gladbacher Fußballs in der Saison 2025/26 hat: „Es ist wichtig, einen Abnehmer für Flanken zu haben. Wir arbeiten auch daran, eine andere Spielweise an den Tag zu legen. Das ist notwendig.“
Es müsse Borussia gelingen, „mehr Spielkontrolle zu bekommen als letzte Saison“, betonte Seoane und wagte einen Blick zurück ins Frühjahr: „Zum Schluss, als uns die Körner ausgegangen sind, haben wir es nicht geschafft, dem Gegner unser Spiel mehr aufzudrücken.“
Gewünscht und gefordert werden mehr Ballbesitzphasen. Das bringt mehrere Vorteile: Wer den Ball hat, muss nicht permanent um ein Gegentor bangen. Vielmehr lässt man den Gegner laufen – und schont die eigenen Kräfte. „Das ist vielleicht nicht immer ganz attraktiv, die Leute haben es lieber, wenn es hin und her geht“, so Seoane. „Aber du brauchst mehr Kontrolle im Spiel und mehr Ballbesitz.“
Nur ist Ballbesitz nicht gleich Ballbesitz. Wichtig ist, was die Spieler mit dem Rund anstellen. Der Fußball von Seoane-Vorgänger Daniel Farke fand bei den Fohlen-Fans wenig Anklang, beim langen Aufbauspiel im ersten Drittel wurden oftmals Tempo und Zielstrebigkeit vermisst. Wie die Seoane-Variante aussehen wird, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Taeger
