Wieder viele Spiele sieglos

Seoane und die Gladbacher Horror-Serie offenbaren mehrere Probleme

Bei Borussia Mönchengladbach lief 2024/25 nicht alles schlecht. Das Finale stellte jedoch ein Ende mit Schrecken dar, das zum Nachdenken anregt.

Mönchengladbach – Fans, Spieler und Verantwortliche von Borussia Mönchengladbach waren nach der 0:1-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg eines: niedergeschlagen.

Borussia hat Gesprächsbedarf

Die Stars blieben der Mixed Zone fern, einzig Philipp Sander stellte sich den anwesenden Medienvertretern. Anschließend sagte Sport-Geschäftsführer Roland Virkus mit Bezug auf die anstehende Analyse, Gladbach habe über drei Viertel der Saison gut performt, doch über das letzte Viertel mit zwei Punkten aus sieben Spielen müsse gesprochen werden.

Cheftrainer Gerardo Seoane wirkte auf der darauffolgenden Pressekonferenz sowohl enttäuscht als auch kämpferisch. Der Schweizer hinterließ nicht den Eindruck, vorzeitig das Weite suchen zu wollen. Vielmehr strahlte er den Willen aus, die Situation – wie schon vor einem Jahr – zu korrigieren.

Gerardo Seoane hat bei Borussia Mönchengladbach weiterhin viel Arbeit vor sich.

Auch wenn es vor einem Jahr am Niederrhein noch brenzliger war, da Borussia die Saison 2023/24 auf Platz 14 beendete, herrscht großer Gesprächsbedarf. Denn schon zum zweiten Mal in Folge haben die Fohlen den Endspurt vergeigt.

Gladbach und Seoane scheitern vor der Ziellinie

Zur Erinnerung: In 2023/24 blieb Gladbach ab dem 29. Spieltag sieglos, erreichte drei Unentschieden und verlor drei Spiele. In 2024/25 begann die Sieglos-Serie ab Spieltag Nummer 28, bei zwei Remis kassierte Borussia fünf Niederlagen.

Überhaupt musste Seoane mit den Fohlen in seinem ersten Jahr gleich dreimal mindestens fünf Spiele auf einen Sieg warten. Neben dem verpatzten Saisonausklang misslang auch der Start, an den ersten fünf Spieltagen sollte kein Sieg gelingen. Auch an den Spieltagen 18 bis 22 sprang seinerzeit kein Dreier heraus.

In 2024/25 blieb Gladbach am längsten ohne Dreier, als das Kalenderjahr 2025 mit drei Niederlagen gegen den FC Bayern, VfL Wolfsburg und gegen Bayer Leverkusen eingeläutet wurde. Wehmut tritt ein, weil Borussia nach dieser Null-Punkte-Woche sechs der darauffolgenden neun Spiele gewann und den Eindruck hinterließ, Rückschläge wie gegen Augsburg oder Mainz wegzustecken. Diesen teilen die Fans nach dem dürftigen Saisonende nicht mehr.

Gladbach geht oft die Puste aus

Dass Gladbach zum Ende hin die Puste ausgeht, wird auch in anderen Statistiken ersichtlich.

Zum einen spielt die Seoane-Elf zum zweiten Mal in Folge eine schwache Rückrunde. 2023/24 folgten auf 20 Punkte in der Hinrunde nur 14 Zähler in der zweiten Saisonhälfte. 2024/25 fuhr Gladbach 24 Punkte vor der Saisonhalbzeit ein und 21 Punkte in der Rückrunde. Der Absturz wirkt in dieser Saison nicht ganz so dramatisch, das wiederum ist der starken Phase von Ende Januar bis Ende März zu verdanken.

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Zum anderen ist Gladbach in der Crunchtime eines Fußballspiels anfällig für Gegentore. In der frisch abgelaufenen Saison kassierten die Fohlen in der Phase zwischen der 31. und 45. Minute insgesamt elf Gegentreffer, das ist Platz 17 im Bundesliga-Vergleich. Auf diesem landet Gladbach auch in der Phase zwischen der 61. und 75. Minute mit zehn Gegentoren.

Anfällig ist Borussia zudem in der Schlussviertelstunde, erneut zehn Gegentore bedeuten den viertschwächsten Wert aller Bundesligisten. Insgesamt sind 31 von 57 Gegentoren in den entscheidenden Spielphasen gefallen, 20 alleine ab der 61. Minute. Konstanz braucht es insofern nicht nur über mehrere Spiele hinweg, sondern auch in 90 Minuten.

Seoane bessert Gladbach-Punkteschnitt leicht auf

Dass dem Kader Qualität fehlt, liegt auf der Hand. In dieser Hinsicht ist Virkus stärker in der Verantwortung als Seoane. Der Coach allerdings hat die Aufgabe, das Maximum aus der Mannschaft herauszuholen.

Das Fazit fällt nach zwei Jahren durchwachsen aus. Die Seoane-Borussia gewann 20 von 68 Bundesligaspielen, kassierte bei 19 Unentschieden 29 Niederlagen, erzielte 111:124 Tore und sammelte im Schnitt 1,16 Punkte pro Spiel.

In seiner Gesamtbilanz steht Seoane bei durchschnittlich 1,23 Punkten pro Spiel. Damit ist der Schweizer noch immer der schwächste Trainer seit Michael Frontzeck, der in seiner von Juli 2009 bis Februar 2011 befristeten Amtszeit 1,05 Punkte pro Partie sammelte. Der 46-Jährige genießt zwar weiterhin das Vertrauen der Vereinsführung, eine dritte ernüchternde Saison dürfte allerdings kaum folgenlos bleiben.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Julian Meusel / SVEN SIMON

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