Fohlen auf Einnahmen angewiesen

Gladbach wird ersten Millionen-Deal aller Voraussicht nach verpassen

Borussia Mönchengladbach ringt um Einnahmen. Einen wertvollen Transfer werden die Fohlen in diesem Sommer nicht abschließen können.

Mönchengladbach – Die Saison 2024/25 hätte für Borussia Mönchengladbach nicht schlimmer enden können.

Borussia verliert gegen Wolfsburg – und Tim Kleindienst

Die Mannschaft von Gerardo Seoane ist mit sieben sieglosen Spielen in Folge über die Ziellinie gelaufen, hat zum Abschluss eine 0:1-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg kassiert und alle Ziele verpasst. Keine Einstelligkeit, keine 50 Punkte, kein Europapokal – auch wenn der offiziell nie als Ziel galt.

Tim Kleindienst (m.) wird Gladbach für mehrere Monate fehlen.

Genauso schwer wog die Nachricht, die Roland Virkus den Reportern am Samstagnachmittag in der Mixed Zone übermittelte. Tim Kleindienst verpasste das Saisonfinale aufgrund einer Knieverletzung aus dem vorherigen Spiel gegen den FC Bayern. Der Torjäger wird in dieser Woche operiert und mehrere Monate ausfallen. Borussia hatte die Verletzung verschleiert, um den Fokus auf das Spiel gegen Wolfsburg zu legen.

Kleindienst-Verletzung trifft Gladbach doppelt

Die Schocknachricht ist in erster Linie ein Rückschlag für Kleindienst selbst. Der 29-Jährige hatte gute Chancen auf eine Nominierung für das Final-Four-Turnier der Nations League, in dem Deutschland im Halbfinale am 4. Juni auf Portugal trifft. Im Finale oder im Spiel um Platz drei geht es gegen den Gewinner respektive Verlierer des Duells Spanien gegen Frankreich.

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Genauso handelt es sich um eine doppelte Hiobsbotschaft für Gladbach. Einerseits gilt es, Kleindienst mindestens für den Beginn der Saison zu ersetzen, vielleicht sogar darüber hinaus. Wie lange der Mittelstürmer exakt ausfällt, ist nicht überliefert.

Andererseits verpasst Borussia einen ersten potenziellen Millionen-Deal. Um Kleindienst rankten sich seit Monaten Gerüchte, die Bild-Zeitung brachte etwa Tottenham Hotspur und ein vermeintliches Angebot über 28 Millionen Euro ins Spiel. Aufgrund der Schwere der Knieverletzung ist aber kaum davon auszugehen, dass Offerten in dieser Höhe eintreffen werden.

Wie groß fällt der Gladbach-Umbruch wirklich aus?

Selbstverständlich wäre ein Abgang von Kleindienst nach nur einer Saison auf sportlicher Ebene ein schwerer Schlag gewesen. Allerdings hätte Gladbach die Einnahmen gut gebrauchen können, um auf mehreren Baustellen zu agieren. Neben einem Ersatz für den 16-Tore-Stürmer hätte etwa ein Konkurrent für Robin Hack auf dem linken Flügel verpflichtet werden können.

Nun ist Gladbach auf andere Einnahmen angewiesen, um an den Stellschrauben des Kaders zu drehen. Am wahrscheinlichsten wirkt ein Verkauf von Ko Itakura, während etwaige Abgänge von Stefan Lainer und Marvin Friedrich kaum Geld einbringen dürften. Möglich erscheint auch ein Abschied von Luca Netz oder Julian Weigl. Rocco Reitz kündigte hingegen in einem Interview mit der Bild-Zeitung seinen Verbleib an.

Offen ist indes, welches Budget selbst nach mehreren Spielerverkäufen zur Verfügung steht, da nur in seltenen Fällen die kompletten Einnahmen reinvestiert werden – zumal der Klub bei Kevin Diks und Jens Castrop schon in Vorleistung gegangen ist. Ob Gladbach einen großen Umbruch vollziehen wird, bleibt dementsprechend abzuwarten. Auf diesem Weg hätten Kleindienst-Millionen geholfen, doch der Publikumsliebling wird seinen Fokus nun auf eine optimale Reha legen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Norbert Jansen / fohlenfoto

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