Zwischen Utopie und Herausforderung
Gladbach sucht Verstärkung: Elf Kleindiensts müsst ihr sein!
Borussia Mönchengladbach will in der kommenden Saison den nächsten Schritt machen. Im Idealfall braucht es dafür mehrmals Tim Kleindienst.
Mönchengladbach – Über die Transferbilanz von Roland Virkus sind sich Fans von Borussia Mönchengladbach seit dessen Amtsantritt im Februar 2022 uneins.
Kleindienst war Gladbachs bester Transfer
In einem Punkt stimmen jedoch alle überein: Tim Kleindienst war der erfolgreichste Transfer der vergangenen Jahre.
Der Stürmer ist für sieben Millionen Euro vom 1. FC Heidenheim gekommen und hat bis dato 16 Bundesligatore für Borussia erzielt. In der jüngeren Historie war nur Marco Reus (2011/12, 18 Tore) erfolgreicher.
Noch vielmehr ist Kleindienst in der Arbeit gegen den Ball federführend, zudem scheut er sich nicht, Missstände vor den Mikrofonen deutlich anzusprechen. Mit seinem Gesamtpaket hat Kleindienst Gladbach phasenweise auf links gedreht, einen Transfer dieses Kalibers haben Fans lange vermisst.
Es ist natürlich utopisch, innerhalb eines Transferfensters ausschließlich Volltreffer zu landen. Nach den Erfahrungen des Sommers 2024 müsste die Maßgabe für Virkus aber lauten: Noch mehr Kleindiensts, bitte!
Erfahrene Alternative für Ullrich?
Eine Baustelle bleibt etwa die linke Abwehrseite. Lukas Ullrich hat einen großen Entwicklungssprung gemacht, der 21-Jährige ist aber noch lange nicht am Ende. Das beste Beispiel sind die vergangenen Auftritte. Ullrich steckt die Saison in den Knochen, seit Ende Oktober erhielt er kaum Verschnaufpausen.
Hilfreich wäre in der kommenden Saison eine erfahrene Alternative mit Qualitäten im Defensivbereich. Kevin Diks kann diese Rolle einnehmen, der Sommerneuzugang des FC Kopenhagen könnte – abhängig von den Abgängen – aber häufiger in der Innenverteidigung gefordert sein.
Mit zwei jungen Linksverteidigern in eine Saison zu gehen, mag sich aufgrund von Ullrichs Entwicklung ausgezahlt haben. Ein Hauch mehr Erfahrung täte dieser Position aber gut.
Gladbach und die Sechser-Frage
Julian Weigl spielt im defensiven Mittelfeld eine verbesserte Saison, doch dafür war die Umstellung auf eine Doppelsechs notwendig. Damit gingen allerdings zwei Nachteile einher: Einerseits konnte Rocco Reitz seine Stärken im vorderen Drittel nur phasenweise ausspielen, andererseits war keine andere Position in der Zentrale frei, die beispielsweise Kevin Stöger hätte besetzen können.
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Hätte Borussia einen Sechser zur Verfügung, der neben einem höheren Tempo auch Abräumerqualitäten mitbringt, wäre die Chance für eine Umstellung auf ein 4-3-3 gegeben. Dann hätte Sommerneuzugang Jens Castrop eine größere Chance, sich für Einsätze zu empfehlen. Genauso könnte Stöger als Spielmacher aus einer etwas tieferen Position agieren. Sogar ein 4-1-4-1 mit noch mehr Offensivpower erschiene denkbar.
Mehr Flügel-Power für Borussia gesucht
Schon seit einem Jahr ist Robin Hack auf dem linken Flügel mehr oder minder auf sich alleine gestellt. Gladbach hat im Winter dem Vernehmen nach mehrere Versuche unternommen, nachzurüsten, konnte aber keinen Transfer realisieren.
Eröffnet sich im Sommer die Chance auf einen Konkurrenten für Hack, sollte dieser ein anderes Profil mitbringen. Borussia fehlt ein Zocker, der Eins-gegen-eins-Situationen sucht und so Dynamik im letzten Drittel auslöst.
Während Nathan Ngoumou und Franck Honorat über ihr Tempo kommen und letztgenannter mit seinen Flanken punktet, hat sich Hack im Laufe dieser Saison häufig ins Zentrum fallen lassen. Mit einem anderen Spielerprofil hätte Gerardo Seoane noch mehr Einflussmöglichkeiten von der Bank aus.
Braucht Gladbach am Ende einen neuen Kleindienst?
An vorderster Front braucht es idealerweise einen Kleindienst-Klon, der eine zuverlässige Einwechseloption darstellt und Torgefahr verspricht. Vorausgesetzt, das Original bleibt bei Borussia.
Tomáš Čvančara war unter dem Strich chancenlos und wurde auf die rechte Außenbahn verfrachtet. Bezeichnend, dass Virkus in Bezug auf einen gescheiterten Winter-Transfer des Tschechen erklärte, Gladbach hätte im Gegenzug einen Ersatz für Honorat benötigt.
Einen Backup für Kleindienst zu finden, wäre wohl die größte Herausforderung. Noch schwerer wöge es, den deutschen Nationalspieler nach nur einem Jahr zu verlieren – denn einen Stürmer mit diesem Gesamtpaket gibt es in einer für Borussia bezahlbaren Dimension nur selten.
Braucht es dann auch noch zwei neue Stürmer, weil der Goalgetter geht und auch Čvančara einen neuen Verein findet, wartet eine horrende Aufgabe auf den Klub. Aus Fan-Sicht bleibt zu hoffen, dass am Ende die von Virkus versprochene schlagkräftige Truppe auf dem Platz stehen wird.
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