„Noch nicht erlebt“
Gladbachs Talente-Boom enthüllt unbekannte Seite von Seoane
Bei Borussia Mönchengladbach lassen viele Talente aufhorchen. Die Reaktion von Gerardo Seoane darauf versetzt Roland Virkus in Staunen.
Mönchengladbach – Ob Tiago Pereira Cardoso, Niklas Swider, Kilian Sauck, Noah Pesch, Wael Mohya oder Can Armando Güner, Borussia Mönchengladbach erlebt gegenwärtig einen Talente-Boom.
Gladbachs Talente-Boom lässt Seoane in neuem Licht dastehen
In der jüngeren Vergangenheit mangelte es den Fohlen noch an solchen Potenzialspielern, doch diese machen nach und nach im Jugendbereich auf sich aufmerksam und dürfen sich teilweise schon bei den Profis beweisen.
Swider ist seit einigen Monaten im Training der ersten Mannschaft dabei, der Stern von Pereira Cardoso strahlte in der vergangenen Rückrunde erstmals aufgrund des Verletzungspechs im Tor und über Mohya und Güner wurde im Zuge des U17-Meistertitels viel gesprochen.
Diese Stars schafften den Sprung aus dem Amateurbereich zu den Profis




Für einen Traditionsverein wie Borussia sind Talente ein wichtiger Baustein, einerseits in der Entwicklung sportlicher Qualität und andererseits für den Faktor Identifikation. Eigengewächse sind die Fan-Favoriten, Rocco Reitz kann davon seit zwei Jahren ein Lied singen.
Auf der einen Seite verspürt Sport-Geschäftsführer Roland Virkus eine gewisse Vorfreude, wenn er auf die Nachwuchstalente blickt. „Wir haben eine Generation von vielen vielversprechenden Spielern“, konstatierte Virkus in einer Medienrunde, an der auch Absolut Fussball, das Fußball-Portal von Home of Sports, teilgenommen hat.
Dieses Potenzial erkennt natürlich auch Cheftrainer Gerardo Seoane, der trotz der Niederlage im Testspiel gegen Metalist Charkiw am Dienstagabend (1:3) gut gelaunt war. „Der Trainer hat auch gesehen, dass viel Potenzial in der Truppe herrscht. Gestern, als wir das Spiel verloren haben, hat man ihn locker erlebt“, sagte Virkus und ergänzte vielsagend: „Ich muss ganz ehrlich sagen, so locker habe ich ihn auch noch nicht gesehen.“
Gladbach-Talenten wird nichts geschenkt: „Spielen Leistungsfußball“
Das Erwartungsmanagement gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben, die Virkus in diesem Kontext zu bewältigen hat. Im Fan-Umfeld ist das Lechzen nach neuen Youngsters spürbar, geschenkt wird aber niemandem etwas. Nur ein Talent zu sein, das reicht nicht.
„Die Spieler müssen sich das verdienen. Wir sind eine Leistungsgesellschaft, wir spielen Leistungsfußball“, stellte Virkus klar und betonte: „Du musst allen gerecht werden. Den einen wirfst du rein, der andere spielt vielleicht von Anfang an, manche Wege führen über die U23 oder U19.“
Borussia habe Stefan Lainer und Alassane Pléa gehen lassen, um perspektivisch Platz für die Nachwuchskräfte zu schaffen. Dennoch sei nicht zu erwarten, dass Gladbach von heute auf morgen von einer Teenager-Bande dominiert wird: „Es gibt immer mal das absolute Hypertalent, das vielleicht sofort in der ersten Mannschaft spielen kann und sich freischwimmt. Aber Herrenfußball ist anders getaktet, das ist eine andere Hausnummer.“
Virkus zieht Parallele zu Marc-André ter Stegen
Selbst der Durchbruch von Marc-André ter Stegen in der Rückrunde 2011/12 sei alles andere als reibungslos verlaufen. „Ich weiß noch, wie intern über Marc diskutiert worden ist. Dann hatte er in der U23 in zwei Spielen Probleme, und danach hat er sich schnell adaptiert. Wir reden über einen Welttorhüter, der U23 gespielt hat.“
Auch Reitz benötigte eine doppelte Leihe nach Belgien, um in Gladbach Fuß zu fassen. Ein Lukas Ullrich hatte in der vergangenen Saison das „Glück“, dass sich Luca Netz verletzt hat.
Die Gladbacher wissen genau, welche Qualitäten der Profi-Kader künftig erhalten könnte. Nun gilt es, die Ruhe zu bewahren und die Potenziale auszuschöpfen, um sportlich – und auch finanziell – davon zu profitieren.
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