Michels Meinung

Hoffentlich begeht Upamecano keinen schweren Fehler

Dayot Upamecanos Vertrag beim FC Bayern läuft aus. Real Madrid zeigt Interesse, doch der FC Bayern will verlängern. Michels Meinung warnt den Franzosen.

München – An Dayot Upamecano scheiden sich offenbar die Geister. Die Ausgangslage: Der Franzose ist 2021 von RB Leipzig zum FC Bayern gewechselt. Im Sommer läuft nun der Vertrag des Innenverteidigers in München aus. Seit dem Frühjahr 2025 wird gepokert: Bekommt Upamecano beim deutschen Rekordmeister einen neuen Vertrag zu deutlich besseren Konditionen?

Dayot Upamecano (M.) spielt seit 2021 für den FC Bayern.

Oder geht es dann doch in Richtung Spanien oder England? Schließlich soll unter anderem Real Madrid an „Upa“ Interesse zeigen. Auffällig ist: Upamecano wurde lange vom deutschen Top-Berater Volker Struth vertreten. Doch Upamecano nahm dann 2022 und 2023 Beraterwechsel vor. Ihn vertritt nun Moussa Sissoko.

Upamecano engagiert gefürchteten Berater

Dessen Klienten treten schon mal in den Streik, um einen Wechsel zu erzwingen (Dembélé, Muani). Dieser Fall kann zwar bei Upamecano nicht eintreten, dennoch darf sich jeder Verein auf harte Verhandlungen einstellen. In der Branche ist zu hören, dass Upamecano Gehalts-technisch sogar die 20-Millionen-Marke knacken will. Es wird also definitiv teuer. Der FC Bayern betont aber weiterhin, mit Upamecano verlängern zu wollen.

Warum sich nun die Geister an Upamecano scheiden? Michels Meinung lautet: Upamecano ist immer noch ein „Fehlerteufel“. In besonders wichtigen Spielen in den vergangenen Jahren hat er beim FC Bayern und der französischen Nationalmannschaft unerklärliche Fehler begangen. Dass er in der vergangenen Saison nicht bedeutend gepatzt hat, lag daran, dass er in der Crunch-Time lange verletzt ausgefallen war.

Sind Upamecano und Tah das Nächste? Die legendärsten Innenverteidiger-Duos

Raphaël Varane & Presnel Kimpembe: Das moderne französische Duo führte Les Bleus 2018 zum WM-Titel in Russland. Varanes Erfahrung und Kimpembes Dynamik verkörpern die neue Generation der französischen Verteidiger-Schule.
Lilian Thuram & Marcel Desailly: Die französischen Weltmeister von 1998 dominierten sowohl bei der WM als auch bei der EM 2000. Thurams Vielseitigkeit und Desaillys Führung bildeten das Fundament für Frankreichs goldene Generation.
Sol Campbell & Kolo Touré: Das Duo war entscheidend für Arsenals „Invincibles“-Saison 2003/04, als die Gunners ungeschlagen Meister wurden. Campbells Erfahrung und Tourés Energie bildeten eine nahezu undurchdringliche Defensive unter Arsène Wenger.
Lucio & Juan: Die brasilianischen Verteidiger führten Bayern 2001 zur Champions League und Brasilien 2002 zum WM-Titel. Lucios Athletik und Juans Spielaufbau bildeten eine perfekte südamerikanische Defensive.
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Doch andererseits muss man fair bleiben: Es gibt sehr viele Fans und Experten, die Upamecano anders einschätzen. Zustimmung gibt es zunächst mal bei der Tatsache, dass Upamecano mit Athletik, Spielübersicht, Speed, Technik, Dynamik und Zweikampfstärke ein unfassbar starkes Paket als Abwehrspieler mitbringt.

Besonders Bayern-Fans betonen: Upamecano hat sich zuletzt enorm weiterentwickelt. Vor allem durch das Coaching von FC-Bayern-Trainer Vincent Kompany. Und ja, das sagt sogar Upamecano selbst. Positionierung, Körperhaltung, Timing bei langen Pässen – es waren intensive Einheiten mit Kompany, die Upamecano zu einem höheren Leistungslevel geführt haben.

Und so kommt abschließend eine andere Frage auf: Wenn dich im Spitzenfußball ein Trainer auf ein ganz anderes, neues Niveau gehoben hat, wäre es dann nicht ein schwerer Fehler, diesen Trainer zu verlassen? Bleibt zu hoffen, dass Upamecano keinen schweren Fehler begeht. Dieses Mal nicht auf dem Spielfeld, sondern am Verhandlungstisch.

Rubriklistenbild: © Imago / MIS - Collage: Canva

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