Großes FCB-Versäumnis
In Bayern geboren, vom FC Bayern verscherbelt: Top-Talent jetzt auf dem Weg in die Weltspitze
Er ist das größte verlorene Juwel des FC Bayern in den letzten Jahren: Kenan Yildiz ist auf dem Weg, ein Weltstar zu werden. Was ging schief?
München – Der Bayern-Campus: die große Vision des FC Bayern, die bayerische Antwort auf den Transfer-Wahnsinn. Mit eigens geschmiedeten Talenten will der Rekordmeister die sportliche sowie finanzielle Zukunft sichern. Kenan Yildiz war eigentlich das Musterbeispiel, wie es laufen soll – doch heute dient er als Negativbeispiel, wie es auf keinen Fall laufen soll.
Wie konnte das passieren? Ein Rückblick: Der in Regensburg geborene Sohn eines türkischen Vaters und einer deutschen Mutter kommt als siebenjähriges Kind zum FC Bayern und durchläuft alle Jugendteams, oft als Kapitän. Er gilt als riesiges Talent, der Weg zu den Profis scheint vorgezeichnet. Doch 2022 kommt es zum Bruch.
FC Bayern begründet Yildiz-Abgang mit zu hohen Gehaltsforderungen
Yildiz ist 16 Jahre alt, kommt frisch in die U19 der Bayern und liefert in acht Spielen fünf Scorerpunkte. Der logische Schritt eines Vereins: dieses große Talent an den Verein binden, Perspektiven aufzeigen. Doch das klappt bei den Bayern und Yildiz irgendwie nicht.
Im Sommer 2022 lässt der FC Bayern Yildiz ablösefrei zu Juventus Turin ziehen. Er ist übrigens kein Einzelfall – aus den abgegebenen Bayern-Talenten ließe sich ein Bundesliga-Team aufstellen. Die damals zuständigen Münchner Kader-Bosse Hasan Salihamidzic und Marco Neppe bemühen sich zwar durchaus um den Verbleib des Deutsch-Türken, doch ein neuer Vertrag scheitert am Geld.
Kenan Yildiz schlägt bei Juventus Turin voll ein
„Er ist ein junger, talentierter Spieler, den wir gerne weiter auf seinem Weg begleitet hätten. Seinen finanziellen Forderungen konnten und wollten wir allerdings nicht entsprechen. Deshalb wird Yildiz uns leider verlassen“, sagte Salihamidzic damals gegenüber der Bild. Ein Abgang, der sich als teuer herausstellen sollte.
Yildiz fasste in Italien schnell Fuß und spielte sich hoch zu den Profis. Heute ist er Juve-Stammspieler und türkischer Nationalspieler. Mit 19 Jahren kommt er bereits auf 54 Einsätze für die Bianconeri, sein Marktwert liegt bei 40 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de).
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Yildiz-Tor gegen Deutschland tut besonders weh
Sowohl der DFB als auch der FC Bayern verpassten also die Chance, den Youngster von ihren Projekten zu überzeugen. Besonders schmerzhaft wurde es, als Yildiz Ende 2023 beim 3:2-Sieg über Deutschland für die Türkei traf und sein Tor frenetisch bejubelte. Bei der EM bedankte sich dann noch der Sportvorstand der Türkei beim FC Bayern.
Bayerns ehemaliger Leiter der Nachwuchsabteilung, Holger Seitz, verteidigte den Yildiz-Abgang: „Wir mussten ihn ziehen lassen, weil er sich gemeinsam mit seiner Familie und seiner Berater-Agentur für einen anderen Weg entschieden hat. Das hat schon wehgetan, weil er sehr lange bei uns ausgebildet worden ist“, sagte er bei ran.
Yildiz-Berater teilt mächtig gegen den FC Bayern aus
Yildiz selbst fand es „komisch, nach so einer langen Zeit vom FC Bayern wegzugehen. Ich habe lange über diesen Schritt nachgedacht. Juventus hat mir den besten sportlichen Plan vorgestellt“, sagte er bei der Bild. Der Berater des Flügelstürmers sparte nicht mit heftigen Vorwürfen an den FC Bayern.
„Während Kenans Aufenthalt bei Bayern gab es unangenehme Momente. Es gab Leute, die ihn, aus welchen Gründen auch immer, nicht richtig fördern wollten“, warf Hector Peris den Verantwortlichen des Klubs vor. Yildiz habe „schwierige Zeiten durchgemacht, und all das hat dazu geführt, dass einige Leute den Verein danach verlassen haben“, führte der Berater weiter aus, ohne konkret zu werden.
Wie viel Schuld dem FC Bayern im Fall Yildiz tatsächlich anzulasten ist, bleibt Gegenstand der Diskussion. Unstrittig ist: Wer es mit den Bayern hält und dem Angreifer heute beim Fußballspielen zuschaut, verspürt zumindest leichte bis mittlere Schmerzen. (epp)
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