Deutliche Worte aus Teheran

Iran droht FIFA mit WM-Abbruch – aus brisantem Grund

Schon vor Beginn der WM brodelt es rund um die iranische Nationalmannschaft. Aus Teheran gab es nun eine handfeste Drohung an die FIFA – samt einer heiklen Forderung.

Die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada hat noch nicht einmal begonnen, da sorgt der Iran bereits für den ersten handfesten Eklat. Sportminister Ahmad Donjamali hat dem Weltverband FIFA noch vor dem Anpfiff der ersten Partie seines Landes mit Spielabbrüchen gedroht – und das hat einen brisanten Grund.

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„Wir haben der FIFA bereits mitgeteilt, dass die Verantwortlichen des Teams das Spiel abbrechen würden, sobald wir in den Stadien politische Parolen hören“, wird Donjamali vom iranischen Sportportal Varzesh3 zitiert. Auch das Zeigen der alten persischen Flagge mit Löwen- und Sonnenemblem würde zum sofortigen Verlassen des Spielfelds führen.

Iran fordert von FIFA WM-Verbot der alten persischen Flagge

Der iranische Fußballverband hat die FIFA zudem mehrfach aufgefordert, in den Stadien ausschließlich die offizielle Flagge der Islamischen Republik zuzulassen. Ob der Weltverband dieser Forderung nachkommen kann oder will, ist bislang unklar. Beobachter bezweifeln ohnehin, dass ein solches Verbot in der Praxis durchsetzbar wäre.

Der Hintergrund: Teheran fürchtet Proteste der iranischen Diaspora – und das aus gutem Grund. Zwei der drei Vorrundenspiele des Iran finden in Los Angeles statt: am 16. Juni gegen Neuseeland und am 21. Juni gegen Belgien. Dort lebt der Großteil der rund zwei Millionen Iraner in den USA. Und die könnten die WM als Bühne für ihren Protest gegen die iranische Führung nutzen. Die monarchistische Oppositionsgruppen nutzen die alte persische Flagge mit Löwen- und Sonnenemblem bei Kundgebungen im Ausland als Zeichen für die Ablehnung des islamischen Systems im Iran.

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Ohnehin ist die WM-Teilnahme für den Iran durch den Krieg mit den USA alles andere als gewöhnlich. Wegen Einreisebeschränkungen hat der iranische Verband sein Teamquartier nicht in den USA aufgeschlagen – sondern im mexikanischen Tijuana, südlich von San Diego. Nach Angaben des iranischen Botschafters in Mexiko darf die Mannschaft nur an den jeweiligen Spieltagen überhaupt in die USA einreisen. Und auch um das Ticketkontingent für die iranischen Fans gibt es kurz vor WM-Beginn Ärger. (smo)

Rubriklistenbild: © KARIM JAAFAR / AFP

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